Dreier- oder Viererkette? Vor Lautern-Spiel: Schmitts Gedankenspiele mit Tankulic

Von Henning Harlacher | 15.01.2022, 06:00 Uhr

Dritter gegen Sechster: Der SV Meppen gastiert am Samstag (14 Uhr) im Topspiel der 3. Liga beim 1. FC Kaiserslautern. Trainer Rico Schmitt hat sich einiges vorgenommen.

Spielt Luka Tankulic? Am Donnerstagnachmittag hatten die SVM-Fans Gewissheit: Mit Luka Tankulic und Morgan Faßbender waren auch die letzten beiden Spieler wieder ins Training eingestiegen, die zuletzt krankheitsbedingt gefehlt hatten. Einen Tag zuvor hatten sich bereits Richard Sukuta-Pasu, Willi Evseev und Marcus Piossek zurückgemeldet. Doch werden Toptorjäger Tankulic und Co. auch mit auf den Betzenberg fahren oder kommt ein Einsatz noch zu früh?

"Tja, was machen wir mit denen?", seufzte ein gut gelaunter Schmitt auf Nachfrage der Emslandsportredaktion am Freitag. "Natürlich nehmen wir sie mit. Sie sitzen mit im Bus", löste er schließlich auf. "Die Frauen der genannten Spieler brauchen auch mal wieder ein bisschen Freiraum. Den kriegen sie dann und die Männer sind bei uns", gab der Trainer scherzhaft zu Protokoll. Jedoch: "Marcus Piossek war noch länger weg und benötigt noch Zeit."

Weiter in die Karten schauen wollte sich der 53-Jährige allerdings nicht. Auf die Nachfrage, ob er verraten möchte, ob Tankulic eventuell in der Startelf stehen könnte, entgegnete er: "Um Gottes Willen." Die Zeit für Spekulationen ist damit angelaufen.

Wie sieht Schmitt den Gegner? Der SVM-Trainer erklärt im Gespräch, dass er nicht nur auf sein Team schaue, sondern auch darauf, wie sich die Konkurrenz im Laufe der Saison entwickle. Der FCK spielt nach einem Fehlstart seit dem 8. Spieltag mit einer Dreierkette. Seitdem hat das Team von Trainer Marco Antwerpen nur noch eine Partie verloren (0:2 gegen die Würzburger Kickers). "Das spricht für die Mannschaft und das Kollektiv. Das heißt auch für uns, das aufzunehmen." Es werde ein anderes Spiel als im Hinspiel, als der SVM sich nach einem Treffer von Max Dombrowka mit 1:0 durchgesetzt hatte . Denn gerade die angesprochene Dreierkette um Boris Tomiak, die der gut aufgelegte Torhüter Matheo Raab vor sich hat, hat sich als Trumpf erwiesen. 13 Gegentore in 20 Spielen sind Ligabestwert - mit Abstand. Mit Tabellenführer 1. FC Magdeburg hat das zweitbeste Team in dieser Statistik bereits 18 Gegentore. "Offensiv sind sie aber auch gut besetzt", spricht Schmitt Spielmacher Mike Wunderlich und die Doppelspitze aus Daniel Hanslik und Kenny Prince Redondo an. "Kaiserslautern ist eine Mannschaft, die nach oben will und nach oben muss. So ist die Mannschaft im Sommer schon aufgestellt worden."

Spielt der SVM ebenfalls mit Dreierkette? Als der SC Freiburg am 8. Spieltag in der Hänsch-Arena mit drei Mann in der Verteidigung antrat, hatte sich Meppens Fußballehrer überlegt, die taktische Formation des Gegners zu spiegeln. Die Meppener begannen ebenfalls mit einer Dreierkette. Die Partie ging letztlich mit 0:1 verloren . Könnte Schmitt einen solchen Griff in die Trickkiste erneut wagen? "Wir wägen das immer ab. Was tut uns gut, was brauchen wir, was ist zu erwarten?" Für den Coach ist es wichtig, das erste Spiel im neuen Jahr positiv zu gestalten. "Das ist der Reiz der Sache. Alle weiteren taktischen Dinge sind interne Geschichten."

Was fordert Schmitt von seiner Elf? Die Emsländer gehen von einem laufintensiven und einsatzstarken Spiel aus. "Wir müssen das Optimum an Leistungsfähigkeit auf den Platz bringen – Fokussierung, Konzentration. Der Gegner wird von Beginn an versuchen, uns unter Druck zu setzen. Da brauchen wir gute Lösungen. Da brauchen wir eine gute Mischung und müssen mutig sein." In der Vorbereitung habe er ein Team gesehen, das es "geil findet, Spiele zu gewinnen."

Was sagt der FCK? Trainer Antwerpen hat angekündigt die drei Punkte in der Pfalz behalten zu wollen. In drei Drittliga-Begegnungen auf dem Betzenberg konnte der SVM (eine Niederlage, zwei Unentschieden) noch keine Spiel gewinnen "Das wird eine intensive Partie. Wir sind gut beraten, uns vernünftig darauf einzustellen und das Spiel zu gewinnen", so Antwerpen, der seine Spieler in der Wintervorbereitung als sehr selbstbewusst empfunden hat. Der SVM habe ein Spielsystem gefunden, was erfolgreich sei. "Wir wissen, was auf uns zukommt. Wir müssen richtig aufpassen und in der Defensive wieder gut arbeiten und gut stehen."