Drei Strafstöße in zwei Spielen Elfmeter und der SV Meppen: Eine Beziehung mit Hindernissen


Meppen. Vor einer Woche waren es zwei Elfmeter, die dem SV Meppen in Braunschweig vorzeitig den Zahn zogen. Am Samstag entschied beim TSV 1860 München wieder ein Strafstoß die Partie. Elfmeter und der SV Meppen – in dieser Saison keine Erfolgsgeschichte.

Ausgerechnet Linksverteidiger David Vrzogic, der Hassan Amin (bei der afghanischen Nationalmannschaft) vertrat und drei Jahre für Bayern München II im Grünwalder Stadion gespielt hatte, verursachte den Elfmeter. Gegenspieler Stefan Lex entwischte ihm und erwischte bei einem langen Zuspiel die innere Bahn, verfolgt vom Meppener. Lex legte die Kugel an Torhüter Erik Domaschke vorbei und kam zu Fall. „Mein Gefühl sagt, dass ich ihn gar nicht berühre“, beschreibt Vrzogic die Situation. Lex sei nur irgendwie aus dem Tritt kommt. „Erik (Domaschke, Anmerkung der Redaktion) berührt ihn auch nicht.“ Zustimmung erntete Vrzogic von Mitspieler Deniz Undav:„ Es sieht in der Aktion zwar eklig aus, aber sie berühren ihn halt nicht. Dann ist es kein Elfmeter.“ Doch der Unparteiische Jonas Weickenmeier entschied ohne langes Zögern auf Strafstoß.

Trainer ärgert Entstehung

Fast mehr über die Entstehung als den Pfiff ärgerte sich Christian Neidhart. Bei einem geraden, einfachen Ball habe man die Kugel unterlaufen, so der Coach. „Dann sieht eine Situation so aus, wie sie ausgesehen hat.“ Von außen habe man das Gefühl gehabt, es sei ein klarer Elfmeter gewesen. „Ich habe sieben oder acht Zeitlupen gewesen und kann nicht zu 100 Prozent sagen, ob es ein Elfmeter war.“ Eine Berührung habe er nicht gesehen, aber manchmal gehe das auch ganz schnell, kennt der Coach solche Situationen aus seiner Zeit als Spieler und als Trainer. Auch er vermutet, dass Lex aus dem Tritt kam. „Für mich war es keiner.“

Ähnlich beurteilte Meppens Innenverteidiger Steffen Puttkammer die Szene. Aus Sicht des 30-Jährigen blieb Lex im Boden hängen. „Es ist natürlich ärgerlich, wenn man wieder durch einen Elfmeter, wo wieder keiner weiß, ob es einer war, in Rückstand gerät.“

Puttkammer wollte den Elfmeter aber nicht als Ausrede gelten lassen. „Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Wir schauen nicht auf den Schiedsrichter.“ Man habe Zeit genug gehabt, es selber irgendwie noch zu regeln, „und das ist uns leider nicht gelungen“.

Wunsch an die Schiedsrichter

Neidhart war nach der Partie in der Schiedsrichterkabine. Alles sei fair abgelaufen und Weickenmeier sei auch gesprächsbereit gewesen. Deshalb fand Meppens Trainer auch versöhnliche Worte in Richtung des Schiedsrichters. Auch weil er seine Urlaubskasse nicht gefährden wolle, sagt der 50-Jährige. In der Vergangenheit hatte ihn der DFB wegen Kritik an Schiedsrichtern zur Kasse gebeten. Nur soviel sagte Neidhart dann doch: „Manchmal wünsche ich mir am Ende einfach nur, dass sie sagen, dass es eine Fehlentscheidung war.“



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