116 Minuten VfL-Fantalk VfL-Trainer Enochs: Die ersten sechs Spiele abwarten…

Von Stefan Alberti | 26.07.2017, 23:39 Uhr

90 Minuten waren als Diskussionszeit vorgesehen. Am Ende dauerte der VfL-Fantalk am Mittwochabend mit rund 80 Besuchern und VfL-Verantwortlichen 116 Minuten. Der Abend im Club „Lila-Weiß“ oberhalb der Geschäftsstelle verlief überaus friedlich – oder wie Cheftrainer Joe Enochs feststellte: „Ihr seid ja alle so freundlich, was ist los mit euch?“ Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten des Abends.

 Wird der VfL noch bis zum 31. August auf dem Transfermarkt aktiv – und: Wird „Otschi“ Wriedt bleiben? 

Eine Frage, die Lothar Gans als Leiter des VfL-Profifußballs natürlich nicht mit letzter Gewissheit beantworten wollte und konnte: „Wir sind derzeit mit unserem Kader fix. Aber im Fußball weiß man nie, was passiert. Im Moment gehen wir davon aus, dass ,Otschi‘ Wriedt bei uns bleibt.“

 Wie sehen die sportlichen Ziele aus? 

„Wir haben mehrere Ziele“, stellte Enochs fest, „wir wollen uns für den DFB-Pokal qualifizieren und in diesem Jahr in der ersten Runde gegen den HSV gewinnen.“ Für die Formulierung eines Saisonziels sei es noch zu früh: „Da wollen wir erst einmal die ersten sechs Spiele bis zur Länderspielpause abwarten, dann können wir ein konkretes Ziel ausgeben.“

 Wie gehen die Spieler mit negativen Kommentaren im Netz um? 

Eine Frage für Kapitän Halil Savran, der bei diesem Thema „klare Kante“ zeigte: „Wer in diesem Geschäft unterwegs ist, kann dies sehr gut einschätzen. Als Spieler sollte man sich damit aber gar nicht auseinandersetzen.“

 Und wenn Savran schon in der Diskussion ist: Wird er am Freitag gegen Wehen Wiesbaden dabei sein? 

„Er wird im Kader sein“, ließ Enochs die Fans frohlocken. Savran ist damit nach langer Leidenszeit wieder zurück – und platzierte auch gleich in seiner typischen Art eine Kampfansage: „Wer mich kennt, weiß, dass ich mich nun voll reinhaue. Was jetzt passiert, entscheide ich nicht alleine. Ich werde alles dafür tun, bald wieder eine Option zu sein.“ Dem konnte sein Trainer nur beipflichten: „Es ist ein anderes Gefühl, wenn Halil auf dem Platz steht. Es ist lauter auf dem Platz.“

 Wie geht der VfL nach den Manipulationsvorwürfen und der Vier-Spiele-Sperre gegen Marc Heider mit der Personalie weiter um? 

„Marc Heider hat eine hohe Akzeptanz in der Mannschaft. Er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Marc hat sich als Spieler nicht geändert. Ich glaube, dass ich ihn eher bremsen muss, weil er beweisen will, dass er alles für den VfL tun möchte – und dem Verein nie Schaden wollte“, sagte Enochs. Für den Kapitän war es auch ein persönliches Anliegen, auf diese Frage zu antworten: „Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Er hat einen Fehler gemacht und seine Strafe bekommen. Wir brauchen ihn. Jeder VfL-Fan mag einen Spieler wie Marc Heider“, sagte Savran. Und schließlich meldete sich auch VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend zu Wort – aus Sicht des Arbeitgebers: „Ich habe in der Vergangenheit schon viel erlebt. Ich hätte mir in manchen Situation Mitarbeiter wie Marc gewünscht. Er hat sofort die Verantwortung übernommen.“

 Wirkt sich der Telekom-Einstieg und die damit verbundenen Livestreams aller VfL-Spiele auf die Zuschauerzahlen aus? 

Der Telekom-Einstieg sei eine Bereicherung für die 3. Fußball-Liga, stellte Wehlend fest. Dass weniger Zuschauer ins Stadion kämen, habe nicht nur mit dem Einstieg der Telekom zu tun, sondern auch mit der Tatsache, „dass man mit Fußball übersättigt wird“. Dieser Trend sei nicht aufzuhalten, was für den VfL nur bedeuten könne, „dass wir unser Angebot in Richtung Familienfreundlichkeit und Preisgestaltung verbessern müssen“. Oder wie es VfL-Marketingleiter Ralf Sieler ergänzend formulierte: „Das Live-Erlebnis im Stadion müssen wir als VfL so gestalten, dass die Leute Lust darauf haben, zu kommen.“

Den abschließenden Lacher des Abends lieferte Savran: Auf die Frage, was er denn davon halte, dass der VfL demnächst auch beim Videospiel „FIFA 18“ vertreten sei, leuchteten die Augen des Kapitäns: „Na klar. Das wird ein Riesenspaß. Ich werde mich auch nicht auswechseln.“