Zwei Derbys im Blickpunkt Weltmeister Frank Mill beim Budenzauber in Lingen

Von Uli Mentrup | 11.12.2015, 16:39 Uhr

Bester Laune präsentierte sich Weltmeister Frank Mill bei der Pressekonferenz vor dem Budenzauber der Fußball-Legenden am 2. Januar ab 12 Uhr in der Lingener Emslandarena. „Beharkt euch mal schön“, riet der 57-jährige ehemalige Dortmunder grinsend Frank Faltin vom SV Meppen und Tommy Reichenberger vom VfL Osnabrück. Die drei Klubs treten in Gruppe B an. Im Blickpunkt der anderen Gruppe steht das Derby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV. Dort will Twente Enschede lachender Dritter werden.

Die Vorfreude aus das Topturnier, von dem Sport 1 fünfeinhalb Stunden Livebilder zeigt, war erkennbar. „Jetzt ist alles locker, aber auf dem Platz wird der Ehrgeiz sofort erkennbar“, wusste Frank Mill .

„Einen echten Weltmeister haben wir nicht jeden Tag in Lingen“, stellte Oberbürgermeister Dieter Krone fest. Er zeigte sich zufrieden mit dem „Event Budenzauber“ zu Beginn des Jahres. „Damit haben wir den Nerv der Zeit getroffen.“ Das hätten schon die ersten beiden Auflagen in den Jahren 2014 und 2015 gezeigt.

Das Interesse ist auch beim dritten Turnier groß: Von 3200 Karten sind schon 2900 weg“, erklärte Turnerdirektor Bernd Kühn. Er geht davon aus, dass die Emslandarena am 2. Januar wieder ausverkauft ist. „Eine großartige Veranstaltung für die Region“, warb Ralf Brühöfner vom Sponsor Berentzen.

„Wir haben viele gute alte Sportler“, grinste Mill, der in 387 Bundesligaspielen für Borussia Mönchengladbach , Borussia Dortmund, RW Essen und Fortuna Düsseldorf 123 Tore schoss. Der Stürmer, der 1990 in Italien ohne Einsatz den Weltmeistertitel holte, mit Dortmund 1989 den DFB-Pokal gewann sowie 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul die Bronzemedaille mitnahm, spielt selbst noch bei etwa sechs Turnieren im Jahr. In der Halle belässt er es bei Kurzeinsätzen und übernimmt Aufgaben als Spielertrainer. In Lingen werden auch jüngere Kicker mitwirken wie Lars Müller, Giovanni Federico oder David Odonkor. Odonkor, mit dem deutschen Team 2006 WM-Dritter, beeindruckte bei seiner Premiere im BVB-Traditionsteam durch seine Flügelläufe beim 5:1 gegen Schalke. Doch die Hereingaben fanden zunächst keine Abnehmer. „Du musst die Flanken 1,5 Sekunden verzögern. Ich bin 25 Jahre älter als du“, wiederholte Mill seine Erklärung für den 32-Jährigen augenzwinkernd.

 Meppens Abwehrrecke Frank Faltin konnte sich an ein Freundschaftsspiel zur Tribüneneinweihung in Dörpen gegen Dortmund erinnern. Den Rückstand durch Michael Lusch egalisierte Josef Menke zum 1:1-Endstand. Zweimal trat Mill mit Düsseldorf in der Zweiten Liga gegen den SVM an. Er blieb bei beiden Partien in der Saison 1994/95 (2:1, 4:2) ohne Tor.

Faltin gab als SVM-Ziel aus, im dritten Anlauf in der Halle den VfL Osnabrück zu schlagen. „Wir haben uns jedes Jahr gesteigert.“ Vor elf Monaten wurde der SVM Dritter. Im Januar setzt Trainer Rainer Persike auf jüngere Spieler: Ein Kandidat ist Sebastian Röttger. Der SVM bemüht sich noch um Matthias Surmann.

Dass die Blau-Weißen den VfL Osnabrück beim zweiten Budenzauber nicht geschlagen haben, lag auch an Tommy Reichenberger. Der 41-Jährige, der noch in der Kreisliga spielt, steuerte zwei Treffer zum 4:2-Erfolg der Lila-Weißen bei. Er kümmert sich um das Osnabrücker Traditionsteam, in dem auch der Speller Wolfgang Schütte aufläuft. „Wir wollen den großen Wurf machen“, nannte Reichenrberger das Ziel Berlin. Der Sieger des Turniers ins Lingen qualifiziert sich für das Traditionsmasters am 16. Januar in der Hauptstadt.

Dorthin will auch Twente Enschede. Das erklärten Trainer Eddy Achterberg sowie Loed ten Kate und Jan Bronkers. Die Niederländer setzen auf Erfahrung sowie einige jüngere Akteure. Dass die Aufgaben gegen den Hamburger SV und Werder nicht leicht wird, wissen sie.

Ob die Bremer mit dem Lingener Publikumsliebling Ailton kommen, ist noch offen. „Wir versuchen es“, versprach Kühn