"So weiß ich, dass ich stark bin" Pfiffe gegen Ex-VfL-Spieler Adriano Grimaldi

Von Alexander Pestkowski

Adriano Grimaldi (links) setzte sich in dieser Szene gegen Osnabrücks Bashkim Renneke durch. Foto: imago/EibnerAdriano Grimaldi (links) setzte sich in dieser Szene gegen Osnabrücks Bashkim Renneke durch. Foto: imago/Eibner

Osnabrück. Trotz einer 2:0-Führung konnte 1860 München in Osnabrück nicht als Sieger vom Platz gehen. Ein Münchener Spieler stand bei der Partie besonders im Fokus.

Adriano Grimaldi war ein gefragter Mann bei den Journalisten nach dem Spiel des VfL Osnabrück gegen 1860 München. Nicht nur, dass der Ex-VfL-Spieler ein Tor selbst erzielte und das zweite Tor vorlegte. Der kantige Stürmer wurde bei jeder Ballberührung von den Osnabrücker Anhängern ausgepfiffen. Auf Nachfrage, wie er mit den Pfiffen im Spiel umgegangen ist, entgegnete Grimaldi nach der Partie gelassen: "Mich freut es. Würden sie mich nicht auspfeifen, würden sie mich nicht kennen. Es zeigt mir, dass sie Angst vor mir haben. So weiß ich, dass ich stark bin." Hintergrund der Pfiffe war wohl seine Vergangenheit beim Rivalen in Münster. Letzte Saison traf Grimaldi im Derby zum 1:0-Siegtreffer für Preußen Münster an der Bremer Brücke.



"Ich lasse mich nie wieder auswechseln"

Auch am Mittwochabend konnte der Neu-Münchner einen Treffer und eine Vorlage gegen seinen Ex-Club beisteuern und die Pfiffe kurzzeitig verstummen lassen. Den Vorsprung retteten die Löwen jedoch nicht über die Zeit, Marcos Alvarez glich in der Nachspielzeit aus. Grimaldi stand zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr auf dem Platz. In der 71. Spielminute wurde er aufgrund von Wadenproblemen durch Marius Willsch ersetzt. "Ich lasse mich nie wieder auswechseln", berichtete Grimaldi mit einem müden Lächeln, "Die Zeit verging einfach nicht. Wir müssen als Mannschaft das Ding nach Hause fahren und als Sieger vom Platz gehen. Gefühlt ist das eine Niederlage, wenn du in der letzten Minute das Tor kriegst."


Torschütze zum 1:0: Adriano Grimaldi. Torhüter Nils Körber kann den Gegentreffer nicht mehr verhindern. Foto: imago/Eibner


Ähnlich sah es auch Teamkollege Quirin Moll: "Jetzt fühlt es sich wie eine Niederlage an, wir haben zwei Punkte verschenkt. Vor dem Spiel hätten wir gesagt, ein Punkt auswärts in Osnabrück ist in Ordnung. Wir sind hier 2:0 vorne, besser können wir es uns nicht aussuchen. Dann haben wir noch gute Kontermöglichkeiten. Vor dem Tor hat uns die Überzeugung gefehlt."

"Kleine Dinge, die noch fehlen"

Grimaldi ergänzt: "Man muss auch den Spielverlauf sehen. Osnabrück hat gut gedrückt. Wir müssen einen Konter besser ausspielen. Wir haben sicherlich nicht alles richtig gemacht, aber vieles haben wir schon richtig gemacht. Es sind kleine Dinge, die noch fehlen. Am Ende wäre es umso schöner gewesen, hätten wir hier bestehen können. Jetzt wissen wir, wie Drittligafußball funktioniert."


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN