Stimmen zum 0:1 bei 1860 München SV-Meppens Puttkammer: "Der Elfmeter war keiner"

Ärgerte sich an alter Wirkungsstätte: David Vrzogic. Foto: ScholzÄrgerte sich an alter Wirkungsstätte: David Vrzogic. Foto: Scholz

Meppen. Der Elfmeter für 1860 München sei keiner gewesen, sagt Steffen Puttkammer nach der 0:1-Auswärtsniederlage seines SV Meppen in der 3. Liga. Aber man hätte es selbst regeln können, gibt der 30-jährige Innenverteidiger auch sich und seiner Mannschaft die Schuld. Hier die Stimmen zum Spiel.

Steffen Puttkammer (Innenverteidiger des SV Meppen): „Vom Gefühl her war es ein Unentschieden-Spiel. So war es für mich auf dem Platz. Zum Ende hin haben wir schon noch zwei, drei gute Möglichkeiten. Im Endeffekt müssen wir uns da belohnen. Wir hatten viel Ballbesitz, ohne teilweise das letzte Zwingende zu haben. Insgesamt war es trotzdem ein gutes Auswärtsspiel. Es ist natürlich ärgerlich, wenn man wieder durch einen Elfmeter, wo wieder keiner weiß, ob es einer war, in Rückstand gerät. Weil sich dadurch ein komplettes Spiel ändert. Der ganze Charakter eines Spiels ändert sich, wenn du in Führung gehst. Gerade in dieser Liga können sie alle gut stehen und aus einer kompakten Defensive nach vorne spielen. Trotzdem ärgerlich, dass wir uns nicht noch mit einem Punkt belohnt haben. Vor dem Elfmeterpfiff macht Lex von außen einen Weg rein. Er hat in dem Fall dann die Innenbahn, bleibt aber, glaube ich, im Boden hängen. Die Jungs sagen beide, dass keiner dran war. Wenn überhaupt nur eine ganz leichte Berührung. Meiner Meinung nach muss man die Dinger pfeifen, wenn man sich hundertprozentig sicher ist. Der Schiedsrichter hat gesagt, dass er gar nichts sehen konnte. Dann hat es einen faden Beigeschmack. Aber nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Wir schauen nicht auf den Schiedsrichter. Wir haben Zeit gehabt, es selber irgendwie noch zu regeln, und das ist uns leider nicht gelungen. 1860 hat es mit den Ketten sehr kompakt gemacht. Da gab es nur schwer ein Durchkommen. Gerade zwischen den Lücken war es sehr, sehr schwierig, wenn sie so kompakt stehen. Trotzdem glaube ich, dass wir zum Ende hin die Möglichkeiten haben. Wenn du in einem Auswärtsspiel zwei, drei Möglichkeiten hast und die wegmachst, dann ist das auch in Ordnung. Es ist noch ein bisschen Puffer nach oben da.“

Steffen Puttkammer haderte mit dem Elfmeterpfiff. Foto: Scholz


David Vrzogic (Linksverteidiger des SV Meppen), dessen Zweikampf mit Lex zum Elfmeter führte und der das Grünwalder Stadion bestens aus seiner Zeit beim FC Bayern München II kennt): „Die erste Halbzeit ging an Sechzig, die zweite an uns. Vom Gefühl her hätte ich auch gesagt, wenn eine Chance noch mal reingeht, sind wir da. Irgendwie eine bittere Niederlage. Aber wir greifen Samstag noch mal gegen Aspach an und schauen, dass es da besser wird. Auch der Reporter von „Magenta TV“ hat zu mir gesagt, dass das eigentlich kein Elfmeter ist. Mein Gefühl sagt auch, dass ich ihn gar nicht berühre. Dass er nur irgendwie aus dem Tritt kommt. Erik (Domaschke, Anmerkung der Redaktion) berührt ihn auch nicht. Aber wir wollen nicht immer auf den Schiedsrichter losgehen und sagen, er hätte hier und er hätte da…Was sollen wir machen? Der Schiedsrichter hat am Ende so entschieden. Wir können unseren Unmut äußern, aber nichtsdestotrotz wurde so entschieden, und der Elfmeter ging rein. Wir müssen das Glück erzwingen, dass es vielleicht auf unserer Seite mal so passiert. Es ist schade, aber jetzt müssen wir Gas geben, dass wir Samstag und in den nächsten Wochen die Punkte holen für den Klassenerhalt. Einfach positiv in die Zukunft blicken, dann wird das schon. Es hat sich schön angefühlt, wieder hier zu spielen. Auch wenn die Farben heute anders waren. Es ist ein schönes Stadion. An sich habe ich eigentlich gute Erinnerungen an das Stadion – bis auf das Relegationsspiel gegen Fortuna Köln (Bayern II verpasste den Aufstieg in die 3. Liga). Es hat sich angefühlt, als wenn man nach Hause kommt. Und es war schön, wieder hier zu sein und die alten Gesichter wiederzusehen.“


Deniz Undav (Zehner des SV Meppen), der erstmals seit dem 26. Januar und der 0:1-Niederlage in Osnabrück wieder in der Startelf stand: „Wir hatten über das gesamte Spiel nicht solche klaren, hundertprozentigen Chancen. Bis zum Sechszehner haben wir gut rausgespielt, aber die finalen Aktionen waren nicht richtig da, bei denen wir sagen, dass die Chance rein muss. 1860 hat gut verteidigt. Sie standen hinten sehr gut, aber bei uns hat ganz vorne eine bisschen die Durchschlagskraft gefehlt. Aber darauf müssen wir aufbauen und hoffen, dass wir jetzt zu Hause gegen Großaspach unsere Chancen kriegen und sie dann auch nutzen. Wenn man sieht, dass schon beim letzten Spiel die beiden Elfmeter sehr fragwürdig waren, und heute auch…David (Vrzogic) und Erik (Domaschke) sagen, dass ihn keiner berührt. Es sieht in der Aktion zwar eklig aus, aber sie berühren ihn halt nicht. Dann ist es kein Elfmeter. Aber was soll man machen? Man kann jetzt nicht auf den Schiri einhauen. Sowas passiert im Fußball. Wir müssen den Mund abwischen und versuchen, im nächsten Spiel drei Punkte zu holen. Es ist geil, dass so viele Fans dabei sind und uns unterstützen. Leider hat das Ergebnis nicht gepasst. Aber sowas ist immer wieder schön zu sehen, wenn so viele Emsländer nach München fahren. Das ist eine weite Strecke. Leider haben wir keine drei Punkte geholt. Hoffen wir mal auf nächste Woche.“


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