1100 Fans am Samstag in München Marcus Piossek vom SV Meppen muss bei den Löwen passen

Kann nicht auf dem Platz mit seinen Kollegen jubeln: Marcus Piossek (MItte). Foto: Lars SchröerKann nicht auf dem Platz mit seinen Kollegen jubeln: Marcus Piossek (MItte). Foto: Lars Schröer 

Meppen. Nach einem Vierteljahrhundert wieder im Grünwalder Stadion – der SV Meppen läuft am Samstag um 14 Uhr beim TSV 1860 München auf. Begleitet von mehr als 1100 emsländischen Fans. Aber ohne einen wichtigen Stammspieler.

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Offensivakteur Marcus Piossek steht den Meppenern bei den Löwen nicht zur Verfügung. Dem 29-jährigen Winterzugang wurde am Donnerstag am Rücken ein Abszess entfernt. Piossek stand in den letzten sieben Partien immer in Meppens Startelf, erzielte dabei drei Tore. Erst wenn die Entzündungswerte wieder in Ordnung sind, kann Piossek wieder ins Training einsteigen.


Amin noch bei der Nationalmannschaft

Weil auch Hassan Amin fehlt (Länderspiele mit Afghanistan), muss Trainer Christian Neidhart gegenüber dem 0:3 von Braunschweig auf mindestens zwei Positionen umstellen. „Wir haben gerade für dieses Spiel viele Überlegungen“, will sich der Fußballlehrer natürlich vorher nicht in die Karten schauen lassen. Für Amin, der am Dienstag zurückkehrt, dürfte David Vrzogic hinten links verteidigen. Fabian Senninger ist nach seinem im Sommer erlittenen Kreuzbandriss noch nicht so weit. Neidhart: „Er trainiert seit einer Woche voll. Wird aber logischerweise in den nächsten Spielen über die zweite Mannschaft kommen.“

Dürfte Hassan Amin ersetzen: David Vrzogic (beim Einwurf), der von 2011 bis 2014 beim FC Bayern München II gespielt hat. Foto: Scholz


Von Piosseks Ausfall könnte möglicherweise Deniz Undav sportlich profitieren. Der 22-Jährige gab dem SVM in den letzten Spielen als Einwechselspieler neue Impulse. Letztmals stand Undav am 26. Januar in der Anfangsformation – bei der 0:1-Niederlage in Osnabrück. Neben ihm wären Max Kremer und Luka Tankulic weitere Alternativen auf der Zehnerposition. Tankulic spielte zuletzt beim 0:3 in Braunschweig neben Thilo Leugers auf der Sechs. „Er kann mehrere Positionen spielen“, sieht Neidhart Tankulic als Offensivallrounder. Man sei sehr variabel, betont der Coach. „Da wird uns gegen Sechzig sicher etwas einfallen.“

Noch nicht wieder einsatzfähig ist Julian von Haacke. „Sein Fuß macht noch ein bisschen Sorgen“, so Neidhart. Von Haacke arbeitet zwar individuell auf dem Platz, ist aber noch nicht wieder ins Mannschafttraining eingestiegen. Vor viereinhalb Wochen hatte sich von Haacke im Training einen Außenbandriss zugezogen. Ursprünglich waren die Verantwortlichen von zehn bis zwölf Tagen Pause ausgegangen.


Beim 1:0-Hinspielsieg der Meppener, als Hassan Amin das Siegtor erzielte, spielten die Löwen mit den großen und kräftigen Sascha Mölders (1,85 Meter) und Adriano Grimaldi (1,88 Meter) vorne. Grimaldi wechselte im Winter zum KFC Uerdingen. Deshalb spielt nun der im Januar aus Bielefeld gekommenen Price-Osei Owusu (1,90 Meter) im 4-4-2 neben Mölders. Auf den Außenbahnen sorgen der Ex-Ingolstädter Stefan Lex und Nico Karger für Druck.  

Heimstarke Löwen

In der Auswärtstabelle liegen die Gastgeber auf Rang zwölf. Im eigenen Stadion zeigt die Mannschaft von Daniel Bierofka (40) jedoch ein anderes Gesicht. „Sechzig ist die zweitstärkste Heimmannschaft nach Osnabrück“, warnt Neidhart. „Sie haben ihre Punkte zu Hause geholt. Und sind in ihren Heimspielen immer sehr souverän aufgetreten.“

Partie ausverkauft

Auch das 15. Heimspiel der Löwen in dieser Saison auf Giesings Höhen dürfte mit 15.000 Zuschauern ausverkauft sein. Einzig beim Spiel gegen Schlusslicht VfR Aalen konnten die Sechziger nicht ausverkauft melden - gegen die Schwaben kamen am 18. Februar 14.100 Fans ins Grünwalder.

Das Team des SV Meppen fliegt am Samstagmorgen gegen 9 Uhr mit einer Chartermaschine von Münster nach München und am Abend wieder zurück.

Zur Sache

Zum zweiten Mal im Grünwalder Stadion
Nach mehr als 25 Jahren spielt der SV Meppen wieder im Grünwalder Stadion: Am 5. Dezember 1993 siegte der SVM mit 2:1. Vor 22.000 Zuschauern trafen Rainer Rauffmann und Andreas Helmer für die Emsländer. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Peter Pacult. Im Rückspiel am letzten Spieltag gelang 1860 der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Pacult schoss am 11. Juni 1004 das 1:0-Siegtor.


Trotz der großen Entfernung wird es den Meppenern im Grünwalder Stadion nicht an Unterstützung mangeln. Dass das Interesse irgendwann abebben wird, damit rechnet Neidhart nicht. „Nee, das glaube ich nicht. Das sind schon Highlightspiele - ob in Braunschweig oder an der Grünwalder Straße.“ Gerade auch bei anderen Vereinen seien viele Fans mit nach München gefahren. Man wisse ja auch nicht, wie lange es solche Duelle geben wird. Der Coach, selbst noch nie im Grünwalder Stadion, hat mitbekommen, dass viel Meppener am Freitagabend im Hofbräuhaus Tische bestellt haben sollen. Allein 300 sollen im Augustiner sein.


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