Wo steht der VfL Osnabrück nach dem letzten Test? In der VfL-Offensive tobt der Kampf um die Stammplätze

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Mit druckvollen Aktionen machte Etienne Amenyido gegen den SV Lippstadt auf sich aufmerksam. Foto: osnapix/TitgemeyerMit druckvollen Aktionen machte Etienne Amenyido gegen den SV Lippstadt auf sich aufmerksam. Foto: osnapix/Titgemeyer

Osnabrück . Die Konzentration ist hoch, die Konkurrenz groß: Sechs Tage vor dem Wiederbeginn in der 3. Liga sind die Fußballer des VfL Osnabrück im Wettkampfmodus, wie die mit 2:0 gewonnene Generalprobe am Samstag gegen den Regionalligisten SV Lippstadt 08 zeigte. Sorgen machen mögliche Langzeit-Ausfälle in der Defensive.

Aus dem Doppel-Test wurde eine 100-minütige Generalprobe: Das kurzfristig arrangierte Spiel auf der Anlage des Hotels „Klosterpforte“ in Harsewinkel-Marienfeld erfüllte seinen Zweck nahezu ohne Abstriche. Auf dem gefrorenen, stellenweise leicht angetauten und gut bespielbaren Rasenplatz stellte sich dem VfL eine junge, taktisch anspruchsvoll eingestellte Mannschaft, die für den Spitzenreiter der 3. Liga ein guter Sparringspartner war. Mit seinem Kollegen Daniel Berlinski vereinbarte VfL-Trainer Daniel Thioune eine Spielzeit über 100 Minuten, verteilt auf drei Drittel (2 x 35, 1 x 30 Minuten).



Alle 23 einsatzfähigen Spieler im Einsatz

Eine Woche vor dem Derby am Samstag (14 Uhr) gegen den SV Meppen gab Thioune allen 23 einsatzfähigen Spielern Einsatzzeit. Es fehlten außer A-Jugend-Torwart Laurenz Beckemeyer und dem Rekonvaleszent Simon Haubrock die verletzten Routiniers Alexander Dercho und Felix Schiller.

Tore durch Ouahim und Girth

Der erste Treffer fiel durch einen platzierten Flachschuss von Anas Ouahim, der in der 19. Minute aus 17 Metern ins Eck traf. Das 2:0 gelang Benjamin Girth, der nach einer Kopfballverlängerung von Manuel Farrona Pulido und einem langen Ball von Steffen Tigges in der 78. Minute Torwart Erlmann umkurvte und einschob.

Girths Premierentreffer kein Zufall

Girths Premierentreffer war kein Zufall: Der von Holstein Kiel ausgeliehene Angreifer zeigte, was er als Strafraumstürmer für den VfL wert sein kann: Er verbreitete Torgefahr und offenbarte Spielverständnis, als er in drei Szenen den Ball für Mitspieler auflegte.

Sein erstes Tor für den VfL erzielte Benjamin Girth beim Test in Marienfeld gegen den SV Lippstadt. Foto: osnapix / Titgemeyer


Amenyido macht Druck

Auffällig waren die druckvollen, zielgerichteten Aktionen von Etienne Amenyido, die konstant gute Form von Leistungsträgern wie Maurice Trapp, Ulrich Taffertshofer, Bashkim Renneke oder David Blacha, der erneute Nachweis der Verwendbarkeit von Steffen Tigges in einer defensiven Rolle auf der linken Seite und die Verlässlichkeit, die Ersatztorwart Philipp Kühn garantiert.

Körber verletzt ausgewechselt

Kühn kam nach 32 Minuten kalt ins Spiel, weil Nils Körber nach einem Zusammenprall mit Ulrich Taffertshofer ausgewechselt werden musste. Er war kurz bewusstlos und blutete aus der Nase, musste aber nicht ins Krankenhaus. Nach einer Untersuchung am Sonntag gab der VfL Entwarnung, Körber hat sich nicht ernsthaft verletzt und kann beim Trainingsstart in die Woche am Dienstag, spätestens aber am Mittwoch dabei sein.

Schrecksekunden um Nils Körber: Der VfL-Torwart musste nach einem Zusammenprall mit Ulrich Taffertshofer verletzt ausgewechselt werden, für ihn ging Philipp Kühn ins Tor. Foto: osnapix / Titgemeyer


Heißer Kampf um vier Offensivplätze

Die Konkurrenz ist groß beim VfL, auf allen Positionen gibt es Alternativen. Während sich im Defensivblock die Besetzung recht eindeutig abzeichnet, ist der Kampf um die vier Plätze in der Offensive entbrannt (siehe Grafik). Im Moment deutet viel darauf hin, dass Thioune der Besetzung mit einem Strafraumstürmer, einer hängenden Spitze sowie zwei Flügel- oder Halbraumspielern treu bleibt.

Viele Möglichkeiten für Thioune in der Offensive

Angeheizt wird der Kampf um die Plätze nicht nur durch Girth, sondern auch durch die gute Form von Amenyido, die Rückkehr von Riemann, Klaas und Ouahim sowie die Ansprüche, die Danneberg anmeldet. Die Leistungsdichte gibt Thioune viele Möglichkeiten, auf Ausfälle, Gegner und Spielverlauf zu reagieren.

Wie lange fallen Dercho und Schiller aus?

Das könnte in der Defensive anders sein, wenn Alexander Dercho, der erneut Probleme am vor eineinhalb Jahren operierten Sprunggelenk hat, und Felix Schiller langfristig ausfallen. Dercho, der an diesem Montag 32 Jahre alt wird, muss laut Verein „eine mehrwöchige Pause einlegen“. Über die Schwere der Verletzung im rechten Knie von Schiller, der laut Thioune mit starken Trainingsleistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte, ehe er sich am Freitag verletzte, machte der VfL auch auf Nachfrage am Wochenende keine Angaben.

Verpflichtet der VfL noch einen Defensivspieler?

Außer Schiller und Dercho stehen derzeit fast nur Jungprofis als Ersatz bereit; Furkan Zorba, der gegen Lippstadt zehn Minuten spielte, gehört nicht dazu. Nicht auszuschließen also, dass der VfL die nächste Woche nutzt, um Klarheit über die Heilungschancen zu bekommen und gegebenenfalls noch einen erfahrenen Defensiv-Allrounder nachzuverpflichten. Die Transferperiode läuft bis zum 31. Januar.


SV Lippstadt - VfL Osnabrück 0:2 (0:1, 0:0, 0:1)

VfL (1. Drittel): Körber (ab 32. Kühn) - Renneke, Susac, Trapp, Engel - Taffertshofer, Blacha - Amenyido, Ouhaim, Heider - Pfeiffer. 

VfL (2. Drittel): Kühn - Renneke, Susac, Trapp, Engel - Taffertshofer, Blacha (ab 62. Danneberg) - Heider (ab 62. Farrona Pulido), Álvarez, Ouhaim - Girth.

VfL (3. Drittel): Kühn - Agu, Susac (ab 90. Zorba), Trapp (ab 90. Möller), Tigges - Krasniqi, Danneberg, Farrona Pulido, Klaas, Riemann - Girth.

Tore: 0:1 Ouahim (19., 17-Meter-Flachschuss), 0:2 Girth (78., Rechtsschuss nach Vorarbeit von Farrona Pulido).

Zuschauer: Keine. Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Harsewinkel-Marienfeld statt.

Besonderes: Das Spiel lief über 100 Minuten, verteilt auf drei Drittel (2 x 35. 1 x 30 Minuten)

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