Wiedersehen mit Ex-VfLern beim Derby Große Bühne für den Abschied von Lothar Gans gegen Meppen

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Alles oder Nichts: Trainer Lothar Gans verfolgt das legendäre Elfmeterschießen um den Aufstieg gegen Union Berlin. Foto: Helmut KemmeAlles oder Nichts: Trainer Lothar Gans verfolgt das legendäre Elfmeterschießen um den Aufstieg gegen Union Berlin. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Das Derby gegen den SV Meppen wird am 26. Januar zur Bühne für den Abschied von Lothar Gans. Nach neun Jahren als Profi sowie 22 Jahren als Manager, Trainer und Geschäftsführer hat sich „Der ewige Lothar“ in den letzten Monaten planmäßig zurückgezogen. Es ist ein Abschied aus dem Amt – aber nicht vom Verein seines Lebens.

„Es war ein reibungsloser, fließender Übergang – so, wie der Verein und ich uns das vorgestellt hatten“, sagt der 65-Jährige Ruheständler, dem vor allem eins wichtig ist: „Es ist einfach toll, was Daniel und Benjamin da auf die Beine gestellt haben. Das Team ist großartig, es herrscht ein guter Geist. Mich erinnern viele Details auf dem Rasen und außerhalb des Platzes an unseren Aufstieg 2000.“

Nach zwei Jahrzehnten, die der leidenschaftliche Fußballer ganz nah an Mannschaft und Trainerteam erlebte, hat er jetzt seinen Stammplatz auf der Tribüne; Auswärtsspiele stehen nur selten in seinem Kalender. Kommt da nicht mal ein bisschen Wehmut auf?

Letzter lila-weißer Mohikaner

„Ja, durchaus, und ich finde, das darf auch so sein, denn ich habe ja fast mein ganzes Leben mit dem VfL zu tun gehabt“, sagt Gans, der auch künftig für den Verein da sein will und soll.

Er ist letzte der lila-weißen Mohikaner, die 1996 nach dem Abtritt des Präsidenten und Sponsors Hartwig Piepenbrock einen am Boden liegenden Verein übernahmen und gegen alle Prognosen wieder flott machten. „Damals hat so gut wie keiner daran geglaubt, dass wir das schaffen – wir hatten manchmal gerade mal 1000 Zuschauer, steckten sportlich im Mittelmaß und standen wirtschaftlich vor dem Konkurs.“



Lange her ist diese Krisenzeit, die viele der heutigen Stadionbesucher nur aus Erzählungen kennen. Aber es war der Startpunkt einer Entwicklung, die den VfL über Stock und Stein, durch Höhen und Tiefen dorthin geführt hat, wo er heute steht. Und immer dabei: Lothar Gans, erst als Marketingmann und Amateurtrainer, später als Interims- und Chefcoach sowie vor allem als Manager.

Zusammen mit Gerd-Volker Schock und Herbert Mühlenberg sorgte Gans dafür, dass der VfL nicht vollends abstürzte. „Es war ein harter Kampf, aber es hat sich gelohnt, denn wir haben uns die Sympathien der Menschen in der Region zurückerobert“.

Achterbahnfahrt der Emotionen

Vier Aufstiege, vier Abstiege. Sensationssiege im DFB-Pokal, Blamagen im NFV-Pokal. Fast immer hielt der VfL seine Fans bis zum letzten Spieltag unter Spannung, es war eine rasante Achterbahnfahrt der Emotionen. Und Gans immer mittendrin.

Sein Traum: Im Sommer 2019 den fünften Aufstieg mitzuerleben. „Die Mannschaft hat das Zeug dazu, und die Konstellation ist günstig. Ich will keinen Druck aufbauen, aber es hat sich eine riesige Chance eröffnet“, sagt Gans, „wir alle sollten alles tun, um den VfL dabei zu unterstützen“.



Der Ausstieg aus dem Amt ist vollzogen, die Übergabe an Sportdirektor Benjamin Schmedes erfolgt. Jetzt steht die offizielle Verabschiedung an, und einen besseren Rahmen als das Derby gegen den SV Meppen (für den Gans von 1973 bis 1975 gespielt hat) an der ausverkauften Bremer Brücke könnte es nicht geben. Geplant war die Aktion schon für das Heimspiel gegen den KFC Uerdingen, doch ein plötzlicher Krankenhausaufenthalt zog Gans vorübergehend aus dem Verkehr. Längst ist er wieder fit und gesund.

Nun freut er sich auf das Wiedersehen mit ehemaligen Spielern und Trainern, das der VfL für ihn arrangiert hat. Am 19. Februar ist zudem ein Empfang geplant für Vertreter der Vereine und Verbände. Es wird sozusagen ein Abschiedsspiel mit zwei Halbzeiten.

Weiterlesen: Lothar Gans: 3. Liga gehört unter das Dach der DFL.


NOZ-Serie:

Unter dem Titel „Ein lila-weißes Fußball-Leben“ erzählen wir in den nächsten Tagen den Weg des Fußballers Lothar Gans nach. Die erste Folge: Straßenfußball und das erste lila Trikot.

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