Sonntag zuhause gegen Fortuna Köln SV Meppen: Wird Eigengewächs Bröker zum Spielverderber?

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Zusammen den wichtigen Heimsieg feiern wollen die Meppener. Foto: Werner ScholzZusammen den wichtigen Heimsieg feiern wollen die Meppener. Foto: Werner Scholz 

Meppen. Zum vierten Mal durch ein spätes Gegentor Punkte eingebüßt, im achten Anlauf den ersten Auswärtssieg verpasst – für den SV Meppen steht am Sonntag (13 Uhr) gegen Fortuna Köln das zweite von drei Sechs-Punkte-Spielen auf dem Programm. Dabei könnte ausgerechnet ein ehemaliger Meppener zum Spielverderber werden.

Während der Großteil der Zuschauer den SV Meppen anfeuern wird, werden zumindest zwei Emsländer einem Fortunen die Daumen drücken. Denn der gebürtige Meppener Thomas Bröker kehrt mit den Kölner Südstädtern zu dem Verein zurück, den er vor 14 Jahren verließ, um zum 1. FC Köln zu wechseln. 2004 schaffte Bröker als 18-Jähriger den Sprung in die erste Mannschaft des SVM. Brökers Eltern leben nach wie vor in Groß Fullen in Meppen. Rechtzeitig vor dem Meppen-Spiel stand Bröker, der zuvor zehnmal nur eingewechselt wurde, in Fortunas Anfangsformation. Sollte der 33-jährige Offensivakteur wie beim 0:0 gegen Würzburg über die rechte Seite kommen, wird es womöglich Hassan Amin mit Bröker zu tun bekommen. 

Kehrt nach 14 Jahren nach Meppen zurück: Thomas Bröker. Foto: Werner Scholz


In der Hänsch-Arena treffen am Sonntag zwei Krisenclubs aufeinander. Der dritte und bis heute letzte Sieg des SV Meppen liegt inzwischen acht Wochen zurück. Am 7. Oktober gelang er beim 1:0 gegen 1860 München. Seitdem gab es vier Niederlagen und ein Unentschieden.

Fortuna Köln wartet seit vier Begegnungen auf einen dreifachen Punktgewinn. Der neue Trainer Tomasz Kaczmarek hat den schlechtesten Start eines Trainers im deutschen Profifußball hingelegt. Auf die 0:7-Klatsche im ersten Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden ließ Fortuna eine 0:6-Pleite bei der SpVgg Unterhaching folgen. Im dritten Spiel punktete Kaczmarek zwar zum ersten Mal, kam aber mit den Kölnern nicht über ein 0:0 gegen Würzburg hinaus.

Ex-Ingolstädter verpflichtet

Das Toreschießen bereitet den Kölner derzeit große Probleme. Torjäger Daniel Keita-Ruel jubelt jetzt für Zweitligist Greuther Fürth. Mit dem Ex-Ingolstädter Moritz Hartmann verpflichtete Fortuna einen bundesligaerfahrenen Mann.

„Mein Ansatz zu Beginn, wenig zu verändern, war vielleicht in der Theorie richtig, aber in der Praxis nicht umsetzbar“, gestand Kaczmarek. Um wieder konkurrenzfähig zu werden, gehe es darum, schnell die richtigen Veränderungen vorzunehmen, kündigte der 34-Jährige an. Gegen Würzburg änderte der Coach seine Startelf auf gleich sechs Positionen: Alem Koljic, Thomas Bröker, Okan Kurt, Moritz Hartmann und Nico Brandenburger ersetzten Sebastian Schiek, Bernard Kyere, Steven Ruprecht, Kristoffer Andersen und Robin Scheu. Zudem feierte Moritz Fritz auch in der 3. Liga sein Comeback.

Im letzten Duell verlor Thomas Bröker mit Fortuna Köln gegen Steffen Puttkammers Meppener mit 0:2. Foto: Werner Scholz


Im Gegensatz zu den Meppenern liegt hinter der Fortuna eine englische Woche. Am Mittwoch setzte sich der der Drittligist im Landespokal mit Mühe gegen den TV Herkenrath durch. In einem chancenarmen Spiel brauchte der Favorit dabei gegen Tabellenletzten der Regionalliga West das Elfmeterschießen, um die Entscheidung herbeizuführen. Kaczmarek baute seine Elf auf drei Positionen um: Für Fritz, Eberwein und Kurt begannen Ruprecht, Scheu und Andersen in der Anfangsformation.

Leichtigkeit verloren?

