Erster Erfolg in Braunschweig seit 58 Jahren Grandioser 4:3-Sieg des VfL Osnabrück in einem Klassespiel

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Braunschweig. Was für ein Spiel, was für Sieg: Mit einem grandiosen 4:3 bei Eintracht Braunschweig hat der VfL Osnabrück eine fettes Rufzeichen hinter den bisherigen Saisonverlauf gesetzt. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune feierte in einem rassigen, temporeichen und bis zuletzt spannendem Niedersachsenderby einen ganz besonderen Erfolg.

Bewertung & Blitz-Analyse

In einem herausragenden Drittligaspiel ließ sich der VfL Osnabrück auch von zwei Rückständen nicht aus der Bahn werfen. Die Mannschaft belohnte sich mit dem am Ende sicher auch glücklichen Sieg in diesem Schlüsselspiel gegen den Zweitliga-Absteiger für ihr mutiges Auftreten und eine großartige Teamleistung. Für den Reifeprozess dieser Mannschaft kann das ein Meilenstein sein. (Der Liveticker zum Spiel) 

Video: Spielerstimmen zum Sieg in Braunschweig

Lage & Ausblick

Mit dem dritten Auswärtssieg hat der VfL sich die Tabellenführung schon vor dem Ende des 13. Spieltags gesichert. Die Verfolger Preußen Münster (beim SV Meppen) und KFC Uerdingen (gegen die Sportfreunde Lotte) können den Abstand auf die Osnabrücker mit Siegen auf einen Punkt verkürzen. Seit der ersten und bislang einzigen Niederlage am 15. September (0:1 gegen den Karlsruher SC) hat der VfL nun sechs Spiele ungeschlagen überstanden. 

Personal & Taktik

Zwei Änderungen nahm Trainer Daniel Thioune vor: Für Schiller kehrte Agu zurück, besetzte die linke Außenbahn, so dass der VfL mit der in den meisten Spielen bewährten Innenverteidigung Susac/Trapp auflief. Für Tigges kam Farrona Pulido zurück in die Startelf, die im 4-2-3-1 antrat. Eintracht-Trainer Schubert begann mit einer Dreier/Fünferkette in der Defensive, setzte vorn auf drei klassische Spitzen. 


Tore & Schlüsselszenen

Ohne jede Anlaufphase war das Niedersachsenderby auf Betriebstemperatur, ein Schuss des Ex-VfL-Jugendspieler Kijewski zwang Körber in der zweiten Minute zur ersten Parade. Dann rückte Agu in den Mittelpunkt: Nach einem Klassepass von Farroina Pulido stand der 19-Jährige frei vor Kruse, blieb am Eintracht-Torwart hängen. In der 17. Minute stand Agu am Ende einer Osnabrücker Fehlerkette: Trapps Fehlpass eröffnete den Eintracht-Konter, Susac kam zu spät gegen Putaro, dessen Flanke Agu unglücklich aus vier Metern ins Tor drückte - ein Eigentor beendete nach 735 Minuten die Serie von Körber. 

Es dauerte genau 86 Sekunden bis zum Ausgleich - es war ein Eigentor von Valsvik, doch es war Agu, der den Treffer nach einem erneuten Traumpass von Farrona Pulido mit seiner Hereingabe von links erzwang: 1:1 nach 19 Minuten, und es gab keine Gelegenheit zum Durchschnaufen. 

Vor allem nicht für den VfL, der sich gegen anhaltenden Druck der vom schnellen Ausgleich unbeeindruckten Braunschweiger mit allen Mitteln wehren musste. Der erneute Rückstand kündigte sich an: Zunächst klärte Taffertshofer bei einem Schuss von Putaro gerade noch zur Ecke (37.), dann traf der Braunschweiger im Nachschuss aus kurzer Distanz. 

Aber der VfL schlug erneut zurück, mit einem wunderbar herausgespielten Treffer: Ouahim spielte aus dem Zentrum nach rechts, Renneke überspielte mit seinem Pass nach innen die gesamte Eintracht-Abwehr, so dass Heider in typischer Manier den Ball ins Tor grätschte (40.) - es war das zweite Saisontor des Kapitäns. 

Die zweite Halbzeit war noch keine drei Minuten alt, da ging der VfL erstmals in Führung: Im Strafraumduell mit Fürstner ging Alvarez zu Boden, Schiedsrichter Müller zeigte auf den Punkt - eine streitbare Entscheidung. Alvarez war´s egal: Der VfL-Torjäger verwandelte eiskalt, flach ins linke Eck. 

Und ließ Saisontor Nummer 7 folgen: Nach einem Zuspiel des eingewechselten Danneberg narrte er die Eintracht-Abwehr und traf flach ins lange Eck  - der VfL führte 4:2, und jetzt zeigte die Eintracht Trefferwirkung. Doch der Zweitliga-Absteiger zeigte Moral und gab nicht auf. Als der eingewechselte Janzer in der 83. Minute zum 3:4 traf, war das der Auftakt zu einer elfminütigen Schlussphase, die dem VfL in der Defensive noch einmal alles abverlangte.

Fazit & Ausblick

Der VfL bleibt auch nach dem 13. Spieltag Spitzenreiter, das nächste Heimspiel findet am Montag (5. November, 19 Uhr) statt, Gast an der Bremer Brücke ist der hochgerüstete Aufsteiger KFC Uerdingen. Danach geht es am 10. November (Samstag, 14 Uhr) zum VfR Aalen. 



Eintracht Braunschweig - VfL Osnabrück 3:4 (2:2)

Braunschweig: Kruse - Nkansah (ab 85. Becker), Burmeister, Valsvik - Sauerland, Fürstner (ab 84. Fejzullahu), Jonas, Kijewski - Bulut Hofmann, Putaro (ab 71. Janzer). 

Osnabrück: Körber – Renneke, Susac, Trapp, Agu – Taffertshofer, Blacha – Heider (ab 86. Schiller), Ouahim (ab 46. Danneberg), Farrona Pulido (ab 73. Tigges) – Alvarez.

Auf der Bank:  Kühn (Tor), Dercho, Pfeiffer, Amenyido.

Tore: 1:0 Agu (17., Eigentor nach Linksflanke von Putaro), 1:1 Vaslvik (19., Eigentor, nach Linksflanke von Agu), 2:1 Putaro (38., mit dem linken Fuß im Nachschuss aus fünf Metern), 2:2 Heider (40., Linksschuss aus kurzer Distanz nach Vorarbeit von Ouahim und Renneke), 2:3 Alvarez (48., Elfmeter nach Foul von Fürstner an Alvarez), 2:4 Alvarez (50., Flachschuss ins lange Eck), 3:4 Janzer (83., flach ins kurze Eck nach einem Fehler von Trapp).

Gelbe Karten: Thorsen, Kijewski, Körber, Blacha, Jona, Burmeister

Zuschauer: 18 455, davon über 2000 Lila-Weiße..

Schiedsrichter: Müller (Löchgau)

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