Spätfolgen des CD-Projekts "Wir sind der VfL" VfL Osnabrück schuldet terre des hommes Spendengelder

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Großer PR-Aufschlag bei der offiziellen Präsentation der CD "Wir sind der VfL - der VfL ist Osnabrück" mit VfL-Torjäger Thomas Reichenberger (Mitte), Initiator Kalla Wefel (links) und einigen der beteiligten Musiker im April 2010. Foto: Helmut KemmeGroßer PR-Aufschlag bei der offiziellen Präsentation der CD "Wir sind der VfL - der VfL ist Osnabrück" mit VfL-Torjäger Thomas Reichenberger (Mitte), Initiator Kalla Wefel (links) und einigen der beteiligten Musiker im April 2010. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Der VfL Osnabrück ist dem Kinderhilfswerk terre des hommes einen Spendenbetrag schuldig. Das bestätigen sowohl der Fußball-Drittligist als auch die mit ihrer Bundesgeschäftsstelle in Osnabrück ansässige Organisation, nachdem die Initiatoren des Projekts an diesem Dienstag in einem Offenen Brief auf den Misstand aufmerksam gemacht haben. Nach deren Berechnung handelt es sich um einen Betrag von 10647,61 Euro.

Anfang 2010 hatten der Kabarettist Kalla Wefel und der Musiker Todor Todorovic das  Projekt ins Leben gerufen und mit Unterstützung des VfL umgesetzt. So entstand die CD "Wir sind der VfL - der VfL ist Osnabrück", für die etwa 300 Osnabrücker Musiker aller Stilrichtungen 25 Versionen der Vereinshymne "Wir sind alle ein Stück Osnabrück" einspielten.


Das Cover der 2010 erschienenen CD "Wir sind der VfL - der VfL ist Osnabrück" mit 25 Versionen der Vereinshymne "Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück", eingespielt von Osnabrücker Musikern, die auf ihre Gage zugunsten einer Spende an terre des hommes verzichteten. Foto: PR-Foto


 Alle Künstler und die Organisatoren engagierten sich ehrenamtlich, bekamen also keine Gage. Abzüglich der Produktionskosten sollte der Verkaufserlös an terre des hommes gehen. Die CD stieß auf großes Interesse, ein vergleichbares Projekt hatte es im deutschen Profifußball noch nicht gegeben. 

Erste Spende von 16200 Euro im August 2010 überreicht

Entsprechend stark war die Nachfrage, bei einem Verkaufspreis von zehn Euro. Im August 2010 überreichte der VfL vor dem Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern einen Scheck über 16217,93 Euro an terre des hommes. 




In dem offenen Brief machen Wefel und Todorovic eine detaillierte Rechnung auf über den Verkauf  von 5130 CDs, von denen 4500 über den VfL abgesetzt wurden. Danach ist ein Restbetrag über 10647,61 Euro offen. Laut Wefel und Todorovic habe der VfL bei einem "monatelangen Austausch" versucht, den Spendenerlös "möglichst kleinzurechnen". 

VfL-Stellungnahme: "Es wird zur Zahlung an tdh kommen"

Der VfL Osnabrück bestreitet den Kern des Vorgangs nicht und bestätigt in einer Stellungnahme: "Es ist völlig richtig, dass es offene Positionen aus dem Verkauf der CD gibt. Dies wurde vom VfL nie bestritten. Der VfL ist nach wie vor an einer Lösung interessiert und hat zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt, dass es zu einer entsprechenden Zahlung an terre des hommes kommen wird." Schließlich sei die Organisation ein "langjähriger Kooperationspartner".

Als Erklärung für die Verzögerung nennt der VfL die Tatsache, dass nur mit terre des hommes eine schriftliche Vereinbarung bestehe, von den damals auf Vereinsseite für das Projekt zuständigen Mitarbeitern niemand  mehr beim VfL sei und es zu einem Wechsel des Warenwirtschaftssystems gekommen sei: "Das verkompliziert die Rekonstruktion des Sachverhalts." 

tdh: "Keine Zweifel an der Zahlungsbereitschaft des VfL"

Die in Osnabrück ansässige Bundesgeschäftsstelle von terre des hommes hat aufgrund des Offenen Briefs den VfL um eine Stellungnahme gebeten. "Das hat uns der VfL umgehend zugesagt und deutlich gemacht, dass Zahlungen nie in Frage standen oder stehen." Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit sehe terre des hommes keinen Anlass, an der Bereitschaft des VfL zu zweifeln, "uns die uns zustehenden Spenden zukommen zu lassen." Auch der VfL verweist in seiner Stellungnahme auf das gute Verhältnis zu der Organisation, die er mit Autogrammstunden, Freundschaftsspielen und anderen Aktionen seit Jahren unterstützt. 

In ihrem Schreiben kritisieren Wefel und Todorovic auch, dass der VfL einen zweistelligen Restbestand der CD  in seinem online-Shop für einen Stückpreis von einem Euro anbot: "Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Beteiligten." Die Künstler kauften die damals noch verfügbaren 27 CDs, verkauften sie nach Darstellung der Vorgeschichte an VfL-Fans und spendeten den Erlös an terre des hommes. 


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