Derby am Mittwoch im NFV-Pokal Lingen glaubt an die Pokal-Chance gegen Meppen

Von Uli Mentrup | 22.07.2014, 19:00 Uhr

Eins wissen beide Trainer vor dem NFV-Pokalderby zwischen dem TuS Lingen und dem SV Meppen am Mittwoch um 19 Uhr im Lingener Emslandstadion: „In einem Spiel ist alles möglich“, stimmen Wolfgang Schütte vom gastgebenden Landesligaaufsteiger und Christian Neidhart vom benachbarten Regionalligisten überein. Und das macht den zusätzlichen Reiz dieser Partie aus.

Der TuS freut sich riesig auf das Duell mit dem „großen Bruder“. „Das ist ein absolutes Highlight“, sagt der Sportliche Leiter Thomas Menken. „Wir sind dafür belohnt worden, dass wir auch im Bezirkspokal nicht lockergelassen haben“, stellt Schütte fest. Er hofft, dass das TuS-Glück nicht schon bei der Auslosung aufgebraucht worden ist. „Vielleicht ist noch was möglich.“ Dabei weiß er, dass die Meppener „klarer Favorit“ im Traditionsderby sind: weil sie zwei Klassen höher spielen und weil sie über ganz andere Strukturen verfügen.

Die Lingener wollen den SVM auf jeden Fall ärgern, „Aber wir haben Respekt vor den Meppener Möglichkeiten“, sagt Schütte, der den Gegner Sonntag eine Halbzeit beobachtet hat. Neidhart hatte bereits am Samstag bei der Lingener Stadtmeisterschaft vorbeigeschaut.

Schütte hat es als Trainer von Concordia Ihrhove erlebt, wie eine Mannschaft im Pokal über sich hinauswächst. Der Oberligist schlug 2002 den Regionalliga-Spitzenreiter Braunschweig und stand im DFB-Pokal. Gegner Borussia Dortmund sorgte für ein volles Haus und eine satte Einnahme.

„Manchmal entwickelt sich etwas aus dem Spiel heraus“, weiß der erfahrene Coach. Je länger seine Mannschaft ohne Gegentor bleibt, desto größer wird die Chance. Lingen hat jedenfalls nichts zu verlieren.

Wegen der hohen Belastung der letzten Woche ordnete Schütte eine individuelle Einheit am Montag und einen freien Dienstag an. Die Spieler sollten regenerieren, um Kraft für das Pokalspiel zu tanken.

Die Motivation beim Gastgeber ist groß, zumal ein Gutteil der Lingener Akteure schon beim SVM gespielt hat. „Alle sind gut ausgebildet“, weiß Menken. Schütte hofft, dass sein Torjäger Dennis Brode sich rechtzeitig zurückmeldet. Er verfügt wie Heinz Frimming und Jens Helming über Derbyerfahrung gegen den Nachbarn.

Beim SVM traten Jens Robben, Johan Wigger und Sebastian Schepers schon bei Pflichtaufgaben gegen den TuS an. Wie der Kader am Mittwoch genau aussehen kann, das wusste Neidhart am Dienstag noch nicht. Der Verein spricht noch mit Spielern über letzte Vertragsangelegenheiten und hofft auf rechtzeitige Spielberechtigungen. Das gilt für Janik Jesgarzewski, Theo Vogelsang, Kevin Landgraf und Hedon Selishta.

Der SV Meppen will endlich wieder die DFB-Pokalhauptrunde erreichen – wie zuletzt 1999, als Bayern München für ein volles Stadion sorgte. „Das muss unser Ziel sein“, sagt Neidhart, der dem Gegner Respekt zollt. Zumindest will der SVM weiterkommen als im vergangenen Jahr (2. Runde). Dann muss er die Hürde in Lingen auf jeden Fall nehmen. Und genau das erwartet der Coach von seinem Team.