Pyrotechnik verursacht Rauchentwicklung Meppen-Chaoten zündeln am Osnabrücker Bahnhof

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Am Bahnhof in Meppen startete der Entlasterzug. Foto: Dieter KremerAm Bahnhof in Meppen startete der Entlasterzug. Foto: Dieter Kremer

Osnabrück. Massiv Pyrotechnik gezündet wurde im letzten Jahr beim Drittligaderby zwischen dem VfL Osnabrück und dem SV Meppen. Am vergangenen Samstag blieb es im Stadion ruhig. Dafür produzierten Chaoten am Osnabrücker Bahnhof reichlich Negativschlagzeilen.

Die Bilanz: 25 Anzeigen wurden erstattet, die meisten wegen Körperverletzung. Fünf Körperverletzungen, acht gefährliche Körperverletzungen, drei Beleidigungen, acht Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, Brandstiftung und möglicherweise Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen notierte die Polizei. Ob der Einsatz der Nothilfeeinrichtung begründet war oder nicht, muss noch festgestellt werden. „Es könnte auch begründet gewesen sein, dass man die Nothilfeeinrichtung entriegelt hat, wenn dort Qualm war“, teilte Daniel Hunfeld mit. „Damit da Luft hinkommt. Aber das wissen wir noch nicht“, ergänzt der Sprecher der Bundespolizei Bad Bentheim.

Der Faltenbalg ist das ziehharmonikaartig zusammenfaltete Stück Kunststoff, das zwei Waggons miteinander verbindet. Foto: Dieter Kremer


Kurz bevor der Zug der Westfalenbahn gegen 12.30 Uhr am Osnabrücker Bahnhof auf Gleis 11 eintraf, wurde eine sechs mal acht Zentimeter große Pyrotechnik gezündet und in eine Rille eines Faltenbalges gelegt. Bei einem Faltenbalg handelt es sich um das ziehharmonikaartig zusammenfaltete Stück Kunststoff, das zwei Waggons miteinander verbindet. „Dadurch ist es zu einer starken Rauchentwicklung im Zug gekommen“, berichtet Hunfeld. Daraufhin sei die Nothilfeeinrichtung an der Tür betätigt worden. Als der Zug am Bahnhof auf der unteren Ebene hielt, sei der Rauch deutlich zu sehen gewesen, so der Sprecher. „Es ist auch ein nicht unerheblicher Schaden entstanden.“ Über die Höhe des Schadens könne man aber noch nichts sagen. Nach aktuellen Stand gab es keine Verletzten.

Täter vermummt

Weil sich mehrere Personen vermummt hatten, konnte der Täter noch nicht ermittelt werden. Hunfeld: „In dem Bereich wurde wohl auch eine Kamera abgeklebt.“ Von sieben, acht Personen, die blaue Farbe an den Händen hatten, seien laut Hunfeld die Personalien aufgenommen worden. Die Farbe könnte von dem blauen Rauch der Pyrotechnik stammen. Die Ermittlungen seien noch ganz am Anfang, aber es könnte dort ein Zusammenhang bestehen. Möglicherweise könne man an weiteren Dosen, die in dem Faltenbalg gefunden wurden, weitere Spuren sichern.

Der Zug wurde zwar beschädigt, kam aber auf dem Rückweg wieder zum Einsatz. „Es gab schon Überlegungen, dass der Zug nicht mehr einsetzbar war. Das wurde genau in Augenschein genommen und geprüft. Aber er war jetzt nicht so stark beschädigt, dass er nicht mehr hätte eingesetzt werden konnte“, erklärt Hunfeld. Hätte der Zug nicht mehr eingesetzt werden können, hätten die Reisenden auf die „normalen“ Regelzüge ausweichen müssen.

Weil der Zug zudem stark verschmutzt war, musste er während des Spiels gereinigt werden. Unter anderem hatten einige Chaoten auf dem Hinweg nicht die Toiletten benutzt, sondern in den Zug uriniert.

700 Personen im Entlasterzug

Fast 1000 bahnreisende Fans aus dem Emsland registrierte die Polizei am Samstag. Etwa 700 von ihnen nutzten den Entlasterzug des SV Meppen. „Man muss auch sagen, dass sich die Masse gut benommen hat“, sagt Hunfeld. Die Zahl der Chaoten schätzt er auf „gute 20“, von denen einige polizeibekannt sind. Man finde aber auch nicht immer alle. Einige Böllerwürfe seien in der Masse untergegangen.

Die Polizei sprach noch vor Ort 24 Platzverweise aus. Daneben gab es 44 Gefährderansprachen. Heißt: die Polizei ging auf Personen zu und ermahnte sie. Zwei Personen wurden wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz festgenommen. Dazu wurden zwei Personen wegen Pyrotechnik in Gewahrsam genommen, heißt in die Obhut der Polizei. Nach ein paar Stunden kamen sie wieder frei.

Im Gegensatz zu den meisten Verkehrsunternehmen herrscht in den Zügen der Westfalenbahn kein Alkoholverbot. Bei der Fahrt nach Osnabrück wurde reichlich Alkohol konsumiert. Auf dem Bahnsteig in Meppen lagen am Montag noch zahlreiche Flaschen.

Der Müll von Samstag lag noch zwei Tage später am Meppener Bahnhof. Foto: Dieter Kremer



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