0:1 gegen Münster VfL Osnabrück enttäuscht im Derby auf ganzer Linie

Von Alfons Batke | 23.08.2014, 18:10 Uhr

Riesenenttäuschung um den VfL Ausgerechnet im hochemotionalen Derby gegen Preußen Münster schafften es die Lila-Weißen vor 12 000 Zuschauern nicht, den Aufwärtstrend der letzten Wochen zu bestätigen. Das Team von Trainer Maik Walpurgis unterlag in der Prestigepartie den Westfalen 0:1 (0:1) und zeigte eine fußballersich desillussionierend schwache Vorstellung.

 Hier gibt‘s den Liveticker zum Nachlesen ›› 

Allein bei Torwart Heuer Fernandes konnte sich das Team bedanken, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. In der zweiten Hälfte blieb der schwache VfL ohne echte Torchance. Das Tor des Tages gelang mit Zenga einem ehemaligen VfL-Spieler.

Personal und Taktik: Walpurgis entschied sich in der Torwartfrage zugunsten von Heuer Fernandes, der Lehmann zuletzt überzeugend vertreten hatte. Der wiedergenesene Thee besetzte die Rechtsverteidigerposition, im Mittelfeld kam erwartungsgemäß Groß an der Seite von Feldhahn zum Einsatz. In der Spitze schnappte sich Menga den Platz von Alvarez und stürmte an der Seite von Bielefeld-Held Iljutcenko. Im Preußen-Team standen mit Außenbahnmann Siegert und Mittelfeldspieler Zenga zwei ehemalige VfLer in der Startelf. Nach dem Feldverweis für Grassi agierte Groß in der Innenverteidigung. Mit Alvarez bot Walpurgis in der Schlussphase eine dritte Spitze auf.

Tore und Höhepunkte: Trotz der Feldüberlegenheit des VfL hatte Münster die beste Möglichkeit zum Führungstreffer, als Kara frei vor dem Tor zum Abschluss kam, Heuer Fernandes jedoch spektakulär parierte (22.). Als das VfL-Spiel aus dem Tritt kam, schlug ein Ehemaliger gnadenlos zu: Zenga nahm das präzise Zuspiel von Kara gekonnt an und traf aus 14 Metern mit einem halbhohen Schuss in die linke Ecke (24.). Neun Minuten später war das Spiel für Grassi vorbei, als Schiedsrichter Gräfe eine Attacke des Italieners gegen Hergesell als rohes Spiel wertete und Rot zeigte. Seit der 60. Minute herrschte personell wieder Gleichstand, als Münsters Schmidt Gelb-Rot sah. Der VfL schlug daraus kein Kapital. Heuer Fernandes machte kurz vor Schluss die beste Möglichkeit der Grün-Schwarzen zunichte, als er einen Foulelfmeter von Kara abwehrte.

Spielverlauf: Nach dem Einsatz mehrerer Rauchbomben aus dem Preußen-Block kam schnell Klarheit in die Partie, die den VfL als das tonangebende Team sah und die klareren Chancen bescherte. Gleich in zwei Fällen fand dabei der kopfballstarke Innenverteidiger Grassi in Torwart Masuch (8., 13.) seinen Meister. Der VfL musste sich nach der Dezimierung bei Heuer Fernandes bedanken, dass er nicht höher in Rückstand geriet – klasse seine Parade gegen Reichwein (40.). Keine 60 Sekunden später bot sich Menga die Ausgleichschance, doch Keeper Masuch war erneut zur Stelle, diesmal per Fußabwehr. Mit einer erneuten Glanztat verhinderte Heuer gegen Krohne in einer Eins-zu-eins-Situation das zweite Tor der Münsteraner (52.). Nach einem Ballverlust von Pisot traf Krohne das Außennetz (54.). Den Lila-Weißen fiel nicht viel ein, um die sichere Preußen-Defensive zu knacken. Es waren allenfalls Einzelaktionen, die aber spätestens an der Strafraumgrenze verpufften.

Wertung: Der VfL begann temperamentvoll und erspielte sich einige gute Möglichkeiten. Spätestens nach dem Tor von Zenga und Rot für Grassi verlor er seinen Faden. Den konnte er auch in der zweiten Halbzeit nicht aufnehmen. Es fehlten die spielerischen Mittel, um Chancen zu generieren. So hatten die Münsteraner, die später auch noch Bischoff und den Ex-Vfler Piossek brachten, leichtes Spiel, um den Sieg nach Hause zu bringen.

 Das sagen die Trainer zum Spiel ›› 

 So sehen die Spieler die Niederlage ›› 

 Was geschah auf den Nebenschauplätzen? Hier geht‘s zur Live-Reportage ›› 

Statistik:

VfL Osnabrück: Heuer Fernandes - Thee (71. Alvarez), Pisot, Grassi, Dercho – Ornatelli, Groß, Feldhahn (80. Glockner), Hohnstedt (64. Kandziora) – Menga, Iljutcenko

Auf der Bank: Lehmann (TW), Odenthal, Neldner, Chahed

Es fehlten: Salem (Gelbrot-Sperre), Falkenberg (Trainingsrückstand), Thomik (Reha), Merkens (Reha), Krebs (Trainingsrückstand), Bode, Freiberger (beide nicht nominiert)

Preußen Münster: Masuch – Riedel, Schmidt, Heitmeier, Hergesell – Siegert (77. Piossek), Truckenbrod, Zenga (77. Bischoff), Kara - Krohne, Reichwein (60. Pischorn).

Tore: 0:1 Zenga (29., Vorarbeit Kara)

Zuschauer: 12 228

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Gelbe Karten: Thee, Iljutcenko, Alvarez, Heuer Fernandes - Truckenbrod

Gelb-Rote Karte: Schmidt (61.)

Rote Karte: Grassi (33., grobes Foulspiel)

Besonderes Vorkommnis: Heuer Fernandes hält Foulelfmeter von Kara (86.)

Nächstes Spiel: Fortuna Köln – VfL Osnabrück (Dienstag, 19 Uhr)

Nächstes Heimspiel: VfL – RW Erfurt (Sa., 14 Uhr)

 Hier gibt‘s die Bildergalerie zum Spiel ›› 

 Zur Bilanz der Polizei geht es hier ››