Vor Duell seiner Ex-Vereine aus Rostock und Osnabrück Ex-VfL-Stürmer Savran: Am Ende sollen Hansa und der VfL oben stehen

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Scheute keinen Zweikampf: Halil Savran als Ex-Kapitän des VfL Osnabrück, hier im Duell mit Matthias Henn (Rostock) Foto: imago/objectivoScheute keinen Zweikampf: Halil Savran als Ex-Kapitän des VfL Osnabrück, hier im Duell mit Matthias Henn (Rostock) Foto: imago/objectivo

Osnabrück. Der ehemalige Stürmer Halil Savran ist bei Hansa Rostock und beim VfL Osnabrück in bester Erinnerung. Der Ex-Profi ist somit der perfekte Experte für das Montagsspiel der 3. Liga zwischen dem FC Hansa und dem VfL Osnabrück.

Zwei Jahre bei Hansa Rostock (2013 bis 2015) und anschließend drei Jahre beim VfL Osnabrück – einen passenderen Experten für das Spiel am Montag zwischen beiden Clubs im Rostocker Ostseestadion (19 Uhr) gibt es nicht. Die Rede ist von Halil Savran, der für den Ostseeclub in 55 Drittligaspielen 14 Tore und neun Vorlagen verbuchte und für die Lila-Weißen in 59 Drittliga-Duelle bei elf Vorlagen 15-fach traf und in neun Pokalspielen sechsfach einnetzte. 

Seine Fußballschuhe musste der Mittelstürmer aufgrund von Verletzungsproblemen mittlerweile an den Nagel hängen, doch die Szene verfolgt er immer noch sehr aufmerksam und ist ihr auch nach der aktiven Karriere gewissermaßen treu geblieben. „Ich absolviere gerade eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei der Firma Alpha Sports. Dabei kümmere ich mich um Profisportler und helfe ihnen, sich richtig abzusichern. So bleibe ich dem Fußball doch irgendwie erhalten. Es macht großen Spaß und war ein guter Absprung für mich. So hatte ich einen nahtlosen Übergang“, sagt der 33-Jährige, der im Mai 2020 mit seiner Ausbildung fertig sein wird.

„Mit meinen fußballerischen Möglichkeiten habe ich eine super Karriere hingelegt."Halil Savran

Savran kann auf eine tolle Profi-Karriere zurückblicken und ist sich bei seinen Stationen Dynamo Dresden, Union Berlin, Erzgebirge Aue, Hansa Rostock und zum Ende beim VfL Osnabrück stets treu geblieben. Er war ein Kicker, der auf dem Feld zwar aneckte und den jeder Fan am liebsten in seiner Mannschaft gehabt hätte, doch neben dem Feld gab er sich bodenständig und fannah. „Mit meinen fußballerischen Möglichkeiten habe ich eine super Karriere hingelegt. Darauf bin ich auch stolz. Ich habe immer bei Traditionsvereinen gespielt vor relativ vielen Zuschauern. So habe ich von den Fans auch immer eine Menge mitbekommen. Egal, weshalb ich bei den Vereinen auch gegangen bin, wir waren immer offen und ehrlich, konnten uns in die Augen schauen“, sagt Halil Savran, den zwei Knorpelschäden letztlich in die „Knie“ zwangen: „Den letzten hatte ich mir im Übrigen im Oktober 2017 im Abschlusstraining des VfL Osnabrück vor dem Spiel bei Hansa Rostock zugezogen. Am Ende war klar, dass meine Knie der Belastung des Profifußballs nicht mehr gerecht werden würden. Momentan ist alles soweit okay. Mal schauen, wie es in zehn oder 15 Jahren ist.“

Ex-Profi will keine Prognose für Duell abgeben

Für Montagabend möchte Savran keine Prognose abgeben, wünscht sich allerdings, „dass am Saisonende beide Vereine oben stehen“. Der Kontakt sei zu beiden Clubs nie abgerissen, wenngleich er zum VfL aufgrund der jüngeren Vergangenheit noch intensiver sei. „Ich habe mit einigen Spielern ja noch zusammengespielt und auch unter Daniel Thioune. Er ist ein sehr akribischer Trainer, der auf jedes Detail achtet. In seiner Anfangszeit hatte er es nicht einfach, weil er in einer schwierigen Phase gekommen ist. Mittlerweile haben die Jungs aber verstanden, wie er Fußball spielen lassen möchte, und haben auch in der Sommervorbereitung gut gearbeitet. Wenn man nach 16 Spielen auf Platz eins der Tabelle steht, ist das auch kein Zufall mehr. Der VfL macht einen sehr stabilen Eindruck und vermittelt neben Selbstbewusstsein auch das nötige Selbstverständnis. Die Mannschaft kann im Grunde nichts erschüttern, und selbst bei Rückschlägen weiß sie, dass sie zurückkommen kann. Das hat sie in dieser Saison auch schon mehrfach unter Beweis gestellt“, so die Einschätzung von Halil Savran.

Savran: Hansa fehlt nötige Konstanz

Dem FC Hansa fehle momentan noch ein bisschen die nötige Konstanz, meint der ehemalige Angreifer. Dennoch ist der Club unter Trainer Pavel Dotchev auf dem richtigen Weg. „Seit er in Rostock ist, hat sich der Verein immer weiter nach oben orientiert und sich stetig entwickelt. Hansa hat eine starke Mannschaft, die auch oben mitspielen kann. Die Qualität ist in jedem Fall vorhanden. Sie haben es auch schon gezeigt, wenngleich es jetzt einen Dämpfer in Lotte gab (0:1 – d. Red.). Damit es für ganz vorne reicht, muss alles passen. Da braucht man auch das nötige Quäntchen Glück“, so Savran, der es aber gut findet, dass der Verein seine Ambitionen klar äußert: „Es ist mutig, wenn ein Club Flagge zeigt. Und letztlich geht es nicht darum, vom ersten bis zum 38. Spieltag oben zu sein, sondern am Ende. Wenn Hansa in der Rückrunde eine Serie startet, dann rutscht man ganz schnell vorne rein. Und ohne dass ich jetzt genau geschaut habe, würde ich sagen, dass vielleicht 14 oder 15 von den 20 Vereinen der 3. Liga gerne in die 2. Bundesliga wollen.“

Ob er am Montag ins Ostseestadion kommt, weiß Halil Savran noch nicht. „Das entscheide ich kurzfristig. Im Fernsehen oder Internet werde ich das Spiel jedoch in jedem Fall verfolgen.“

Zur Person

Halil Savran
Der Ex-Profi lebt mit seiner Frau Judith und den beiden Kindern (acht und vier Jahre alt) in Berlin. Die Hauptstadt war während seiner Karriere auch der Lebensmittelpunkt. „Ich hatte zwar immer bei meinen Stationen eine kleine Wohnung, bin aber so oft es ging, nach Berlin gependelt“, sagt Halil Savran, dessen Frau als Krankenschwester arbeitet: „Es war nicht immer alles so leicht für sie. Jetzt bin ich froh, dass ich beruflich in Berlin etwas gefunden habe und mehr Zeit mit der Familie verbringen kann.“





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