Mit Anekdoten über Jürgen Klopp und Co. Ex-Profi Ansgar Brinkmann begeistert Sponsoren des SV Meppen

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Werlte. Zur Weißglut trieb er in seiner Profikarriere Trainer und Mitspieler mit seinen Eskapaden. Beim Neujahrsempfang des SV Meppen in Werlte begeisterte Ansgar Brinkmann am Donnerstag die 150 Gäste mit seinen Anekdoten. Besonders die Erinnerungen an seinen ehemaligen Zimmerkollegen Jürgen Klopp sorgten für viele Lacher.

Zwei Jahre lang teilten sich Brinkmann und Klopp als Spieler des FSV Mainz das Zimmer. „Das war nicht freiwillig“, erinnert sich Brinkmann, sondern geschah auf Anweisung des jetzigen Schalke-Managers Christian Heidel, damals in selber Position in Mainz tätig. Mit Klopp sei ein Studierter auf einen Hauptschüler getroffen, scherzt Brinkmann. Er habe einmal zu Klopp gesagt, der viele Bücher dabeihatte: „Kloppo, das mit dem Studieren ist eine gute Idee von dir. Weil mit Fußball wird das nichts bei dir.“ Diesen Spruch bekomme er heute noch häufiger von Klopp geschickt, so Brinkmann. „Er ist nach wie vor ein guter Freund.“

Viel Spaß mit Klopp in Mainz

Aktuell winkt Klopp als Trainer beim englischen Premier-League-Klub FC Liverpool die Meisterschaft. Zweimal wurde er deutscher Meister mit Borussia Dortmund, gewann 2012 sogar das Double. „Mit Jürgen Klopp hat das unfassbar viel Spaß gemacht“, blickt Brinkmann gerne auf die gemeinsame Zeit zurück. Bei einem Auswärtsspiel habe er Klopp einmal geweckt, weil er den Fernseher aus dem 8. Stock des Hotels geworfen hatte. Klopp schreckte hoch und habe gefragt, wo der Fernseher sei. „Ich sagte, der ist weg. Kloppo fragte warum. Da habe ich zu ihm gesagt, dass der Film ein scheiß Ende hatte.“ Das sei der Moment gewesen, wo Klopp von einem gemeinsamen Zimmer mit Brinkmann befreit werden wollte. 

Jürgen Klopp teilte als Spieler in Mainz sein Zimmer mit Ansgar Brinkmann. Foto: dpa/Richard Sellers/PA Wire

18 Vereine und 39 Trainer erlebte Brinkmann in seiner 20-jährigen Laufbahn. Obwohl „der weiße Brasilianer“ für seine Eigenarten bekannt war, holten ihn einige Vereine wie Gütersloh, Münster und Osnabrück sogar wieder nach einiger Zeit zurück. „Was auch nicht gegen meine Wenigkeit spricht“, findet Brinkmann. 

Ehrmantraut rettete seine Karriere

Mit einigen Trainern habe er Krieg geführt, gibt der heute 49-Jährige zu. Andere halfen Brinkmann zurück auf den Erfolgsweg. „Horst Ehrmantraut hat so ein bisschen mein Fußballerleben gerettet.“ Der ehemalige Meppen-Trainer habe ihn verpflichtet, als Brinkmann beim BV Cloppenburg spielte. „Man konnte mich damals nirgendwo mehr hinsuspendieren, denn ich war zu Ende suspendiert.“ Aber Ehrmantraut habe ihn zu Eintracht Frankfurt geholt. 

„Ich hatte schon eine unfassbare Macht als Spieler“, sagt der mit reichlich Talent gesegnete Brinkmann rückblickend. „Das habe ich auch oft ausgenutzt.“ Seine erste Abmahnung habe er vom jetzigen Trainer von Meppens Zweitligafrauenmannschaft, Roger Müller, bekommen. Er sei 13 Jahre alt gewesen, erinnerte sich Brinkmann. Müller war damals Verbandstrainer in Barsinghausen. Weshalb er abgemahnt wurde, verriet Brinkmann nicht. Nur, dass sie berechtigt war.

Leistung bringen ist wichtig

Aber der Mann mit dem Kapuzenpulli gab auch Nachdenkliches von sich. „Wenn du Leistung bringst, finden dich die Mitspieler gut. Die Medien finden dich gut, die Sponsoren finden dich gut, die Fans auch – das ist eine Kettenreaktion.“ Alles beginne auf dem Platz. Wenn man kein Egoist sei und alles für die Mannschaft gebe, dann könne man auch mal außerhalb des Platzes schwierig sein. „Oder in der Kabine.“

Der in Vechta geborene Brinkmann sagte, er sei mit null Euro in seine 20-jährige Karriere gegangen und mit einem Minus herausgegangen. Deshalb müsse er noch ein bisschen arbeiten, gesteht Brinkmann. „Aber das habe ich nicht exklusiv. Das müssen andere auch.“ Aber er arbeite gerne. Seit acht Jahren macht Brinkmann eine Kolumne für den Radiosender 1live. „Es sollten mal zwei Folgen werden.“ Auch bei den Fernsehsender RTL Nitro und Sky sei er hin und wieder am Start. „Fußball ist mein Schwerpunkt und bleibt auch mein Schwerpunkt.“ 

Seinen Auftritt im Dschungelcamp 2018 verteidigt Ansgar Brinkmann. Foto: RTL

Seine Teilnahme am Dschungelcamp 2018 verteidigte Brinkmann. Das sei das erfolgreichste deutsche Fernsehformat, und er investiere gerne in Erlebnisse. „Eben sagte noch jemand zu mir: Ich wäre da nicht reingegangen. Da habe ich ihm gesagt: Machen sie sich keine Sorgen! Sie fragt auch keiner!“ Aber einmal reiche auch. Vor einigen Jahren bei der ersten Anfrage hätte er da Geld aus dem Dschungelcamp noch gebraucht. „Jetzt habe ich es nicht gebraucht, aber zugesagt.“ Es sei ein Erlebnis und habe Spaß gemacht. „Und wir haben ja nur dieses eine Leben.“

Dass er irgendwann auf einem Sponsorenabend des SVM auftreten werde, hätte er selbst nicht gedacht, so Brinkmann. Gerne erinnert er sich an die Derbys zwischen Osnabrück und Meppen. Es seien immer schöne und tolle, aber auch schwierige Spiele gewesen. Nicht vergessen hat er die verbalen Auseinandersetzungen auf dem Weg zum Platz und auf dem Feld. „Das gibt es heute ja nicht mehr. Die haben ja alle die Hand vor dem Mund.“

"Richtig gute Jungs in Meppen"

Ein Lob verteilte Brinkmann an die heutige Generation bei den Emsländern: „Der SV Meppen hat richtig gute Jungs am Start. Der Manager Ronald Maul und Trainer Christian Neidhart, mit dem ich noch zusammengespielt habe, machen einen richtig guten Job.“

Was er in seiner gemeinsamen Zeit mit Christian Neidhart beim VfL Osnabrück (1988 bis 1990) erlebte, verschwieg Brinkmann. Dafür steckten die beiden hinterher minutenlang an einem Stehtisch die Köpfe zusammen.


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