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Zwei Elfer für Braunschweig Serie des SV Meppen reißt ausgerechnet im Nordderby


Braunschweig. Nach sieben Spielen ohne Niederlage ist die Serie des SV Meppen ausgerechnet im Nordderby gerissen. Vor 18.190 Zuschauern verloren die Emsländer bei Eintracht Braunschweig 0:3 (0:1). Zwei Elfmeter unmittelbar nach der Pause besiegelten die zweite Niederlage 2019.

Damit ist der SV Meppen wieder auf einen zweistelligen Tabellenplatz (11) gefallen. Er musste Unterhaching, Kaiserslautern, Würzburg und Uerdingen passieren lassen. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt neun Spieltage vor Saisonende acht Punkte.

Lob von Schubert

Nach der umkämpften Partie lobten beide Trainer die gegnerische Mannschaft. „Meppen spielt richtig guten Fußball“, erklärte Braunschweigs André Schubert, dessen Elf nach sechs Spielen ohne Niederlage zum ersten Mal nach dem zweiten Spieltag wieder auf einen Nichtabstiegsplatz vorrückte. „Da macht es Spaß zuzuschauen.“ Mit Nick Proschwitz oder Marcus Piossek habe der Gast zwei Fußballer, die ein gutes Timing hätten und gut in die Schnittstellen liefen. „Dagegen ist schwer zu verteidigen.“

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Die Emsländer gerieten in der Anfangsphase schwer unter Druck. Sie erfuhren, dass das Spiel mit dem 4:2-Sieg in der Hinrunde nicht mehr zu vergleichen war. Die Gastgeber boten nicht nur anderes Personal auf, sondern zeigten auch einen ganz anderen Willen und eine ganz andere spielerische Klasse. Braunschweig agierte zwar aus einer offensiven 4-3-3-Grundformation, doch Bernd Nehrig rückte defensiv immer wieder in die Viererkette ein. Zudem zog sich der Gastgeber bei Ballverlusten schnell zurück. Er hatte zwei Möglichkeiten durch den in der Winterpause vom VfR Aalen gekommenen Marcel Bär und Benjamin Kessel.

Auf die Unterstützung der Fans konnte sich der SV Meppen auch in Braunschweig verlassen. Foto: Scholz


Tankulic trifft nur den Pfosten

„Defensiv haben beide Mannschaften dem Gegner etwas angeboten“, bezog Schubert die beiden Situationen ein. Brauschweig blieb agil, aber Meppen fand sich besser zurecht. Pech für Luka Tankulic, als er den Ball per Kopf nach einem Freistoß an den Pfosten setzte. Zuvor hatte Proschwitz Torwart Jasmin Fejzic geprüft. Der stark freigespielte Nico Granatowski bekam keine Wucht hinter den Ball. Marius Kleinsorge agierte im Strafraum nicht entschlossen, als der Ball auf dem schwachen linken Fuß lag. Nach feiner Kombination über Luka Tankulic und Granatowski scheiterte Nick Proschwitz an Torwart Jasmin Fejzic. Mit etwas mehr Glück und Konsequenz wäre die Führung möglich gewesen. „Ärgerlich“, befand Meppens Sportvorstand Heiner Beckmann zum Seitenwechsel. „Wir hatten die etwas klareren Chancen bei Kontern.“

Fürstner trifft kurz vor der Pause

Doch zur Pause lag Meppen 0:1 zurück: Bär setzte sich auf der linken Seite gegen zwei Gegenspieler durch, passte in die Mitte, wo Stephan Fürstner den Ball flach in die Maschen setzte. Das kann man besser verteidigen, meine Neidhart, zumal Kleinsorge den Ball hatte. Großer Jubel bei der Eintracht, die zuvor zweimal verpasst hatten: Zuerst jagte Janzer die Kugel aus kurzer Distanz ans Aluminium, beim Nachschuss saß er im Weg, war aber ohnehin im Abseits.

Trost für Hassan Amin (l.), nach dessen Aktion der Schiedsrichter auf Elfmeter entschied, spendete Torwart Erik Domaschke. Foto: Scholz


Granatowski bleibt angeschlagen in der Kabine

Zur Pause blieb der angeschlagenen Granatowski in der Kabine. Für ihn kam René Guder. Der hatte sich noch gar nicht richtig orientiert, da gab es Strafstoß gegen Meppen. Janzer ging nach Kontakt mit Puttkammer zu Boden. Lange Diskussionen, aber Schiedsrichter Nicolas Winter blieb bei der Entscheidung. Marc Pfitzner ließ sich die Chance nicht entgehen, verlud Domaschke. Umstritten war auch der Handelfmeter, bei dem Hassan Amin angeschossen wurde. Neidharts Gesten deuteten an, was er vom Pfiff hielt; nichts. „Schwierige Entscheidungen“, wollte sich Schubert nicht festlegen. Wieder das Duell Domaschke gegen Pfitzner, wieder schickte der Schütze den Torwart in die falsche Ecke.

Einziger Sieg bei der Eintracht vor 28 Jahren

Neidhart brachte mit Deniz Undav und Max Kremer zwei frische Kräfte, aber am Ergebnis änderte sich nichts. „Braunschweig hat hinten dicht gemacht“, stellte Neidhart fest. Der SV Meppen wartet nach neun Versuchen weiter auf den zweiten Sieg in Braunschweig. Der einzige gelang vor 28 Jahren!


Vier Veränderungen

Neidhart hatte seine Startelf bei der letzten Partie der englischen Woche auf gleich vier Positionen verändert. Bereits im Vorfeld hatte er angekündigt, dass Marco Komenda nach Ende der Gelbsperre wieder in die Innenverteidigung rücken würde. Dafür musste Jovan Vidovic seinen Platz räumen. Zudem kamen der gebürtige Braunschweiger Nico Granatowski für René Guder auf der linken offensiven Außenbahn, Luka Tankulic für Martin Wagner auf der Doppel-Sechs neben Thilo Leugers und Hassan Amin links defensiv für David Vrzogic.

Gastgeber stellt dreimal um

Schubert stellte dreimal um. Nils Rütten, der nach der Roten Karte am Mittwoch in Kaiserslautern für zwei Spiele zum Zuschauen verdonnert wurde, und Yari Otto (fünfte Gelbe Karte) waren gesperrt. Zudem blieb der ehemalige Mönchengladbacher Mike Feigenspan zunächst draußen. Dafür rückten Bernd Nehrig, Stephan Fürstner und Marcel Bär in die Anfangsformation.


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