19-Jähriger reift zur Stammkraft heran VfL-Nachwuchsprofi Agu hat keine Angst vor großen Namen

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Keine Angst vor großen Namen: Felix Agu (rechts) vom VfL Osnabrück behauptete sich zuletzt gegen den erfahrenen Maximilian Beister vom KFC Uerdingen. Foto: imago/Noah WedelKeine Angst vor großen Namen: Felix Agu (rechts) vom VfL Osnabrück behauptete sich zuletzt gegen den erfahrenen Maximilian Beister vom KFC Uerdingen. Foto: imago/Noah Wedel

Osnabrück. Nach dem Eigentor gegen Braunschweig verpasste sich Felix Agu erst mal selbst einen Maulkorb. Jetzt spricht der 19-jährige Nachwuchsprofi des VfL Osnabrück wieder: Über den Konkurrenzkampf mit Alexander Dercho, Duelle mit erfahrenen Spielern wie Maximilian Beister – und, ja, auch über das Missgeschick in Braunschweig.

Nach dem 4:3-Sieg in Braunschweig verpasste sich Felix Agu erst mal selbst einen Maulkorb – nicht nur wegen seines Eigentores. „Ich war nicht zufrieden mit meiner Leistung. Ich habe meine Seite nicht so zugekriegt, wie man sich das als Verteidiger wünscht“, sagt er. Das Eigentor zum 0:1 war auch danach noch „einige Tage im Kopf. Mittlerweile ist das abgehakt, ich versuche, es zu vergessen.“

Große Namen können ihn nicht schrecken

Der 2:1-Sieg am Montag gegen Uerdingen hat seinen Teil dazu beigetragen. Agus Gegenspieler hieß Maximilian Beister, neun Jahre älter und um die Erfahrung von 47 Bundesliga- und 67 Zweitligaspielen reicher. „Ein abgezockter Spieler“, räumt der Osnabrücker ein, der trotzdem nicht in Ehrfurcht erstarrte. „Es ist ein großer Name, aber man spielt so wie gegen jeden anderen Gegenspieler.“

Sein Debüt in der 3. Fußball-Liga gab Felix Agu in der Saison 2017/18 im Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena (rechts: Maximilian Wolfram). Foto: imago/osnapix

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Punktsieger gegen erfahrenen Beister

Das Duell ging an Agu: Beister foulte ihn im Laufduell und sah Gelb-Rot, die Schlüsselszene des Spiels. Agu versprüht deshalb keine Genugtuung. Überhaupt wirkt er eher zurückhaltend bis brav. Zufrieden war er mit seinem Spiel trotzdem: „Außer dem Gegentor, wo Uerdingen aus einer Chance ein Tor macht, haben wir nicht viel zugelassen.“ 

"Man spielt da, wo man spielen darf"

Dabei spielt Agu nicht auf seiner Stammposition. Eigentlich war er als Vertreter von Rechtsverteidiger Bashkim Renneke eingeplant, aber dann fielen Alexander Dercho und Konstantin Engel aus – und Agu sprang auf der linken Abwehrseite ein. Die Position kannte er schon aus der Jugend. „Ich fühle mich rechts etwas wohler, aber man spielt da, wo man spielen darf“, sagt er bescheiden und weiß: Auch vier Startelfeinsätze und zwei Torvorlagen sind keine Stammplatzgarantie. 

"Felix ist erst 19 Jahre alt, er entwickelt sich"Daniel Thioune, VfL-Trainer

„Felix hat seine Aufgabe wieder richtig gut erfüllt“, urteilte VfL-Trainer Daniel Thioune nach dem Uerdingen-Spiel. Er ist allerdings auch in gewohnter Sachlichkeit bemüht, die Erwartungen an den Nachwuchsspieler nicht zu groß werden zu lassen: „Felix ist erst 19 Jahre alt. Er entwickelt sich. Es ist schwierig für ihn, auf dem falschen Fuß zu spielen. Manchmal muss er noch ein bisschen cleverer agieren, wenn lange Bälle kommen.“ 

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Thioune und Polzin waren schon in der Jugend seine Trainer

Die sportlichen Führungskräfte der Lila-Weißen wussten, worauf sie sich einließen, als sie Agu nach dem Abitur im Frühjahr einen Profivertrag anboten: Thioune kennt ihn seit der U 17, Co-Trainer Merlin Polzin schon aus der U 16. 2010 war das Talent vom Osnabrücker SC in die Jugend des VfL gewechselt. „Ich spüre großes Vertrauen und wurde länger darauf vorbereitet, einen Einsatz zu bekommen“, sagt Agu.

Felix Agu (Mitte) im Duell mit Kaiserslauterns Theodor Bermgann. Foto: imago/pmk

Nebenmann Trapp gibt Sicherheit

Auch auf dem Platz wird er nicht alleingelassen. Innenverteidiger Maurice Trapp, sein Nebenmann in der Viererkette, „redet viel mit mir. Das gibt mir viel Sicherheit und macht es für mich deutlich einfacher.“ Auch der aktuelle Erfolgslauf der Lila-Weißen ist für die Integration hilfreich. Die Stimmung im Team sei besser als in der vergangenen Saison, als Agu in der Schlussphase seine ersten Schritte auf dem Rasen der 3. Liga absolvierte.

"Ich muss zeigen, dass ich meine Spielzeit verdiene"Felix Agu, 19-jähriger VfL-Profi

Dort steht er jetzt regelmäßig. Stimmen, dass Alexander Dercho es nach seiner Verletzung schwer haben dürfte, den Jungspund wieder aus der Startelf zu verdrängen, nimmt der 19-Jährige nicht zu wichtig. „Es ist schön zu hören, wenn die Leute meine Leistung anerkennen. Es kann aber genauso schnell in die andere Richtung gehen, wenn man mal ein nicht so gutes Spiel zeigt“, ahnt Agu. Zurücklehnen will er sich nicht. „Ich möchte so viel Spielzeit haben, wie es geht. Das geht nur über Leistung.“

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Keine Angst vorm Konkurrenzkampf

Zu Dercho hat er einen guten Kontakt. „Er hat viel Erfahrung und Qualität. Ich frage ihn auch schon mal, und er gibt mir gute Tipps“, sagt Agu mit Respekt vor dem 31-Jährigen. Den Konkurrenzkampf scheut er trotzdem nicht. „Es liegt an uns, die Leistung zu bringen. Dann ist es eine Entscheidung des Trainers, wer spielt“, sagt Agu. „Ich muss zeigen, dass ich meine Spielzeit verdiene. Das liegt allein an mir.“ Den Platz in der Startelf hat er nicht geschenkt bekommen. Jetzt will er ihn nicht so schnell wieder abgeben – bei aller Bescheidenheit.


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