Eine Woche in Belek So fällt die Bilanz des VfL Osnabrück nach dem Trainingslager aus

Meine Nachrichten

Um das Thema VfL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Gut zufrieden kehrt der VfL Osnabrück aus dem Trainingslager in Belek zurück. Foto: osnapix / TitgemeyerGut zufrieden kehrt der VfL Osnabrück aus dem Trainingslager in Belek zurück. Foto: osnapix / Titgemeyer 

Hannover. Am Sonntag um 17.25 Uhr deutscher Zeit setzte der Flieger aus Antalya in Hannover auf, und wenn nach der Ankunft nicht die Passagierbrücke für einige Minuten gestreikt hätte, wäre es eine Punktlandung gewesen, die vollends zum Trainingslager des VfL Osnabrück gepasst hätte: Alle Trainingseinheiten und Testspiele durchgezogen, zum Abschluss ein 2:1-Sieg gegen Young Boys Bern.

Der Tabellenführer der 3. Fußball-Liga kehrte mit einem guten Gefühl aus dem einwöchigen Trainingslager in Belek in die Heimat zurück.

Die Trainingsbedingungen: Es konnte ab Donnerstag noch so schütten, doch der Platz war immer in einem sehr guten Zustand. Trainer Daniel Thioune und seine Spieler schwärmten von der Anlage auf dem Hotelgelände, die in zwei Minuten zu Fuß zu erreichen war – Traumbedingungen für die Lila-Weißen. Der Rasen wurde nach der Auftakteinheit für den Rest der Woche noch mal ein paar Millimeter kürzer getrimmt.

Perfekte Bedingungen fand der VfL Osnabrück auf dem Trainingsgelände des Bellis-Deluxe-Hotels in Belek vor. Foto: osnapix / Titgemeyer

Auch darüber hinaus wurden den 26 Spielern und dem elfköpfigen Team hinter dem Team im Hotel alle Wünsche erfüllt: Das Team hatte in der kompletten Woche eine Kabine für sich, für Besprechungen gab es einen eigenen Raum und auch im Restaurant gab es einen abgetrennten Bereich nur für das Team.

Umschaltmomente und das Spiel gegen den Ball

Gaben die Inhalte im Trainingslager vor: Trainer Daniel Thioune und Co-Trainer Merlin Polzin (von links). Foto: osnapix / Titgemeyer

Die Inhalte: Schnelles Umschalten und die Suche nach freien Räumen beim Kontern standen zu Wochenbeginn auf dem Plan. Später lag der Fokus auf dem Zustellen von Passwegen und dem Spiel gegen den Ball. Auch einige Standards wurden trainiert. „Wir haben gut gearbeitet“, war Thioune schon am Freitagmittag zufrieden und gab den Profis einen halben Tag frei: „Ich finde, das können wir uns leisten.“ Bis zum ersten Pflichtspiel des Jahres bleiben noch zwei Wochen für die weitere Feinarbeit. „Es ist nicht mehr viel Zeit, aber noch genügend Zeit, um Sachen weiter zu optimieren, die wir uns für die Rückrunde vorgenommen haben. Da bin ich guten Mutes“, sagt Kapitän Marc Heider.

Mit großem Einsatz waren die VfL-Spieler im Training bei der Sache, hier Marcos Álvarez (rechts) gegen Tim Möller. Foto: osnapix / Titgemeyer

Positives Ergebnis im Test gegen Bern

Der letzte Test gegen Bern: Nach dem 1:2 gegen Çaykur Rizespor war das Ergebnis gegen Young Boys Bern positiv. Das 2:1 gegen den Schweizer Meister in dessen erstem Testspiel sollte man aber nicht überbewerten. Genauso wenig war die Startelf ein Fingerzeig für den Rest der Saison, wie Thioune betonte. Ein Teil des Personals erinnerte an die erfolgreiche Hinrunde. Andere Besetzungen waren eher als Experiment zu verstehen. Einige Spieler empfahlen sich: Felix Schiller arbeitete defensiv aufmerksam. Etienne Amenyido gefiel nicht nur wegen seines Tores zum 1:0 (8.), sondern auch sonst mit seiner Dynamik.

Empfahl sich mit viel Dynamik und einem Tor gegen Bern: Etienne Amenyido (am Ball). Foto: osnapix / Titgemeyer

Für Schwung sorgten auch Sebastian Klaas und Anas Ouahim bis zu seiner Verletzung. Der abgefälschte Schuss zum 1:1 brachte den VfL nicht aus dem Konzept. „Tore tun immer gut und Siege umso mehr“, sagte Tim Danneberg, der noch das 2:1 erzielte (72.): „Beim Tor war etwas Glück dabei, aber das muss man sich auch erarbeiten.“ Der Trainer war insgesamt zufrieden: „Auch wenn wir ein Gegentor bekommen haben, haben wir gut gegen den Ball gearbeitet und kaum etwas zugelassen.“

Gerade erst nach einer Zerrung zurück, zog sich Anas Ouahim im Test gegen Bern eine Risswunde unter dem Knie zu. Foto: osnapix / Titgemeyer

Ouahim und Engel fallen voraussichtlich nicht lange aus

Die Ausfälle: Anas Ouahim kehrte nach seiner Zerrung im Gesäßmuskel ab Mittwoch unter voller Belastung zurück, trug aber aus dem Spiel am Samstag eine Risswunde davon, die am Sonntag eine Trainingspause erforderte. Gleiches galt für Konstantin Engel (Prellung am Knie). Beide dürften bis zum ersten Pflichtspiel wieder einsatzfähig sein.

