zuletzt aktualisiert vor

SV Meppen: Dritter Sieg in Folge Traum-Heimdebüt für Doppelpacker Piossek


Meppen. Dritter Sieg in Serie für den SV Meppen: Vor 7430 Zuschauern siegten die Emsländer verdient mit 3:0 (2:0) gegen Energie Cottbus. Ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt und ein Traum-Einstand von Doppelpacker Marcus Piossek.

„Wir setzen den positiven Trend fort“, strahlte SVM-Trainer Christian Neidhart, dessen Team aus den vergangenen neun Spielen 19 Punkte gesammelt hat. „Es bleibt weiter eng“, weiß er aber, dass er Klassenerhalt noch weit weg ist. „Aber man muss immer sehen, woher wir kommen“, erinnerte er daran, dass der SV Meppen selbst Schlusslicht war und schon fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hatte. Zudem üben die Emsländer durch ihre Resultate ordentlich Druck aus auf die Gegner in der zweiten Tabellenhälfte, der sie ja noch angehören. Punkte gegen die unmittelbare Konkurrenz zählen ja sprichwörtlich doppelt. Und da hat der SVM wieder einmal seine Hausaufgaben gemacht.

Energie-Trainer Pele Wollitz zeigte sich nach drei Niederlagen in Serie, nicht zufrieden. Er verwies auf die Fehler seiner Mannschaft, die in dieser Liga häufig entscheiden würden. Den ersten machte Streli Mamba, als er das Meppener Angebot zur Führung nicht nutzte. Der schnelle Spieler ließ nach einem Anspiel das Leder abprallen, Markus Ballmert passte es zu kurz auf Erik Domaschke, der danach mit dem Fuß gegen Mamba rettete. Glück für den SV Meppen. Das hätte das 0:1 sein können.

Energie am Anfang variabel

Der Gast aus Brandenburg machte es gerade in der Anfangsphase mit seinem variablen System gut. Er störte das Aufbauspiel der Meppener energisch, machte die Räume eng. Dem entzog sich der Gastgeber erst, als er Thilo Leugers im Aufbauspiel weiter nach vorn beorderte.

Wollitz: Fehler oder Foul?

Bei der zweiten wichtigen Aktion des Spiels, war Wollitz nach dem Abpfiff noch nicht sicher, „ob es ein Fehler oder ein Foul war“. Er meinte damit die Situation vor dem 0:1. Nach einer Ecke von der linken Seite und mehreren Kopfbällen stand Proschwitz goldrichtig und köpfte das Leder ins Netz (23.). Sein neunter Saisontreffer. Zu diesem Zeitpunkt überraschend. Die Gästespieler wollten jedenfalls ein Foul an Torwart Avdo Spahic gesehen haben. Der Unparteiische teilte diese Meinung genau so wenig wie SVM-Co-Trainer Mario Neumann. Die Emsländer verwiesen auf ihre gefährlichen Standards. Eine Ecke war zuletzt auch in Aalen dem Siegtreffer vorausgegangen.

Enttäuscht nach der Niederlage in Meppen: Energie-Trainer Pele Wollitz. Foto: Scholz

2:0 das Zusammenspiel der Winter-Neuzugänge

Beim 2:0 durch die Meppener Winter-Neuzugänge nur zehn Minuten später verlor Cottbus den Ball in einer Kontersituation. René Guder passte das Leder von rechts maßgenau nach innen, Marcus Piossek schoss es mit links ins lange Eck. Jubel pur in der Hänsch-Arena. So gut war die Stimmung zuletzt oft erst nach dem Schlusspfiff. „Wir haben den Fehler konsequent genutzt“, erklärte Neidhart, dessen Team in der Chancenverwertung im ersten Durchgang sehr effektiv war. Zuvor verfügten sie über keine glasklare Möglichkeit, führte nach dem 2:0 jedoch Regie.

Mamba trifft den Pfosten

Cottbus lag bereits zum 14. Mal in dieser Saison mit 0:2 hinten, kassierte dabei erneut einen Gegentreffer nach einem Standard. Doch die Brandenburger steckten nicht auf, hatten unmittelbar nach dem Wechsel leichte Vorteile, weil der Gastgeber nicht früh genug attackierte. Aber Cottbus hatte das Pech, das Kellerkindern häufig nachgesagt wird: Denn Mamba traf in der 50. Minute den Pfosten, den Nachschuss von Routinier Dimitar Rangelov aus kurzer Distanz wehrte Domaschke ab.

Nico Granatowski kam für den verletzten Luka Tankulic in die Startelf. Foto: Scholz

Piosseks zweites Tor

Nach knapp einer Stunde war die Partie endgültig entschieden. Nach einem mustergültigen Angriff passte Guder von der rechten Seite auf Granatowski, der Piossek auflegte. Der ehemalige Lotter traf wieder mit links. Sein zweites Tor. Ein Traum-Heimdebüt für den 29-Jährigen. 

30-Punkte-Marke geknackt

Danach spielte der SVM seine ganze Sicherheit aus. Er nutzte den Platz. Das Leder rollte gut nach vorn. Der Schuss von Proschwitz wurde geblockt, bei der Aktion von Julian von Haacke war Spahic auf dem Posten. Guders Schuss war zu schwach. Beim Kopfball von Proschwitz sahen einige Zuschauer den Ball schon hinter der Linie. Und sie sahen auch, dass Luke Hemmerich das Leder mit der Hand nach vorn bugsierte. Aber es gab weder Tor- noch Elfmeterpfiff. Die Fans blieben gut gelaunt. Der SV Meppen hat die 30-Punkte-Marke geknackt. Und sich den einstelligen Tabellenplätzen angenähert. 

Die Fans feierten den Meppener Heimsieg. Foto: Scholz

Fünfte Gelbe für Undav

Ärgerlich die Gelbe Karte gegen den eingewechselten Deniz Undav in der Nachspielzeit, der damit in Rostock gesperrt ist, Gefährdet sind gleich sechs weitere Spieler. 

Granatowski für Tankulic in der Startelf

Neidhart hatte sein Team im Vergleich zum Spiel in Aalen nur auf einer einzigen Position geändert. Für den verletzten Luka Tankulic (im Training umgeknickt) rückte Nico Granatowski positionsgetreu im linken offensiven Mittelfeld nach. Der Linksfuß war in Aalen eingewechselt worden.

Zwei Veränderungen

Cottbus-Coach Wollitz stellte seine Elf auf zwei Positionen um: Für den gelbgesperrten José-Junior Matuwila und Moritz Broschinski standen Philipp Knechtel und Fabian Holthaus von Beginn an auf dem Platz. Wie schon bei der 1:2-Heimniederlage gegen Würzburg waren auch die vier Winter-Neuzugänge Jürgen Gjasula (Viktoria Berlin), Daniel Bohl (Hallescher FC), Luke Hemmerich (Ergebirge Aue) und Robert Müller (KFC Uerdingen) beim Anpfiff dabei. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN