Stürmer war nie Thema im Emsland Ex-Bayern-Spieler Fiete Arp: Habe mich schon in Meppen gesehen

Von Dieter Kremer | 24.12.2021, 10:02 Uhr

Beim Hamburger SV galt er vor Jahren als kommender deutscher Nationalspieler. Einen Karriereknick erlebte Fußballer Fiete Arp bei Bayern München. Nun hat sich der 21-Jährige über den SV Meppen geäußert.

"Ganz ehrlich: Nichts gegen die Stadt oder den Verein, aber ich habe mich schon in Meppen gesehen", sagte Arp im Interview mit "11Freunde". Offensichtlich ist der Stürmer glücklich, nicht im Emsland gelandet zu sein. "Kiel ist nicht meine Rettung, sondern ein Sechser im Lotto", betont Arp im Magazin für Fußballkultur.

Mit Sprüchen bedeckt halten

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) postete Arps Zitat auf seiner Facebookseite, was oft kommentiert wurde. Eberhard Bartens schrieb beispielsweise: "Es gibt bestimmt eine Menge junger Fußballer, die zu Fuß nach Meppen laufen würden, um da zu spielen. Von einem, der glaubte (oder sein Berater hat ihm das eingeredet), er könnte im Süden die "Welt" auf dem Kopf stellen, sollte sich mit solchen Sprüchen bedeckt halten."

Von Bayern an Holstein Kiel ausgeliehen

Arp verließ im vergangenen Sommer den FC Bayern München, bei dem er nie im Bundesligateam Fuß fassen konnte. Sein dortiger Vertrag läuft noch bis Ende dieser Saison. Aber Arp ließ sich zum Zweitligisten Holstein Kiel ausleihen, wo er nun Teamkollege des Ex-Meppeners Marco Komenda ist. In 14 Ligapartien traf Arp für die Störche einmal und legte einen weiteren Treffer auf. Hinzu kommt ein Tor im DFB-Pokal.

Nie Thema beim SV Meppen

Beim SV Meppen war Arp übrigens nie ein Thema. Gehaltstechnisch wird sich Arp nach Jahren bei Bayern München in komplett anderen Sphären bewegen. Fünf Millionen Euro im Jahr soll Arp beim Rekordmeister verdient haben. Man habe nicht mit ihm verhandelt, bestätigt SVM-Sportvorstand Heiner Beckmann.

Duelle mit den Emsländern gab es in der Vergangenheit jedoch zwei. Am 12. Januar 2020 saß Arp beim 2:0-Sieg von Bayerns U23 gegen den SVM 90 Minuten auf der Bank. Im Rückspiel am 21. März 2020 stand Arp in der Hänsch-Arena zwar auf dem Platz und traf sogar einmal per Foulelfmeter, verlor aber in Meppen mit 1:2. SVM-Abwehrchef Steffen Puttkammer schnürte einen Doppelpack.

Ein Bayern-Spiel unter Hansi Flick

An der Alster ging Fiete Arps Stern auf, an der Isar stürzte er ab. Ein Jahr nach dem Bundesliga-Abstieg hatte Arp den HSV verlassen – im Sommer 2019. Für Rekordmeister Bayern absolvierte er unter Ex-Coach Hansi Flick ein Spiel – im Oktober 2020 im DFB-Pokal in der 1. Runde beim 3:0-Sieg beim 1. FC Düren. Ansonsten durfte er das Bayern-Trikot nur in der zweiten Mannschaft tragen. In 42 Drittligapartien erzielte Arp acht Tore und bereitete drei weitere vor.

Zuvor war Arp schon einmal in der Hänsch-Arena aufgelaufen. Im Sommer 2018 für den HSV beim Blitzturnier in Meppen. Vor 5419 Zuschauern gewannen Arp und Co.

Arp bereute Wechsel zu Bayern nicht

"Im Nachhinein kann ich nicht sagen, ob ich den Schritt noch einmal machen würde", sagt Arp rückblickend. "Trotz allem bin ich froh darüber, weil mir der Verein Dinge ermöglicht hat, die vielen anderen Spielern verwehrt bleiben. Insofern: Ich bereue den Wechsel nicht." Arp sagt in dem Interview, dass man sich auch mit sehr viel Geld alleine fühlen könne. "Wenn ich sage, es geht mir schlecht, ich habe Schlafprobleme oder bin sonst wie schwach, dann heißt es: ‚Ja, aber der verdient ja so viel Geld‘."