Dercho ist erneut ein Sorgenkind

Ein Sorgenkind ist erneut Alexander Dercho: Ab Donnerstag war der Linksverteidiger wegen Problemen an seinem schon mehrfach lädierten Sprunggelenk außer Gefecht. Auch nach dem freien Montag ist eine Rückkehr ins Training offen. Erst mal steht ein Besuch beim Arzt an.

Ab Donnerstag nur noch Zuschauer: Alexander Dercho ist erneut am Sprunggelenk angeschlagen. Foto: osnapix / Titgemeyer

Benjamin Girth ist schnell beim VfL angekommen

Der Neue: Benjamin Girth, vier Tage vor dem Trainingslager nach Osnabrück gekommen, integrierte sich schnell. „Die Mannschaft hat es mir sehr leicht gemacht anzukommen“, sagt der 26-Jährige. Eine Einheit verpasste er wegen muskulärer Probleme – eine Folge von wenig Spielzeit in Kiel und intensivem Training in Belek. Die Schonung war reine Vorsicht, um keine Verletzung zu riskieren. Schließlich soll der Stürmer am 26. Januar gegen seinen Ex-Klub SV Meppen einsatzbereit sein.

Schnell beim VfL Osnabrück angekommen: Benjamin Girth (rechts) im Test gegen Steve von Bergen (Young Boys Bern). Foto: osnapix / Titgemeyer

Der Konkurrenzkampf bleibt intensiv

Die Erkenntnisse: Acht Einheiten und zwei Testspiele – zieht man An- und Abreise ab, blieben dafür knapp fünfeinhalb Tage, die der VfL intensiv genutzt hat. Welche Elf gegen Meppen aufläuft, ließ sich aus den Testspielen noch nicht ableiten. In der ersten Hälfte der Saison haben sich einige Stammkräfte herauskristallisiert, mit denen wieder zu rechnen ist, aber nach wie vor ist der Konkurrenzkampf groß. Das gilt seit der Leihe von Girth umso mehr für die Positionen in der Offensive. Thioune kann es recht sein: Die Qualität im Training ist hoch. Auch taktisch ermöglicht Girth als Strafraumstürmer mit Torinstinkt neue Möglichkeiten.

Der Konkurrenzkampf beim VfL Osnabrück ist intensiv, wie Tim Danneberg (hellblaues Leibchen) hier zu spüren bekommt. Foto: osnapix / Titgemeyer

Thioune: Wichtig war viel Zeit auf dem Platz

Das sagt Trainer Daniel Thioune: „Wichtig ist in einem Trainingslager, dass man viel Zeit auf dem Trainingsplatz bekommt, und die hatten wir ja. Die Wetterverhältnisse waren nicht optimal, aber die Platzbedingungen waren top. Zu dieser Jahreszeit ist man zuhause nicht verwöhnt, was völlig normal ist, und dann hat man hier einen Platz, auf den viel Wasser fällt, aber wir konnten super trainieren. Wir wollten Inhalte platzieren. Entscheidend ist für mich, dass man eine Entwicklung sieht. Die Ergebnisse der Testspiele bewerte ich nicht über, aber es ist uns gelungen, viele Inhalte aus dem Training in den beiden Spielen umzusetzen. Deshalb bin ich mit der Woche vollends zufrieden. Wir sind im Hotel top verpflegt worden, hatten sehr schöne Zimmer – alles in allem Daumen nach oben.“


Schmedes: Belek war die richtige Entscheidung

Das sagt Sportdirektor Benjamin Schmedes: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Trainingslager und können in nahezu allen Bereichen ein positives Fazit ziehen. Mit der Erfahrung unseres letztjährigen Aufenthalts in Spanien und den Bedingungen dort, war die Reise nach Belek die richtige Entscheidung. Der Trainingsplatz hat einen hervorragenden Zustand, das Hotel bietet alle Notwendigkeiten, die Wege sind kurz. Wir konnten die knappe Woche hier optimal nutzen, um uns intensiv auf die bevorstehenden Herausforderungen in der Liga und im Landespokal vorzubereiten.“

Beste Aussicht vom Tribünenbalkon am Trainingsplatz: Sportdirektor Benjamin Schmedes verfolgte die Trainingseinheiten aufmerksam. Foto: osnapix / Titgemeyer

Heider: Wir sind rundum zufrieden

Das sagt Kapitän Marc Heider: „Es war alles so, wie wir es uns erwartet und erhofft haben. Das einzige, was nicht so mitgespielt hat, war das Wetter, aber dafür mussten wir uns klimatechnisch nicht so umstellen (lacht). Ansonsten sind wir rundum zufrieden. Alle Sachen, die wir trainieren und in den Spielen umsetzen wollten, haben wir erledigt – auch erfolgreich wie ich finde. Das Spiel zum Abschluss gegen Bern, insbesondere die ersten 20 Minuten, waren richtig, richtig gut. Danach haben wir ein bisschen nachgelassen, aber das war dann auch den intensiven Einheiten in der Trainingswoche geschuldet. Die Stimmung ist so, als wenn es gar keine Pause gegeben hätte. Wir haben dort weitergemacht, wo wir im Dezember aufgehört haben. Benjamin Girth war innerhalb von anderthalb Tagen integriert und gehört jetzt schon so dazu, als ob er immer dabei gewesen wäre. Das ist eine Stärke unserer Mannschaft. Das zeigt unseren Charakter. Es macht Spaß, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Wir sind rundum zufrieden.“

Oft im Kraftraum anzutreffen: Kapitän Marc Heider (mit Athletiktrainer Patrick Jochmann) ging beim Trainingspensum mit gutem Beispiel voran. Foto: osnapix / Titgemeyer



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN