Späte Tore entscheiden die Spiele Die 3. Liga wird zur Last-Minute-Liga

Von Alexander Pestkowski

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Der VfL Osnabrück jubelt nach dem Abpfiff über den späten Ausgleich gegen 1860 München in der Nachspielzeit. Die Münchener Spieler stehen fassungslos daneben. Foto: KemmeDer VfL Osnabrück jubelt nach dem Abpfiff über den späten Ausgleich gegen 1860 München in der Nachspielzeit. Die Münchener Spieler stehen fassungslos daneben. Foto: Kemme

Osnabrück. Die Saison 2018/19 in der 3. Liga ist zwar erst vier Spieltage alt, trotzdem zeichnet sich bereits ein Last-Minute-Trend ab, der in den Stadien für Spannung bis zum Schlusspfiff sorgt.

Von den insgesamt 107 Toren an den ersten vier Spieltagen fielen 36 Tore, also rund ein Drittel (!), erst in der Schlussviertelstunde oder in der Nachspielzeit. Einige Teams erlebten besonders turbulente Partien, die erst in der Schlussphase ihren Sieger gefunden haben.


Die Grafik zeigt, zu welchem Zeitpunkt die Drittligisten in den bisherigen vier Spielen Tore erzielten beziehungsweise Gegentore kassierten.


SV Meppen: Unterschiedliche Gefühlswelten

In Unterzahl verteidigten die Meppener bis zur 93. Minute das 2:2 gegen den KFC Uerdingen, ehe sie sich dann doch mit 2:3 geschlagen geben mussten. Auch im Heimspiel gegen Osnabrück besiegelte ein Treffer in der Nachspielzeit die Niederlage. Groß war die Freude jedoch gegen den VfR Aalen, als die Meppener durch einen Treffer von Thilo Leugers in der 82. Minute spät den ersten Saisonsieg einfuhren.


Thilo Leugers dreht nach seinem 1:0-Siegtreffer gegen den VfR Aalen zum Jubeln ab. Foto: Eibner/Frank Wenzel


TSV 1860 München: Bittere Schlussminuten

Nur auf die ersten 75 Minuten der vier Spiele bezogen, liest sich die Bilanz der Münchner Löwen eindrucksvoll: Sechs Treffer stehen keinem einzigen Gegentor gegenüber. In den Schlussminuten kehrt bei den Fans von 1860 dann allerdings Ernüchterung ein, ein Tor selbst erzielt, fünf Gegentore bekommen. Am ersten Spieltag gegen Kaiserslautern fiel in der 86. Minute der Treffer zur 0:1-Pleite, gegen Uerdingen gar erst in der 93. Minute. Beim Unentschieden an der Bremer Brücke verspielte 1860 den Sieg und damit zwei Punkte. Ebenfalls in der dritten Minute der Nachspielzeit.



Sportfreunde Lotte: Die Ausreißer

Die Sportfreunde kassierten diese Saison zwar noch keinen Treffer in der Nachspielzeit, dafür jedoch als einzige Mannschaft in jeder anderen Phase des Spiels (siehe Grafik oben). Vier Gegentore fielen in den ersten 45 Minuten, vier weitere im zweiten Durchgang. Lediglich der SV Wehen Wiesbaden (9) hat mehr Gegentore auf dem Konto. Dazu nur ein mageres Tor aus vier Spielen - Sinan Karweina traf zum zwischenzeitlichen 1:4 in München.

VfL Osnabrück: Die Spätzünder der Liga

Der VfL Osnabrück jubelt diese Saison spät. Während den Osnabrückern bisher noch kein Tor in den ersten 60 Minuten gelang, sind sie in der Schlussphase umso effektiver. Eine Tordifferenz von 6:0 springt heraus, betrachtet man den Zeitraum von der 60. Spielminute bis zum Abpfiff. Bereits dreimal erzielte der VfL diese Saison einen Treffer in der 93. Spielminute. Beim Spiel gegen 1860 München belohnte Marcos Álvarez seine Mannschaft mit einem Punkt, gegen die Würzburger Kickers wandelte Manuel Farrona Pulido das Unentschieden noch in einen Sieg. Im Derby gegen den SV Meppen sicherte Anas Ouahim mit dem Treffer zum 2:0 die drei Punkte.


KFC Uerdingen: Nach der Pause geht es rund

Nicht zu lange sollte man sich bei einem Uerdinger Spiel in der Halbzeitpause von seinem Platz entfernen, denn die meisten Tore fallen bei den Partien des KFC direkt nach der Pause. Jeweils drei Tore und Gegentore ereigneten sich zwischen der 46. und der 60. Minute, ligaweiter Topwert. Auch sollte man das Stadion nicht zu früh verlassen: Uerdingen erzielte gegen den SV Meppen und gegen 1860 München den Siegtreffer erst in der 93. Minute.

Die ersten 45 Minuten verlaufen dagegen ruhig. Der KFC ist neben dem VfL Osnabrück und dem Schlusslicht aus Lotte das einzige Team ohne eigenes Tor in der ersten Hälfte.


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