Wieder kein DFB-Pokal SV Meppen verliert in Rehden im Elfmeterschießen


Rehden. Der Traum vom DFB-Pokal endet früher als zuletzt: Fußball-Drittligist SV Meppen ist am Donnerstag im Niedersachsenpokal ausgeschieden. Beim BSV Rehden unterlag die Truppe von Trainer Christian Neidhart im Elfmeterschießen mit 3:4.

Nach regulärer Spielzeit hatte es 0:0 gestanden. Meppens Marco Komenda sah in der zweiten Halbzeit die Ampelkarte. Danach ging es direkt ins Elfmeterschießen. Die Meppener legten vor, aber Hassan Amin und Deniz Undav vergaben vom Elfmeterpunkt, während Regionalligist Rehden keine Nerven zeigte und viermal verwandelte. Hilal El-Helwe, Florian Egerer und der eingewechselte Nicolas Andermatt trafen für die Emsländer.

Die Kollegen trösteten Deniz Undav. Foto: Scholz

"Ich glaube, wenn du in Rehden im Pokal in der 1. Runde verlierst, kannst du nicht zufrieden sein", zeigte sich Neidhart enttäuscht. In Unterzahl habe die Mentalität gezeigt, die man in solche einem Pokalspiel zeigen müsse, so Meppens Coach. "Erst mit der Gelb-Roten Karte gegen Marco waren wir besser im Spiel und haben zum Ende hin sogar die Chancen gehabt, um das Spiel für uns zu entscheiden." Elfmeterschießen sei immer Glückssache. "Da hatte Rehden die besseren Chancen."

Kein Klassenunterschied

Ein Klassenunterschied war während der gesamten Spielzeit nicht zu erkennen. Eine zerfahrene Partie lieferten sich die klassenhöheren Gäste mit den Rehdenern. In der Schlussphase ging Meppen fahrlässig mit seinen guten Möglichkeiten um. Marius Kleinsorge zog bei einem Sololauf in den Strafraum, schoss aber knapp links vorbei. Danach hatte Undav zwei Riesenchancen auf dem Fuß. Erst scheiterte er nach feinem Steckpass von Luka Tankulic, ehe er alleine auf den Keeper zurannte aber nicht auf den mitgelaufenen Kleinsorge passte, sondern so lange zögerte, bis Rehdens Nummer eins die Möglichkeit vereitelte.

SVM-Schlussmann Erik Domaschke hätte zwar im Pokalwettbewerb trotz seiner Roten Karte von Halle spielen dürfen, aber weil Matthis Harsman danach in den Punktspielen gegen Bayern München II und in Unterhaching wieder zwischen die Pfosten gerückt wäre, stand er auch in Rehden im Tor und ließ nichts anbrennen.

Meppens Trainerbank. Foto: Scholz

Der SVM war heiß auf das Pokalspiel. Ziel war die Qualifikation für den DFB-Pokal. Das ist den Emsländern nach dem Zweitligaabstieg nur zweimal gelungen gegen Bayern München (1999) und den 1. FC Köln (2015). Siebenmal mussten sie nach nur einem NFV-Pokaleinsatz seit 1998 die Segel streichen, neunmal nach dem zweiten. Besonders bitter war die 0:1-Finalniederlage vergangene Saison in Drochtersen. Aber auch in Rehden war bereits Endstation.

Neidhart hatte vor Rehden gewarnt. Der BSV hat vor dem Meppen-Spiel sieben Partien in Folge nicht verloren, zuletzt vier Siege gefeiert.

Vor dem Anpfiff hatte Chaoten im Meppen-Fanblock Pyro gezündet. Die Stadionsprecherin erinnerte an den am Dienstag verstorbenen ehemaligen SVM-Stadion- und Pressesprecher Heiner Harnack. Es gab viel Beifall von den Rängen. Auf einem Banner der Gästeanhänger stand "Der Albtraum kehrt zurück". Am Ende wurde es für den Drittligisten ein schlechter Traum.

Rauch im Meppen-Block. Foto: Scholz

Rehden steht damit im Halbfinale des Landespokal. Der BSV hat sich dreimal für den DFB-Pokal qualifiziert, unterlag dabei gegen 1860 München (2003), gegen Bayern München (2013) und gegen den VfR Aalen (2014).

Meppens Kapitän Thilo Leugers wurde geschont. Für ihn rückte Willi Evseev von der Zehner- auf die Sechser-Position. Auf den Außenbahnen kamen Marius Kleinsorge und Max Kremer neu für René Guder und Hilal El-Helwe. Julius Düker, der in Halle auf der Bank saß, spielte im Sturmzentrum, Deniz Undav rutschte etwas zurück. 


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