Trainingslager in Belek Mario Richter: Der Mann für die schmutzige Wäsche beim VfL

Meine Nachrichten

Um das Thema VfL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Mann für die Wäsche des VfL Osnabrück: Zeugwart Mario Richter (links) übergibt frische Trainingskleidung an Tim Möller. Foto: osnapix / TitgemeyerDer Mann für die Wäsche des VfL Osnabrück: Zeugwart Mario Richter (links) übergibt frische Trainingskleidung an Tim Möller. Foto: osnapix / Titgemeyer

Belek. Eine der größten Hürden hatte Mario Richter schon am Montag nach der Ankunft in Antalya hinter sich. „Ich bin jetzt zum sechsten Mal im Trainingslager, aber Angst vor dem Fliegen habe ich immer noch“, sagt der Zeugwart des VfL Osnabrück.

Da sind die Herausforderungen im Trainingslager in Belek vergleichsweise harmlos. „Er ist immer der Letzte, der seine Wäsche abgibt“, sagt Richter besonders laut, damit es der VfL-Profi auch noch auf dem Weg ins Zimmer hört, nachdem er seine Trainingskleidung in den Wäschewagen geworfen hat. Natürlich ist er nicht der Letzte, aber Richter ist ja nicht nur für die Wäsche, sondern auch für ein bisschen Spaß im anstrengenden Trainingsbetrieb zuständig. 

Frische Wäsche in schöner Regelmäßigkeit

Wenn es um die Wäsche geht, versteht der 46-Jährige allerdings nicht immer Spaß. Um 12 Uhr ist spätestens Abgabe, so stand es im Tagesplan. Um 11.59 Uhr kommt noch ein Profi durch die Tür, eigentlich gerade noch pünktlich, aber doch zu spät. Die Wäscherei hat die erste Ladung des Vormittagstrainings schon überpünktlich um fünf vor zwölf abgeholt. Es folgt ein kurzes Zweigespräch über Pünktlichkeit und Tagesplanung, beendet von einem mürrisch-einsichtigen „okay, Chef!“ Auch wenn Richter die Ruhe in Person und nicht nachtragend ist, legt man sich mit dem Zeugwart besser nicht an – zum nächsten Training soll ja schließlich frische Wäsche parat liegen. Und das funktioniert in schöner Regelmäßigkeit.

Guter Service in der Türkei

Wenn die Profis bei der Nachmittagseinheit auf dem Platz stehen, bereitet Richter im Hotel schon wieder die Garnituren für den nächsten Tag vor, die die Fußballer beim nächsten Besuch mitnehmen können. „Das läuft alles“, sagt Richter über den Service in der Türkei. Im vergangenen Jahr in Spanien habe die Wäscherei alles etwas relaxter gesehen. „Da kam die Wäsche schrittweise, manchmal im Abstand von einigen Stunden.“ Bislang sind auch keine Kleidungsstücke verloren gegangen.

Die Trainingsausrüstung im Blick

Ein Auge hat Richter auch auf die andere Ausrüstung, die für das Training gebraucht wird. Vier Vereinswimpel zum Tausch bei den Freundschaftsspielen und als Reserve hat der VfL im Gepäck. 33 Bälle, etliche Stangen und mehr sind mitgereist. Mehrere Kosten Sperrgepäck kamen zusammen. Dass alles beisammenbleibt, dafür sind vor allem die jungen Spieler zuständig. „Aber wenn ein Ball über den Zaun fliegt, holt den während des Trainings natürlich keiner wieder“, sagt Richter.

Markenzeichen: Kurze Ärmel

Das ist dann ein Job für den Mann, dessen Markenzeichen kurze Ärmel sind. Da kann es noch so kalt sein oder regnen: Richter trägt T-Shirt. Dass er eine lange Hose anhat, ist schon Zeichen für einen Kompromiss mit dem Wetter. Einige Fußballer auf dem Trainingsplatz tragen derweil Mützen und Handschuhe. „Es gibt ja Trainingssequenzen, in denen die Spieler einige Pausen haben. Da ist es ganz angenehm, wenn man durchgeschwitzt nicht ganz so friert“, zeigt Richter Verständnis.

Früher Co-Trainer an der Seite von Thioune

Er hat sich einiges Fachwissen angeeignet, nicht nur als ständiger Begleiter von Trainingseinheiten und Spielen, sondern auch schon früher. Von 2007 bis 2014 war er in der Jugendabteilung des VfL Co-Trainer an der Seite von Daniel Thioune. Ab 2012 kam die Arbeit als Zeugwart hinzu. „Irgendwann waren die Aufgaben zeitlich nicht mehr zu vereinbaren“, erinnert sich Richter. Für Thioune ging die Trainerkarriere weiter, aber auch mit dessen neuem Amt hat sich nicht alles verändert. „Er ist so, wie er früher auch war“, sagt Richter. „Er hat seine Vorstellungen, aber das, was er von uns verlangt, lebt er selbst vor“ – natürlich auch, wenn es darum geht, die Wäsche pünktlich abzuliefern.

Trainingslager kommen und gehen, die Flugangst bleibt

Nur eins wird Richter nicht erspart bleiben. Die Rückreise am Sonntag im Flugzeug. „Der Rückflug im vergangenen Jahr aus Spanien war sehr holprig mit vielen Turbulenzen und einer unruhigen Landung“, erinnert er sich, „da steigt man beim nächsten Mal mit einem anderen Gefühl in den Flieger. Aber 50 Prozent haben wir ja schon mal geschafft.“ Die ganze andere Arbeit im Trainingslager war dagegen ein Leichtes.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN