Girth von Kiel nach Osnabrück Lange Gesichter bei den Fans des SV Meppen

Wechselt zum VfL Osnabrück: Der ehemalige Meppener Benjamin Girth. Foto: KemmeWechselt zum VfL Osnabrück: Der ehemalige Meppener Benjamin Girth. Foto: Kemme

Meppen. Lange Gesichter bei den Fans des SV Meppen, die auf eine Rückkehr von Torjäger Benjamin Girth in der Winterpause gehofft hatten. Der Mittelstürmer, der im Sommer vom Emsland zum Zweitligisten Holstein Kiel wechselte, geht auf Leihbasis bis Saisonende ausgerechnet zum Liga-Rivalen VfL Osnabrück.

Die Anhänger der Emsländer hatten sogar über eine Spendenaktion zugunsten der Girth-Rückkehr diskutiert. Jetzt dürften sie umso enttäuschter sein. „Das darf nicht wahr sein“, reagierten ein Fan in der Innenstadt und fürchtete, dass der Stürmer seinen „Helden-Status“ in Meppen verlieren könnte. Ein anderer postete im Fanforum allerdings, Girth bleibeTeil jüngerer Meppener Geschichte. „Er hat sich immer für das Team aufgerieben und alles gegeben“ und weiter „wir dürfen es zwar schade finden. Trauern müssen wir aber nicht, dass ein Spieler den Regeln des Geschäfts folgt. 

Neidhart: Ich mache Benni keinen Vorwurf

Die Verantwortlichen beim SVM hatten schon vorher klar Position bezogen. Natürlich hätten sie nichts gegen eine Rückkehr Girths einzuwenden gehabt. „Wir würden das nie ablehnen“, hätte Trainer Christian Neidhart sich ein Spiel mit zwei Spitzen vorstellen können. Er sprach aber auch den Spielern aus dem aktuellen Kader sein Vertrauen aus und sah mögliche Baustellen wegen verletzter Akteure eher im defensiven Bereich. „Ich mache Benni keinen Vorwurf“, wusste der SVM-Coach, der selbst mit Kiel Kontakt hatte, dass dem Stürmer mehrere Anfragen vorlagen.

„Das ist unter den Bedingungen nicht machbar“

Doch die Rückkehr scheiterte aus Sicht der schuldenfreien Meppener daran, dass sie nicht über die nötigen Mittel verfügten, um den Stürmer zu finanzieren. „Wir sind früh ausgestiegen“, sagte Neidhart. „Das ist unter den Bedingungen nicht machbar“, stimmten auch Sportvorstand Heiner Beckmann und Vorstandssprecher Andreas Kremer überein. Umso erstaunlicher, dass die Osnabrücker trotz Schulden den Wechsel über die Bühne brachten.

400.000 Euro Ablöse?

Girth war im Sommer trotz laufenden Vertrags von Meppen nach Kiel gewechselt. Über die Ablösesumme vereinbarten beide Vereine Stillschweigen. Daran halten sich die Emsländer. Von anderer Seite hieß es jetzt, sie habe 400.000 Euro betragen.

Derby am 26. Januar

Der Stürmer, der in zwei Jahren beim SV Meppen 39 Tore erzielte und den Aufstieg in die 3. Liga feierte, trägt bei seinem neuen Verein das Trikot mit der Nummer 33, in Meppen war es die 30. Schon im ersten Punktspiel im neuen Jahr kommt es zum Wiedersehen: Der SVM tritt am 26. Januar an der Bremer Brücke an.


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