Etat deutlich reduziert SV Meppen kehrt zurück zum Feierabendfußball

Von Uli Mentrup | 18.05.2016, 11:00 Uhr

Der SV Meppen muss seinen Gesamtetat zur nächsten Saison um rund 250000 Euro reduzieren. Das hat Folgen vor allem für die Regionalliga-Mannschaft. Die Spieler sollen künftig wieder möglichst alle einer Beschäftigung nachgehen. Der Verein kehrt zurück zum Feierabendfußball.

Die „massive Reduzierung des Gesamtetats “ des SV Meppen, der bei der Generalversammlung im November mit 1,68 Millionen Euro angegeben wurde, hängt nach Aussagen von Vorstandssprecher Andreas Kremer vor allem damit zusammen, dass ein Großsponsor, wie schon länger angekündigt, sein Engagement komplett beende und ein weiterer die finanzielle Förderung zwar drastisch verringere, aber doch Premiumsponsor bleibe. Es sei ausgesprochen schwierig, in dieser Größenordnung Alternativen zu finden.

Sponsor zieht sich zurück

Der völlige Rückzug des Meppener Unternehmens führt auch dazu, dass in der nächsten Saison nicht mehr „Echt Emsland“ auf dem Trikot des SVM wirbt. Dort wird wie zuvor wahrscheinlich wieder kikxxl, das Kremer-Unternehmen, einen Platz bekommen. „Falls sich nicht noch jemand anders findet“, sagt der Vorstandssprecher und verspricht, dass der Kommunikationsdienstleister mit seinem Logo dann zu denselben finanziellen Bedingungen wieder auf den Ärmel zurückkehre. „Echt Emsland“ wird sich nach Angaben des Vorstands künftig mehr beim Jugendleistungszentrum Emsland engagieren.

„Die Gesamtsituation ist natürlich nicht positiv für uns“, sagt Kremer. Doch das JLZ Emsland und der Bereich Frauenfußball werde die Veränderungen kaum spüren. „Wir sind dabei, einiges neu zu organisieren und erzielen dadurch Einsparungen.“

Einsparung über 160000 Euro beim Regionalligateam

Deutlich spüren wird dagegen das Regionalligaaufgebot die finanziellen Einbußen. Sie belaufen sich in diesem Bereich nach Angaben vom künftigen Vorstandsmitglied Stefan Gette auf ziemlich genau „15 Prozent“. Der Etat des SVM-Aushängeschilds wurde bei der Generalversammlung mit gut einer Million Euro einschließlich Kosten für Spieler, Trainer und Funktionsteam angegeben. Demnach belaufen sich die Einsparungen auf über 160000 Euro. Die Konsequenz: Möglichst alle Spieler sollen künftig arbeiten. Trainiert wird am frühen Abend. „Wenn alle können“, sagt das für die sportlichen Belange zuständige Vorstandsmitglied Heiner Beckmann. Zurzeit gingen etwa 50 Prozent der Spieler einer (Teilzeit-)Arbeit nach, seien in der Ausbildung oder studierten. Dieser Anteil soll sich drastisch erhöhen. Damit biete der Klub den Spielern zugleich eine berufliche Perspektive für die Zeit nach dem Fußball. Der SVM sei den Spielern gegenüber in der Pflicht.

Deshalb bemüht sich der Verein nach Kremers Aussagen, weitere Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu finden. Das sei in etlichen Fällen gelungen, aber so kurzfristig doch schwer. Dennoch profitiere der Klub von der wirtschaftlich guten Situation im Emsland. Die Anstrengungen „im Netzwerk“ seien groß.

Kaderplanung schwieriger

Die Spieler stünden dem Vorhaben positiv gegenüber, erklärte Beckmann. Er führe Gespräche mit allen Akteuren, die noch keinen Vertrag hätten und nicht bereits verabschiedet worden seien. Es sei jedoch klar, dass nicht alle bleiben würden.

Beckmann geht zur neuen Saison von einem Kader von gut 20 Spielern aus. Ein Dutzend hat bereits zugesagt. Dabei erwartet er eine größere Durchlässigkeit zum Nachwuchs und zur Reserve. „Es muss halt alles passen.“ Aktuell gestalte sich die Kaderplanung etwas schwieriger, weil nicht immer gleich ein Jobangebot möglich sei. „Aber ich bin sicher, dass wir eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz bekommen“, betont Beckmann.

Neue Spieler auf dem Zettel

Trainer Christian Neidhart hat für die kommende Serie auch einige neue Spieler auf dem Zettel. „Wir haben für jede Position Alternativen“, sagt er. „Es muss aber finanziell passen.“

Dabei will der SVM die eigenen Ansprüche kaum reduzieren.„Wir engagieren uns nicht in diesem ehrenamtlichen Umfang, um Zehnter zu werden“, ließ Kremer mit seiner Aussage allerdings Interpretationsspielraum. Die Regionalliga sei nicht so attraktiv wie erhofft. Deswegen sei der Blick Richtung Dritte Liga „vielleicht eine Chance“.

„Landkreis und Stadt vorbildlich“

Der SVM bemühe sich, weitere Unternehmer „aus dieser wirtschaftlich potenten Region als Unterstützer zu gewinnen“. Als vorbildlich bezeichnete Kremer die Hilfestellung vom Landkreis Emsland und der Stadt Meppen, deren Aushängeschild „der SV Meppen ist“.

Auch auf der Geschäftsstelle wird es eine neue Organisation geben. Geschäftsführer Axel Striepeke „ist aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden“, erklärte Kremer. Mit Daniel Eiken habe der SVM einen Fachmann, der einen Großteil, der administrativen Aufgabe und alle Strukturen kenne.