Acht Tore und vier Vorlagen VfL-Garant Álvarez wurde im Urlaub fit gemacht vom Kapitän

Von Harald Pistorius

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Aktuell in bestechender Form: VfL-Stürmer Marcos Álvarez. Foto: Helmut KemmeAktuell in bestechender Form: VfL-Stürmer Marcos Álvarez. Foto: Helmut Kemme 

Osnabrück. Der Mann hat für den Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück acht Tore erzielt und vier vorbereitet, er strotzt vor Selbstvertrauen. Wenn man von Marcos Álvarez erzählen will, sollte man mit einem seiner spektakuklären Offensivmomente beginnen.

Doch für den neuen Álvarez steht eher eine Szene wie die aus der Schlussphase des Spiels in Braunschweig. 4:3 führte der VfL, doch am Ende stand das Team unter Druck. Wie Álvarez bei dieser Abwehrschlacht zurücksprintete, sich im VfL- Strafraum in die Zweikämpfe warf und alles gab für das Team – das beeindruckte.

Der kleine Prinz

Als es geschafft war, rutschte „Alva“ kniend auf die Fankurve zu, die Arme ausgebreitet und auf das VfL-Wappen zeigend. Auch das hatte was, Álvarez liebt die Bühne, die ihm der Fußball bietet. Der Deutsch-Spanier ist ein Meister der großen Gesten und der kessen Sprüche, ein extrovertierter Typ. Und ein Schlitzohr: Am Tag nach dem Sieg in Braunschweig klagte er über wunde Knie, Folge der Rutschtour zu den Fans, und wollte im Training pausieren. Trainer Daniel Thioune winkte lächelnd ab, „Alva“ musste auf den Platz wie alle anderen. Thioune weiß ihn zu nehmen, und wenn er ihn gelegentlich „Mein kleiner Prinz“ nennt, dann schwingt da vor allem Sympathie mit.

Im Video: Àlvarez über Fitness, Fangesänge und Real Madrid

Großes Talent in der Jugend

Ein großes Talent war Álvarez immer schon: In der Jugend und als Youngster im Profikader von Eintracht Frankfurt, in den U-Mannschaften des DFB und als Jungprofi bei Kickers Stuttgart. Doch der Durchbruch ließ auf sich warten – Verletzungen warfen ihn zurück, aber es fehlte ihm die letzte Ernsthaftigkeit. Auch bei seinem ersten Stopp in Osnabrück (2014 bis 2016) deutete er seine Möglichkeiten an, ohne sie auszuschöpfen.

Nach der letzten Saison nahm Thioune seinen Torjäger zur Seite und kündigte ihm ein Dasein auf der Reservebank oder der Tribüne an: „Ändere was – oder ich kann dich nicht gebrauchen.“ Álvarez erinnert sich: „Das war eine ganz klare Ansage.“

Wasser mit Zitrone

Im Familienurlaub mit Teamkapitän Marc Heider begann das neue Leben: Der für seine Professionalität bekannte Sturmkollege setzte „Alva“ auf Diät, strich die Cola und startete ein Fitnessprogramm. „Morgens Laufen, nachmittags Schwimmen, der hat mich ganz schön getriezt. Und trinken musste ich Wasser mit Zitrone…“, sagt Álvarez lächelnd. 

Er ist, das darf man sagen, fit wie nie und in der Form seines Lebens. Obwohl: Er ist erst 27, die besten Jahre kommen ja noch.


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