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Testspiel in Ahlerstedt Viele Tore, viele Baustellen: VfL Osnabrück verliert 3:6 gegen Holstein Kiel

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Im ersten Durchgang war der VfL um Alexander Riemann (Bildmitte) zu weit weg von den Gegenspielern.Im ersten Durchgang war der VfL um Alexander Riemann (Bildmitte) zu weit weg von den Gegenspielern. 

Ahlerstedt. Zweites hochkarätiges Testspiel innerhalb von 17 Stunden für den VfL Osnabrück – die zweite hohe Pleite mit einer Leistungssteigerung vermieden: Nach dem 0:6 gegen Borussia Dortmund folgte am Freitagmittag in Ahlerstedt ein 3:6 gegen Zweitligist Holstein Kiel.

Kiel-Trainer Tim Walter gab im Testspiel vorwiegend Akteuren wie dem Ex-Osnabrücker Dominic Peitz oder dem Ex-SV-Meppen-Torjäger Benjamin Girth eine Chance, die zuletzt nicht zur Stammelf in der 2. Bundesliga zählten. Seine Premiere im Holstein-Trikot feierte Masaya Okuyawa, Neuverpflichtung aus Japan. Nicht dabei waren Mittelfeldspieler Jae-Sung Lee (Nationalmannschaft Südkorea), die Offensivkräfte Aaron Seydel und Janni Serra (U21 Deutschland), Mathias Honsak (U21 Österreich) sowie der Ex-Münsteraner Innenverteidiger Dominik Schmidt (leichte Achillessehnenreizung). Dazu fehlte Ersatztorwart Dominick Reimann (private Gründe). (Der Liveticker zum Nachlesen...)

VfL-Trainer Daniel Thioune gab ähnlich wie beim 0:6 im Testspiel am Abend zuvor gegen Borussia Dortmund vielen Kräften Einsatzzeit. Gefehlt haben nur Alexander Dercho, Nils Körber (beide verletzt) und Kamer Krasniqi (U21 Kosovo), nicht zum Einsatz kamen der gegen den BVB 90 Minuten geforderte Maurice Trapp sowie Manuel Farrona Pulido und Tim Möller.

Die VfL-Auswahl des ersten Durchgangs hatte allerdings sofort massive Probleme mit dem frühen Pressing der Kieler, die Osnabrück in der Spieleröffnung sofort attackierten. Die Folge waren frühe Gegentore – zuerst ein Eigentor von Innenverteidiger Adam Susac, der unter Druck auf Torwart Philipp Kühn zurückspielen wollte, diesen jedoch verfehlte, dafür aber das lange Eck des eigenen Tores traf (5). Dann nach einem Fehlpass von Tim Danneberg, der mit dem Gegner im Rücken auf Felix Schiller zurückspielen wollte, aber genau zum Kieler Heinz Mörschel passte, der in aller Ruhe verwandeln konnte (13.). Dem dritten Tor ging ein Ballverlust von Marcos Alvarez gegen eine Vielzahl hart attackierender Kieler im Mittelkreis voraus – ein starker Durchsteck-Pass von Mörschel auf Torschütze Atakan Karazor reichte, um den aufgerückten Innenverteidiger vor dem Tor freizuspielen (19.). Das 4:0 besorgte Girth mit einem präzisen Abschluss aus 18 Metern kurz vor der Pause. "Wir haben denen teilweise naiv direkt ins Pressing reingespielt", erkannte Abwehrspieler Felix Schiller nach der Partie.

Kiel präsentierte sich in Durchgang eins handlungsschneller, spritziger, wacher und strukturierter in der Spielanlage. Osnabrück kam nicht in die Zweikämpfe und nur zu zwei Chancen vor der Pause: Alvarez traf aus 38 Metern nach einem krassen Fehler von Kronholm das Tor nicht, Marc Heider scheiterte mit einer Volley-Abnahme aus 16 Metern am Keeper der Kieler.

Im zweiten Durchgang auf einmal ein völlig anderes Bild: Der VfL hatte erkannt, wie hoch Holstein Kiel verteidigt – und wie viele Räume es gibt, wenn man die Bälle schneller in die Spitze bringt und dort behauptet. Dazu kam mit Anas Ouahim mehr Kreativität und mit UlrichTaffertshofer mehr Struktur ins Mittelfeld – und plötzlich hieß es nur noch 3:4! Erst traf Heider nach einem Karazor-Ballverlust, dann vollendete Tim Danneberg einen schönen Schnellangriff über Ouahim, Agu und Renneke. Richtig heiß wurde die Partie mit dem 3:4 durch Ouahim nach schöner Kombination über Renneke und Blacha. Für Diskussionen sorgte zudem in jener Phase die Tatsache, dass Schiedsrichter Henrik Bramlage aus Vechta dem VfL zwei Elfmeter (Fouls an Agu und Taffertshofer) nicht gab - in Situationen, in denen ein Pfiff wohl angebrachter gewesen wäre, als die Partie weiterlaufen zu lassen.

Nach dem 3:4 brachten die Kieler aber in Meffert, Dehm oder Schindler weitere etablierte Kräfte auf das Feld - und beruhigten die Partie. Der VfL konnte den zuvor hohen Druck nicht mehr aufrecht erhalten - und kassierte kurz  vor Schluss zwei weitere Gegentore zum 3:6-Endstand.

"In der ersten Halbzeit war es etwas wenig vom Gegner - da haben wir es gut ausgespielt und die Räume super besetzt. Nach der Pause habe ich viel gesehen, was wir verbessern müssen", sagte Kiels Trainer Tim Walter. "Man darf gegen Kiel verlieren - aber nicht so, wie wir uns in der ersten Hälfte präsentiert haben. Da wollte ich eine Reaktion sehen - und die habe ich gesehen", sagte VfL-Trainer Daniel Thioune. "Natürlich ist unsere Idee, von hinten rauszuspielen - aber wenn man sieht, dass es nicht funktioniert wie in Durchgang eins gegen Kiel, muss man eben auch den langen Ball wählen. Das haben wir nach der Pause besser gemacht- und uns dann auch gute Chancen erspielt", so Thioune.




Kiel:

Kronholm (46. Weiner) – Herrmann (65. Dehm), Karazor (65. Wahl), Thesker, van den Bergh (65. Mühling)- Peitz, Kinsombi - Okuyawa, Mörschel (65. Meffert), Lewerenz (60. Schindler)– Girth (84. Awuku)

VfL: Kühn - Renneke, Susac, Schiller, Agu (87. Rüschenschmidt) - Blacha – Riemann (46. Ouahim), Klaas (46. Taffertshofer), Danneberg (84. Pfeiffer), Heider (62. Tigges) – Alvarez (46. Amenyido)

Schiedsrichter: Henrik Bramlage (Vechta) , 

Gelbe Karten: Alvarez (VfL)

Tore: 0:1 Susac (5./Eigentor), 0:2 Mörschel (13.), 0:3 Karazor (19.), 0:4 Girth (40.), 1:4 Heider (54.), 2:4 Danneberg (62.), 3:4 Ouahim (68.) , 3:5 Schindler (86.) , 3:6 Meffert (89.).

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