Nach den Zwischenfällen vor dem Derby SV Meppen denkt über den Einsatz künftiger Entlastungszüge nach

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Fährt künftig kein Entlasterzug der Westfalenbahn mehr zu den Auswärtsspielen? Foto: Dieter KremerFährt künftig kein Entlasterzug der Westfalenbahn mehr zu den Auswärtsspielen? Foto: Dieter Kremer

Meppen. Körperverletzung, Brandstiftung, Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz und Beleidigungen – das Fehlverhalten einiger Chaoten rund um den Entlastungszug nach Osnabrück könnte in Zukunft für die vernünftigen Fans des SV Meppen Konsequenzen haben.

In Absprache mit dem Fanprojekt Meppen weist der SV Meppen in einer Pressemitteilung darauf hin, dass es womöglich in Zukunft keine Entlastungszüge zu Auswärtsspielen mehr geben könnte, oder aber mit verstärkten und gesonderten Auflagen seitens der Polizei zu rechnen sei. „Das wäre sehr bedauerlich. Denn der Großteil unserer Fans, darunter auch Familien mit Kindern, nimmt die Entlasterzüge gerne an und fühlt sich durch dieses unangemessene Verhalten in den Zügen verständlicher Weise sehr unwohl“, betont SVM-Pressesprecher Thomas Kemper.

Maul: Mehrheit verhält sich friedlich

SVM-Geschäftsführer Ronald Maul kritisiert das Fehlverhalten einiger Chaoten deutlich: „Die ganz große Mehrheit unserer Anhänger verhält sich friedlich und möchte einen schönen Fußballtag erleben. Es ist ärgerlich, dass eine kleine Gruppe dies massiv stört."



Am vergangenen Samstag hatte Chaoten im Entlastungszug der Westfalenbahn kurz vor dem Halt in Osnabrück Pyrotechnik gezündet, wodurch es zu einer starken Rauchentwicklung im Zug kam. Daraufhin wurde die Nothilfeeinrichtung an der Tür betätigt. Am Bahnhof wurden zusätzlich Böller gezündet. Es kam zur Auseinandersetzung zwischen vermummten Chaoten und der Polizei. Daniel Hunfeld, Sprecher der Bundespolizei Bad Bentheim, schätzt die Zahl der Chaoten auf „gute 20“, von denen einige polizeibekannt sind. 25 Anzeigen wurden erstattet. In diesem Zusammenhang wurden diverse Ermittlungen eingeleitet.



Toiletten verschlossen

Der beschädigte Zug musste vor der Rückreise gereinigt werden, weil einige Personen unter anderem in den Zug uriniert hatten. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass den Bahnreisenden nahezu keine Toiletten zu Verfügung standen. In einer Pressemitteilung verteidigt die Westfalenbahn ihr Vorgehen. Auf der mittleren Zug-Traktion, hieß es in einer Pressemitteilung, habe es bereits vor Abfahrt Probleme gegeben, sodass diese Toilettenbereiche gesperrt waren. "Circa 20 Minuten nach der Ausfahrt Meppen erfolgten aufgrund von Vandalismus weitere automatisierte Toilettensperrungen", so eine Sprecherin der Westfalenbahn.

850 Anhänger im Zug

Laut SVM nutzten am vergangenen Samstag etwa 850 SVM-Anhänger den Entlasterzug, um nach Osnabrück zu reisen. Nach Angaben der Westfalenbahn wurde der Zug von einem Kundenbetreuer der Westfalenbahn, zwölf Sicherheitskräften und zwei Beamten der Bundespolizei begleitet. Der Brand habe zwischen 40 und 60 Sekunden gedauert. Die Bundespolizei habe einen Brandtrupp angefordert, doch der Brand sei schon gelöscht gewesen. 


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