Doppelaufgabe in Chur Ex-Meppener Jouke Faber Trainer in der Schweiz

Von Uli Mentrup | 30.12.2016, 13:20 Uhr

Jouke Faber hat das Traineramt beim Schweizer Club Chur 97 übernommen. Der 55-jährige Niederländer war von 2013 bis 2015 beim SV Meppen engagiert, zu dem er noch immer gute Kontakte pflegt.

Der ehemalige Profi, der bei den Emsländern zunächst die B-Junioren coachte und dann ins Trainerteam von Christian Neidhart wechselte, war danach in Saudi Arabien bei Al Ittihad in Dschidda als Coach für die U17 verantwortlich . „Natürlich hätte ich gern weiter in Deutschland gearbeitet“, sagt Faber. Doch hier ergaben sich zwar Kontakte wie etwa mit dem BV Cloppenburg. Mehr aber nicht. So wechselte er vor wenigen Monaten in die Schweiz.

Spieler beim FC Chur

Bei Chur 97, dem Nachfolgeverein des FC Chur, für den er 1992/93 in der Nationalliga B, spielte, ist Faber seit dem letzten Sommer als Technischer Leiter der Juniorenabteilung engagiert. Der Niederländer soll dem Verein mit rund 500 Nachwuchskickern in dem knapp 40000 Einwohner zählendem Hauptort des Kantons Graubünden sowie der Region Plessur eine einheitliche Philosphie vor allem im Jugendbereich vermitteln. „Ich habe schon einiges auf den Weg gebracht“, ist er sicher.

„Richtig gutes Team“

Das Amt als Nachwuchskoordinator behält Faber bei, weil er den eingeschlagenen Weg fortführen will. Ein Bild von seiner neuen Mannschaft hat er natürlich längst: „Ein richtig gutes Team mit vielen Talenten“, dem ein oder zwei erfahrene Führungsspieler gut tun würden. Es spielt in der 2. Liga interregional. „Ich vergleiche es mit der Oberliga in Deutschland“, erklärt Faber, denn über den sportlich starken Amateurteams, die in sechs Klassen mit je 14 Mannschaften unterschiedlicher Regionen eingeteilt sind, gibt es noch vier weitere Ligen. Die höchste ist die Super League, die aktuell der FC Basel mit deutlichem Vorsprung vor den Young Boys Bern anführt.

Mannschaft aufgestiegen

Chur 97 belegt nach den 13 Partien der Hinrunde den sechsten Platz – acht Zähler hinter Spitzenreiter FC Freienbach. Mit Blickrichtung nach oben. Der Verein ist nach einem Jahr in der 2. Liga regional direkt wieder zurückgekehrt. Der 33-jährige Aufstiegstrainer Thomas Waser, ein Urgestein, hat den Klub Anfang Dezember verlassen. In den Medien wurde über Unstimmigkeiten gemutmaßt.

Zwei Mitbewerber

Die Klub-Führung fragte bei Faber an, doch der empfahl, sich auch extern umzuschauen. Der ehemalige Meppener setzte sich am Ende gegen zwei Mitbewerber durch. Auch, weil er dem Verein gerade eine neue Philosophie gegeben hat – und ihn damit gut kennt. Er freut sich auf die neue Aufgabe. Denn der Fußball in der Schweiz hat sich nach seiner Einschätzung „richtig gut entwickelt. Als ich dort gespielt habe, ging noch alles über die Kraft. Das ist jetzt ganz anders.“ Das zeige auch die Nationalmannschaft. „Die Qualität ist groß.“

Vertragslaufzeit nicht festgelegt

Faber erwartet sein Team am 17. Januar zur ersten Einheit im neuen Jahr. Geplant ist auch ein fünftägiges Trainingslager in Barcelona. Am 19. März steht das erste Punktspiel beim FC Uster auf dem Programm. „Jetzt wollen wir schauen, wie es läuft.“ Eine Vertragslaufzeit wurde nach Fabers Aussagen nicht festgelegt. Zum Ende der Saison werde erneut gesprochen.

Gute Kontakte nach Meppen

Gute Kontakte hat Faber, der über Weihnachten einige Tage in Deutschland weilte, noch immer zu SVM-Coach Christian Neidhart, der seinen ehemaligen Ko-Trainer schon in der Schweiz besucht hat. „Wir haben ein super Verhältnis und viel gesprochen“, stellt Faber fest. Auch mit etlichen SVM-Spielern stehe er noch in Verbindung.

„SVM-Weg erfolgreich“

Die Geschicke des SVM verfolgt Faber weiter. „Wer hätte gedacht, dass Meppen diesen Weg so erfolgreich geht. Ich habe das nicht erwartet“, gibt er zu. Er trauert ein wenig dem verpassten Sieg im letzten Punktspiel des Jahres bei Weiche Flensburg nach. „Das wären zwölf Punkte Vorsprung gewesen.“ Aber auch neun Zähler seien ordentlich. „Der SV Meppen muss gut starten, damit er sofort wieder in diesen Flow kommt“, drückt er den Emsländern in den Schweizer Alpen die Daumen.