Ein Monat Zuschauer: Anfangs war ich sauer VfL-Profi Taffertshofer: Der „Sheriff“ sorgt wieder für Ordnung

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Kaputt aber glücklich: VfL-Profi Ulrich Taffertshofer in Rostock. Foto: osnapix/Michael TitgemeyerKaputt aber glücklich: VfL-Profi Ulrich Taffertshofer in Rostock. Foto: osnapix/Michael Titgemeyer 

Rostock. Einen ganzen Monat lang hat er dem VfL Osnabrück gefehlt. Bis zu seinem Muskelfaserriss Ende Oktober war Ulrich Taffertshofer Anführer im Mittelfeld und kongenialer Partner von David Blacha. Jetzt ist der „Sheriff“ wieder zurück. Und er hat noch einiges vor.

„Puh, ja, die Waden spüre ich heute schon ganz schön – beide“, sagt Taffertshofer und lacht: „Aber das war es wert. Das hat richtig Spaß gemacht, mal wieder mit den Jungs 90 Minuten lang auf dem Platz zu stehen. Das war ein schönes Gefühl.“

Ganz leicht getrübt wurde es durch den Rostocker Ausgleich und die Nachspielzeit. Schon da bereiteten dem laufstarken Mittelfeldspieler die Waden erste Probleme. „Es war ein intensives Spiel. Das habe ich am Ende gemerkt, da hatte ich Krämpfe“, berichtet er nach dem 1:1 bei Hansa Rostock: „Auswechseln ging nicht mehr. Egal. Da muss man durch.“

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So wie durch den einen Monat Zwangspause. Ende Oktober verletzte sich der 26-Jährige am Oberschenkel. Muskelfaserriss. Auch noch im Training zugezogen ohne Fremdeinwirkung. Bei einem Sprint im Schnelligkeitstraining. Ärgerlich.

Danach war vor allem eines gefragt: Geduld. Hat der Bayer denn so viel davon? „Eigentlich nicht“, sagt Taffertshofer leicht amüsiert. Dann wird er wieder etwas ernster. „Wenn man verletzt ist, dann lernt man Geduld – zwangsweise. Am Anfang ist man noch richtig sauer, dass man zuschauen muss.“

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Oft war das bei ihm noch nicht der Fall. Vergangene Saison verpasste er eine Partie mit der Spielvereinigung Unterhaching wegen muskulärer Probleme. In den beiden Jahren zuvor stoppten ihn eine Oberschenkelzerrung (vier Spiele Pause) und eine Gehirnerschütterung (zwei).

Auch beim VfL war er bis dahin Mister Zuverlässig. Als einziger Spieler im Kader des VfL verpasste er bis zu seiner Verletzungspause keine Pflichtspielminute – weder in der 3. Liga noch im NFV-Pokal.

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„Wir wissen gar nicht, wie wir ohne Uli funktionieren“, sagt Trainer Daniel Thioune damals. Es ging auch ohne den „Sheriff“, wie Mitspieler und Fans den 26-Jährigen nennen. Aber noch besser, das befindet zumindest sein Partner im Mittelfeld, läuft es mit ihm. „Es ist schön, dass er wieder da ist, weil es die Qualität in unserem Team erhöht“, sagt David Blacha und erklärt: „Wir wissen, wie wir laufen und wie wir ticken. Der eine läuft für den anderen gerne einen Meter mit. Darauf kann man sich verlassen.“

Dass in Rostock noch nicht alles wieder auf Anhieb klappte, war beiden bewusst. „Wir haben im Zentrum den ein oder anderen Fehler zu viel gemacht und damit Konter von Hansa ermöglicht“, gesteht Blacha. Und Taffertshofer fügt auf seine Leistung angesprochen an: „Den ein oder anderen Ballverlust hatte ich dabei, der mir sonst so vielleicht nicht passiert. Man hat schon gemerkt, dass die Spielpraxis gefehlt hat.“


Doch das wird sich wieder eingrooven. Davon ist der 26-Jährige ebenso überzeugt wie von der Meinung, dass der VfL in den letzten beiden Spielen der Rückrunde noch punkten wird. „Gegen Wehen Wiesbaden wollen wir den Fans einen Heimsieg schenken. Denn den haben sie sich absolut verdient“, sagt Taffertshofer. Danach geht es nach Unterhaching in die alte Heimat. „Das wird ein besonderes Spiel“, sagt der Mittelfeldspieler. Gut, dass er da nicht mehr zuschauen muss.


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