Meppener 3:1 gegen Wolfsburg Nach dem Tanz heulten die „Wölfe“

Von Uli Mentrup | 11.09.2011, 18:22 Uhr

Nach diesem Tanz mussten die „Wölfe“ heulen: Der hoch gehandelte Vizemeister kassierte beim SV Meppen eine verdiente 1:3-Niederlage (1:2). Mit dem zweiten Saisonsieg zog der Aufsteiger in der Tabelle an der Mannschaft von Trainer Lorenz vorbei.

„Wir können auch die Großen schlagen“, hatte Meppens Innenverteidiger Jan-Christian Meier vor dem Duell gegen seinen Ex-Club erklärt. Und der 22-Jährige behielt recht. Nach Niederlagen gegen Leipzig und Kiel reichte es zum Dreier. Damit beendete Meier im fünften Anlauf seine persönliche Negativserie: Erstmals gelang seiner Mannschaft beim Duell gegen den VfL überhaupt ein Treffer, erstmals holte er gegen den VfL überhaupt Punkte. Dabei gefährdete der Fußballer selbst das Ende seiner Serie. Er verursachte den Strafstoß, der kurz vor der Pause zum Anschlusstreffer führte. Weil er nach Einschätzung von Trainer Johann Lünemann um „die Gelb-Rote Karte bettelte“, nahm der ihn vorzeitig vom Platz.

Wolfsburg begann stark, spielte schnell, wirkte wendig, beweglich und technisch gut. „Das war schön anzusehen“, beklagte Köstner allerdings die Wirkungslosigkeit wegen des fehlenden Kampfgeistes, der immer an erste Stelle stehen müsse. Vier junge Akteure aus dem Profikader änderten daran nichts.

Der SV Meppen fand sich immer besser zurecht. Sven Hartwig gab den ersten Warnschuss ab (16.). Der starke Jens Robben schoss nach feiner Vorarbeit von Sebastian Schepers das 1:0 (22.). Es war kein Zufall, dass der agile Rainer Müller sieben Minuten später nach Dogan-Zuspiel auf 2:0 erhöhte.

Glück hatte der Gastgeber, als Nico Granatowski nur die Torlatte traf (36.). Doch die Strafstoßchance ließ sich André Formitschow nicht entgehen (43.).

Es wurde wieder spannender. Der Gast erarbeitete sich weiter kaum klare Möglichkeiten, drängte den SVM aber zurück. Meppen befreite sich selten, das Spiel stand auf des Messers Schneide. Die Zuschauer klatschten bei jedem gewonnenen Zweikampf erleichtert. Torwart Benjamin Gommert leitete mit präzisem Abstoß sieben Minuten vor dem Ende die Entscheidung ein. Michael Holt traf zum 3:1. Die Meppener Revanche auf dem Rasen für das Foulspiel der VfL-Anhänger auf den Rängen, die unter höhnischen Gesängen („Wo ist eure Fahne hin?“) die Zaunfahne der „Boyz Lingen“ verbrannten. Und noch wichtiger: der erste Sieg des ASV Meppen gegen eine Großen in der Regionalliga.