Torjäger wechselt zu Holstein Kiel Benjamin Girth wendet sich an die Fans des SV Meppen

Von Dieter Kremer | 15.06.2018, 13:00 Uhr

Meppen Fußball-Drittligist SV Meppen verliert seinen Torjäger: Benjamin Girth geht zum Zweitligisten Holstein Kiel. Der Stürmer hat beim Relegationsteilnehmer einen Vertrag über drei Jahre unterschrieben.

Wie beide Vereine am Freitagvormittag bestätigten, hat der 26-jährige Stürmer einen Vertrag bei den Kielern unterzeichnet. Dort ist er der Ersatz für den Torjäger des letzten Jahres, Marvin Ducksch, der nach Ende seiner Leihe nicht fest verpflichtet werden konnte. Bei der Leistungsdiagnostik der Meppener am Freitagmorgen im Leichtathletikstadion am Helter Damm war Girth bereits nicht mehr dabei. „Ich war nach den Gesprächen mit Trainer Tim Walter und Sportchef Fabian Wohlgemuth davon überzeugt, hier in Kiel den nächsten Schritt wagen zu können“, wird Girth auf der Holstein-Homepage zitiert. „Ich freue mich auf die sportliche Herausforderung in der 2. Bundesliga mit den Kieler Störchen“, so Girth.

Girth dankt Fans, Trainer und Mannschaft

Am Freitagnachmittag wendete sich Girth auf seiner Facebookseite an die Fans: „Es war eine schwere Entscheidung für mich, aber es ist eine große Chance einen Schritt nach vorne zu machen und sich eine Liga höher zu etablieren“, schrieb er. Die letzten zwei Jahre seien unbeschreiblich gewesen. Girth bedankte sich bei den Fans, beim Trainer- und Betreuerteam und die Mannschaft. „ohne die ich dieses Ziel nicht erreicht hätte. Ich freue mich auf die Herausforderung in Kiel und werde immer an die schöne Zeit denken, die ich zusammen mit euch in Meppen hatte.“

„Benjamin passt zu uns“

„Wir freuen uns, mit Benjamin Girth einen entwicklungsfähigen Spieler für uns gewonnen zu haben“, sagt Holsteins Sportchef Fabian Wohlgemuth. Girth passe auch charakterlich hervorragend zu Holstein. „Benjamin wusste in der abgelaufenen Drittliga-Saison abgesehen von seinen Torjägerqualitäten auch mit seinem unbändigen Willen zu überzeugen.“

Beckmann: „Fällt uns schwer“

 Seit Tagen hatte sich Girths Wechsel angedeutet. Der SV Meppen kündigte an, bis Ende dieser Woche Klarheit zu wollen, um selbst planen zu können. „Es fällt uns sehr schwer, Benny gehen zu lassen. Das ist sportlich wie menschlich ein schmerzhafter Verlust für den SV Meppen“, sagt Sportvorstand Heiner Beckmann. „Benni Girth ist ein Stürmer, wie man sich ihn als Trainer nur wünschen kann“, betont SVM-Cheftrainer Christian Neidhart. „Er war eine fantastische Größe in einem insgesamt sehr erfolgreichen Team. Das waren zwei intensive und tolle Jahre, für die wir sehr dankbar sind“, betont Neidhart. Mit seinen sportlichen Leistungen sei Girth einer der Garanten für die Rückkehr des SV Meppen in den Profifußball gewesen. „Natürlich tut das weh“, so Neidhart. „Aber Benny hat sich immer vernünftig verhalten und mit offenen Karten gespielt.“

Schweigen bei Ablösesumme

Seit zwei Wochen lagen beim Drittligisten konkrete Anfragen für den Top-Stürmer vor. „Es war klar, dass Benni mit seinen Leistungen in den Blickwinkel der Vereine der 2. Liga rückt“, so Beckmann. Girth war vertraglich noch ein Jahr beim SV Meppen gebunden. Über die Ablösesumme wurde von den Verantwortlichen beider Vereine Stillschweigen vereinbart. Laut Transfermarkt liegt Girths Marktwert bei 400.000 Euro. Im nächsten Jahr hätte der gebürtige Magdeburger ablösefrei den Verein wechseln können.

Vertrauen ins Team

Die Verantwortlichen des SV Meppen äußern gleichzeitig Verständnis für den Wechsel: „Es ist doch klar, dass ein Spieler solchen Formates höherklassig spielen möchte“, so Beckmann. „Die Chance, 2. Liga zu spielen wollten wir Benni nicht verwehren.“ Es sei eine Auszeichnung für die sportliche Philosophie des SV Meppen, immer wieder große fußballerische Talente in den Verein zu holen, die sich dann zu absoluten Topspielern entwickeln. „Bei aller Wehmut, Benni nun ziehen lassen zu müssen, bleiben wir unserer Maxime treu, und blicken mit großer Vorfreude auf die kommende Saison. Das Ziel bleibt die Mannschaft insgesamt stabil zu halten“, betont Beckmann. „Wir setzten großes Vertrauen in das gesamte Team, das überragende Leistungen abrufen kann.“

Zweitbester Drittligatorschütze

Girth, der seine fußballerische Ausbildung unter anderem beim 1. FC Magdeburg und bei RB Leipzig genoss, trug seit 2016 das Trikot des SV Meppen. In den letzten zwei Jahren schoss er in 67 Pflichtspielen für den SVM 39 Tore. Mit 19 Treffern war der Angreifer in der vergangenen Drittliga-Saison zweibester Drittliga-Torschütze.