Neidhart hat am 26. September Fortuna Kölns Auftritt in Osnabrück verfolgt. Bei der 0:1-Niederlage war Uwe Koschinat dort noch Trainer. „Eine Mannschaft, die Fußballspielen wollte und einen klaren Plan hatte.“ Gerade auch was die Offensivqualität anbetrifft, habe er Fortuna als sehr stark empfunden. „Dann verlieren sie das Spiel in Osnabrück, obwohl sie die klar bessere Mannschaft waren. Und das war für sie ein bisschen der Scheideweg.“ Nach dem Trainerwechsel und den zwei hohen Niederlagen sei ein wenig die Leichtigkeit weggewesen. „Da sieht man, wie schnell das manchmal im Fußball geht.“ Für Neidhart ist Köln eigentlich keine Mannschaft, die dort unten reingehört. „Aber da sind sie jetzt auch. Deshalb bin ich gespannt, wie es der neue Trainer löst.“

Uwe Koschinat verließ die Fortuna vor einigen Wochen in Richtung SV Sandhausen. Foto: Werner Scholz


Ein Patentrezept, wie man selbst die späten Gegentore verhindert und aus den Köpfen bekommt, sieht Neidhart nicht. Für den Coach kann es deshalb nur eine Lösung geben: sich auf die nächsten Aufgaben konzentrieren und weniger damit beschäftigen, was schlecht gelaufen ist. „Es hat etwas mit Konzentration zu tun. Und mit der Situation, in der man gerade steckt“, will Neidhart die individuellen Fehler abstellen. Es gebe Situationen im Fußball, die könne man nicht erklären. 

Spieler und Trainer des SV Meppen setzen auch auf die Energie der Zuschauer. Neidhart hofft, dass sie die Mannschaft in der Hänsch-Arena unterstützen, sie nach vorne peitschen. Und sie nicht nach einem möglichen Gegentor oder einem Fehlpass durch Unmutsäußerungen herunterziehen, sondern aufbauen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt", gibt sich Meppens Trainer trotz fünf Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz kämpferisch. Man habe die Qualität, um in der Liga zu bleiben, ist er überzeugt von seinem Kader. "Aber es gibt keine Garantie, dass du die nächsten vier Spiele gewinnst und zwölf Punkte holst.“ 


Weil Meppen zwei Zähler in Zwickau liegen ließ, muss dringend ein Sieg gegen Fortuna Köln her. Wenn man gegen Köln gewinne und danach aus Jena etwas mitnehme, so Neidhart, habe man vor Weihnachten zuhause in zwei Heimspielen gegen Lautern und Lotte alle Möglichkeiten, dorthin zu kommen, wo man hinwolle. „Und mit einem Lächeln in die Woche zu gehen. Das ist auch mal ganz wichtig. Wichtiger als ständig über negative Dinge zu sprechen.“

Mussten in Zwickau angeschlagen raus: Marius Kleinsorge (vorne links) und Nico Granatowski. Das Foto entstand beim 2:3 gegen Karlsruhe. Foto: Werner Scholz


Einsatzfähig sind die Meppener Marius Kleinsorge und Nico Granatowski. Beide mussten beim 1:1 in Zwickau runter, weil es bei ihnen im Oberschenkel zwickte. Mit leichten Oberschenkelproblemen plagte sich auch Rechtsverteidiger Markus Ballmert nach seinem Comeback herum. Er sollte am Freitag wieder ins Training einsteigen. Genauso wie Luka Tankulic, dem ein entzündeter Zahn entfernt werden musste. Neidhart: „Ich gehe davon aus, dass beide spielen können.“ Patrick Posipal stand in dieser Woche zwar wieder auf dem Platz, trainierte aber nur individuell. Er wird ebenso nicht zum Kader gehören wie Mirco Born, Marcel Gebers, Sven Goldschmidt, Steffen Puttkammer und Fabian Senninger. 

Hatte nach den 90 Minuten in Zwickau muskuläre Probleme: Markus Ballmert. Foto: Werner Scholz



Protest- und Solidaritätsaktion beim Spiel:

Mit einer gemeinsamen Protest- und Solidaritätsaktion setzen die Drittligisten am Wochenende geschlossen ein Zeichen gegen die Pläne des DFB rund um die Aufstiegsregelung.

Unter dem Motto "Stillstehen gegen den Stillstand" werden alle Mannschaften nach dem Anpfiff der zehn Partien am 17. Spieltag "für eine Minute die Füße stillhalten". Das teilten die Vereine geschlossen am Freitag um 12 Uhr mittags mit. "Ohne uns rollt kein Ball und ohne uns kann die Zukunft der 3. Liga nicht gestaltet werden. Wir sagen hiermit: Stopp! So geht es nicht weiter", hieß es von Seite der Klubs.

Die Drittligisten fordern eine schnellstmögliche Rückkehr zu drei Absteigern und eine alternativlose Erhaltung der Eingleisigkeit der 3. Liga, die Reformpläne des DFB erklären Sie als gescheitert. 

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