Stimmen zu Meppens 5:3 gegen Bayern II Puttkammer: Die Fans haben uns zum Sieg gepusht



Meppen. Das M-Wort, das bei Borussia Dortmund niemand mehr hören will, wurde am Sonntag nach dem 5:3-Sieg des SV Meppen gegen Bayern München II bemüht – zumindest von Meppens Linksverteidiger Hassan Amin. Hier die Stimmen zum Spiel.

Steffen Puttkammer (Innenverteidiger des SV Meppen): „Ich glaube, wir hatten zehn Minuten in der zweiten Halbzeit, wo Bayern sehr, sehr effektiv war. Dann aber so wiederzukommen, ich muss sagen, Respekt vor der Truppe! Das ist alles andere als einfach. Grundsätzlich haben wir ein gutes Spiel gemacht. Nach den ersten zehn Minuten sind wir aber richtig gut ins Spiel gekommen. Haben selber die Möglichkeit, zwei, drei Tore zu machen. Zum Ende raus war es einfach nur ein geiles Erlebnis, wie die Fans dann mitgegangen sind und uns zum Sieg mitgepusht haben. Wichtig war, dass wir das 2:3 gemacht haben. Bayern hat in dem Moment vielleicht Angst gehabt, etwas zu verlieren. Trotzdem ist es eine abgezockte Truppe. Die Jungs haben alle den Anspruch, irgendwann Bundesliga zu spielen. Und nicht bei irgendeinem Verein, sondern bei Bayern München. Es deswegen nur auf deren junge Truppe zu schieben, halte ich auch für falsch.“

Steffen Puttkammer. Foto: Scholz

Max Kremer (Außenspieler des SV Meppen): „Das Spiel hat uns wieder eines Besseren belehrt. Dass man hier nie vor der 90. Minute sagen sollte, wir haben es gepackt. Ich glaube, kurz vorher kann sogar das 4:1 für Bayern fallen. Wenn das fällt, sind wir wahrscheinlich tot. Aber du weißt selber, wenn du ein Tor machst und noch ein bisschen zu spielen ist, dass du dann wenigstens noch den Punkt holen kannst. Dass es dann so noch gedreht wird, ist halt wieder einmalig.“

Thilo Leugers (Sechser des SV Meppen): „Definitiv schon verrückt, weil gefühlt nach dem 1:3 das Stadion schon ein bisschen ruhig ist. Ein bisschen Resignation einfach auch im Stadion herrscht. Und auf dem Platz hat man das Gefühl, scheiße, jetzt wird es echt schwierig. Aber ich habe auch beim 1:3 gesagt, glaubt dran! Wir hatten auch vorher die Chancen. Und wie wir dann zurückgekommen sind – auch mit diesen Fans im Rücken -, ist natürlich schon saustark. Ich glaube, es ist nicht unbedingt normal, dass man nach einer Gelb-Roten Karte klatschend verabschiedet wird. Das ist natürlich schon etwas Besonderes. Zur Gelben Karte: Die erste ist ganz klar. Bei der zweiten nehme ich den Ball schlecht an. Mein Gegenspieler kommt mit offenem Fuß. Ich trete ihm unter den Fuß. Der Schiedsrichter hat das ganze Spiel schon gehofft, dass er mich runterschmeißen kann, hatte ich ein bisschen das Gefühl. Schade, aber kann man auf jeden Fall geben.“

Thilo Leugers. Foto: Scholz

Hassan Amin (Linksverteidiger des SV Meppen): „Schwer zu erklären. Ich glaube, wir haben grundsätzlich eine gute Mentalität in der Truppe und haben das schon das eine oder andere Mal bewiesen, dass wir zurückkommen können, wenn wir zurückliegen. Heute war wieder so ein Tag. Deswegen sind jetzt alle heilfroh. Es ärgert mich sehr, dass wir die Tore so einfach kassieren. Das müssen wir noch mal aufarbeiten, denn es kann nach hinten losgehen. Bei meinem Tor spekuliere ich auf den zweiten Ball. Er hat halt gepasst. Ich treffe ihn satt. Zum Glück geht er von mir aus gesehen rechts rein.“

Yannick Osée (Innenverteidiger des SV Meppen): „Es war auf jeden Fall kein gewöhnliches Spiel. Zum Glück mit einem besseren Ende für uns. Ich finde, dass Bayern II das gerade in der ersten Halbzeit richtig gut gemacht hat. Uns klar dominiert hat. Wir haben dann auf jeden Fall Moral bewiesen und in der zweiten Halbzeit das Spiel gedreht. Jetzt sind natürlich alle Leute glücklich und wir haben ein verrücktes Spiel erlebt.“

Wird wohl lange ausfallen: Marcus Piossek. Foto: Scholz

Marcus Piossek (Zehner des SV Meppen), der sich einen Adduktorenabriss zugezogen hat: Man muss sagen, dass Bayern natürlich eine sehr, sehr hohe Qualität hat. Das hat man heute gesehen – sowohl in der ersten Halbzeit als auch in der zweiten, wo sie die zwei Tore machen. Aber man muss der Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen. Wir sind drangeblieben und haben das 2:3 gemacht. Natürlich spielte uns dann ein bisschen die Rote Karte gegen Bayern in die Karten. Und die Zuschauer. Und da haben wir natürlich noch Mal losgelegt. Du hast dann schon gesehen, dass gerade so eine junge Mannschaft, wenn du so richtig aggressiv zur Sache gehst und mit dem Rückenwind durch die Zuschauer, einknicken kann. Das haben wir dann ausgenutzt. Am Ende haben wir uns die Punkte verdient geholt. Wenn man das Spiel über 90 Minuten betrachtet, muss man schon sagen, dass wir in dem Spiel über weite Strecken Probleme hatten. Aber am Ende ist es halt wichtig, dass wir die drei Punkte hierbehalten haben. Das ist das, was zählt.

Piossek über seine Verletzung: „Ich hatte vorher schon Probleme mit den Adduktoren. Jetzt müssen wir mal abwarten, aber es sieht so aus, als wenn ein Stück vom Knochen abgerissen ist – bei der letzten Aktion vor der Pause, dem Freistoß. Aber das kann ich noch nicht zu 100 Prozent sagen, weil wir noch das MRT abwarten müssen. Aber es sieht nicht ganz so gut aus.


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