Türkischer Erstligist Rizespor kontert stark VfL Osnabrück im ersten Test: Mit den eigenen Mitteln geschlagen

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Im entscheidenden Moment oft geklärt: Rizespor-Kapitän Orhan köpft den Ball vor dem hereinfliegenden Marcos Álvarez aus der Gefahrenzone. Fotos: osnapix/Michael TitgemeyerIm entscheidenden Moment oft geklärt: Rizespor-Kapitän Orhan köpft den Ball vor dem hereinfliegenden Marcos Álvarez aus der Gefahrenzone. Fotos: osnapix/Michael Titgemeyer   

Belek. Das Ergebnis ist in Fußball-Testspielen oft nachrangig – vor allem, wenn sie zu einem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung stattfinden. Trotzdem haderte Trainer Daniel Thioune mit dem 1:2 seines VfL Osnabrück gegen Çaykur Rizespor: „Es war mehr drin.“

Einige Prinzipien gelten immer. „Wir verlieren nicht so gerne“, sagte Daniel Thioune. Zuletzt war der VfL am 12. Oktober mit dem Gefühl einer Niederlage vom Feld gegangen. Im Test gegen Werder Bremen hatte es ebenfalls ein 1:2 gegeben.

Die Bilder zum Spiel:

Über die Niederlage im ersten Testspiel des Jahres 2019 hätte der Trainer vielleicht einfacher hinwegsehen können, wenn der türkische Erstligist den Tabellenführer der deutschen 3. Liga nicht ausgerechnet mit dessen eigenen Mitteln geschlagen hätte. Anderthalb Tage lang hat der VfL im Trainingslager in Belek daran gearbeitet, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. „Das, was wir trainiert haben, hat der Gegner perfekt umgesetzt“, erkannte Thioune neidlos an.

Das Zeugnis für sein Team der ersten Halbzeit fiel vor allem in der Defensivarbeit schwächer aus: „Wir haben Fehler gemacht, die zu leichten Gegentoren geführt haben.“

Bei den Gegentoren von Vedat Muriqi (links) und Mustafa Saymak (rechts) fehlte die Gegenwehr des VfL, die Ulrich Taffertshofer in dieser Szene bot.


Erst leitete ein Ballverlust von Alexander Dercho einen Konter ein. Im Fünfmeterraum war Vedat Muriqi der dankbare Abnehmer zum 0:1 (6.). Später beschwerte sich Kapitän Marc Heider noch lautstark beim Linienrichter über ein Handspiel von Torwart Cihan Topaloglu außerhalb des Strafraums, als Rizespor schon in den Angriffsmodus gewechselt war. Mustafa Saymak erhöhte (19.). „Der Gegner hatte zu viele Räume“, monierte Thioune auch, dass sein Team zweimal nur Geleitschutz bot.

„Es ist echt bitter, wenn du so ins Spiel kommst“, war Philipp Kühn enttäuscht. 90 Minuten spielte der Torhüter durch. „Defensiv war das ordentlich – bis auf die zwei Konter. Und wir müssen unsere Konter einfach besser ausspielen“, sagte er.

Zwischen und nach den Gegentoren verzeichneten auch die Lila-Weißen Offensivmomente. Einige Abschlüsse kamen dabei heraus, ein paar Ecken und Flanken – aber eben nichts Zählbares. Ein Freistoß von Maurice Trapp strich Zentimeter am Pfosten vorbei (39.). Marcos Álvarez scheiterte mit einem abgefälschten Schuss am Rizespor-Keeper (40.) – die besten Gelegenheiten vor der Pause.


„Es war ein ganz guter erster Test, aber wir haben gesehen, woran man noch arbeiten kann“, räumte Winter-Zugang Benjamin Girth ein. Der Stürmer bekam in seinen ersten 45 Minuten im VfL-Trikot nur wenige Chancen, sich auszuzeichnen. „Bei ihm ist sicherlich noch ein bisschen Anpassungszeit vonnöten“, sagte Thioune.

Ein kompletter Wechsel der Feldspieler erforderte nach dem Seitenwechsel eine erneute Findungsphase. „In der zweiten Halbzeit haben wir seriöser von hinten herausgespielt, aber wir hatten nicht so viele Torchancen. Der letzte saubere Pass hat gefehlt“, analysierte der Trainer. Dass auch der VfL zielstrebig nach vorne spielen kann, zeigte die Nachspielzeit. Adam Sušac gewann ein Kopfballduell. Dann ging es schnell über Luca Pfeiffer und Etienne Amenyido. „Es freut mich natürlich, dass ich getroffen habe“, sagte Torschütze Sebastian Klaas, „aber wir hätten noch ein, zwei Tore mehr machen können. Für den ersten Test des Jahres war es okay. Zufrieden können wir mit dem Ergebnis aber nicht sein.“

Nur Ergebniskosmetik: Torschütze Sebastian Klaas (rechts) klatscht nach dem 1:2 mit David Blacha ab.


Punkte gibt es in der Vorbereitung zwar nicht zu verlieren, aber auch in den Testspielen werden „die kleinen Fehler knallhart bestraft“, wie Kühn weiß. „In der Liga wird das dann genauso sein“, warnt Thioune, und bis zum ersten Punktspiel sind es nur noch 16 Tage. Dann würde der Trainer vielleicht sogar über taktische Unzulänglichkeiten hinwegsehen – solange das Ergebnis stimmt. „Ich gewinne lieber, als dass ich verliere“, sagte Thioune. Das gilt auch für Testspiele.


Statistik

VfL, 1. Halbzeit: Kühn – Agu, Schiller, Trapp, Dercho – Riemann, Danneberg, Taffertshofer, Heider – Girth, Álvarez.

VfL, 2. Halbzeit: Kühn – Renneke, Sušac, Engel, Tigges – Amenyido, Blacha, Krasniqi, Farrona Pulido – Klaas, Pfeiffer.

Tore: 1:0 Muriqi (6.), 2:0 Saymak (19.), 2:1 Klaas (90.+1).

Zuschauer: Rund 80 im Rixos Premium Hotel.

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