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Gette: Drehen jeden Cent dreimal um SV Meppen plant mit Etat von 5,1 Millionen Euro

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Deutlich größer als kalkuliert war das Zuschauerinteresse in der vergangenen Saison am SV Meppen. Foto: ScholzDeutlich größer als kalkuliert war das Zuschauerinteresse in der vergangenen Saison am SV Meppen. Foto: Scholz

Meppen. Der Etat des SV Meppen hat sich in der vergangenen Saison von geplanten 3,9 Millionen auf fast 4,6 Millionen Euro erhöht. 2018/19 plant der Drittligist mit einem Haushalt von 5,1 Millionen Euro. Dennoch, stellt Finanzvorstand Stefan Gette fest, zähle er zu den niedrigsten der Klasse.

Gette machte in der Mitgliederversammlung am Dienstagabend deutlich, dass der Verein die Einnahmen dringend braucht. „Wir sind dankbar für jeden Euro und drehen jeden Cent dreimal um.“ Andererseits war er stolz auf das Lob vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), weil der SVM nicht von einem Großsponsor abhängig, sondern breit aufgestellt sei. Die Region stehe offensichtlich hinter den Blau-Weißen. 

Die Haushaltsdaten des SV Meppen. Der Etat steigt in der aktuellen Saison auf 5,1 Millionen Euro. Grafik Wittwer

Deutlich mehr Zuschauer als kalkuliert

Dass der Etat der vergangenen Saison um rund 600000 Euro höher ausfiel als geplant, führte Gette auf mehrere Gründe zurück: Zunächst auf die deutliche höhere Zuschauerzahl. Statt der kalkulierten 5949 kamen nach seinen Angaben im Schnitt 6889. Zudem gab es vom DFB einen Zuschuss als „Belobigung für die gute Arbeit im Jugendleistungszentrum.“ Dabei verwies der Finanzvorstand auf die gute Zusammenarbeit im JSG-Bereich mit SF Schwefingen und SV Teglingen. Einen Zuschuss habe es auch für die SVM-Fußballerinnen gegeben, die sich für die eingleisige 2. Bundesliga qualifiziert haben. Gette betonte, dass sie ihren Etat „vorbildlich“ eingehalten hätten.

Den Etat stellte SVM-Finanzvorstand Stefan Gette vor. Foto: Leißing

Keine Zahlen zum Girth-Transfer

Zudem verwies der Finanzvorstand auf die Erhöhung der Mitgliederzahlen und die Ablösesumme für den zum Zweitligisten Holstein Kiel gewechselten Stürmers Benjamin Girth, über deren Höhe vertraglich Stillschweigen vereinbart worden sei. Deswegen könne er keine Zahlen nennen. Bessere Daten gab es auch im Bereich Sponsoring, als starken regionalen Partnern neben vielen anderen erwähnte er beispielsweise die Unternehmensgruppe Rothkötter. Bewährt habe sich aber auch der Business-Club mit vielen kleineren Sponsoren. Der SV Meppen, so Gette, habe durch die erhöhten Erlöse die Mehrkosten aufgefangen. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sind wir zufrieden mit dem Geschäftsergebnis.“

Keine Zahlen gab es zum Transfer von Stürmer Benjamin Girth zum Zweitligisten Holstein Kiel. Foto: Scholz

2,67 Millionen Euro Personalaufwendungen

Auf der Ausgabenseite stellten die Personalaufwendungen den größten Posten dar (2,67 Mio. Euro), die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen bei 1,1 Millionen Euro. Gette, der Stadt und Landkreis für ihr Engagement dankte, verwies zudem auf Investitionen des Vereins in die Infrastruktur in Höhe von rund 500000 Euro. Durch Auflagen des DFB, der Polizei und der Versammlungsstättenverordnung seien die Kosten ebenfalls gestiegen. So sei im zweiten Drittligajahr etwa ein externer Ordnungsdienst nötig. „Der macht gute Arbeit, kostet aber auch mehr Geld.“ Die Stadionmiete sei deutlich erhöht worden, was Gette jedoch als folgerichtig und verständlich bezeichnet. Auch im VIP-Raum sei jetzt ein professioneller Dienst tätig.

„Vorsichtig gerechnet“

In der neuen Saison plant der SVM mit 5,14 Millionen Euro. „Das ist vorsichtig gerechnet“, stellt Gette fest. Schuldenfreiheit bleibe oberste Maxime. Er weiß aber wie Vorstandssprecher Andreas Kremer, dass der Etat weiter wachsen muss, um konkurrenzfähig zu bleiben. Vorne müsse eine sechs stehen, hieß es. 4,368 Millionen Euro sind für den aktuellen Spielbetrieb der 3. Liga vorgesehen, eine Erhöhung um rund 600000 Euro. Größter Posten sind die Personalkosten einschließlich Prämien. Enthalten sind auch die Kosten für Sicherheit, Catering, Auswärtsfahrten und Übernachtungen, Spieltag, Ticketing,  Rasenheizung oder DRK. „Das wird finanziert durch zusätzliche Sponsoreneinnahmen, wie etwa die LED-Werbung“, sagt der Finanzvorstand. In der aktuellen Saison kalkuliert der Verein mit 6900 Zuschauern inklusive Sponsoren- und Dauerkarten, zurzeit liege der Schnitt bei 7488. Das Fernsehgeld erhöht sich auf rund 800000 Euro.

In der Regionalliga spielen die U19, die U17 und die U15 des Jugendleistungszentrums Emsland. Foto: Leißing

520.000 Euro für das JLZ

Für das Jugendleistungszentrum Emsland sind 520.000 Euro vorgesehen, eine Folge der weiteren Professionalisierung, die Grundlage für die erhoffte Zertifizierung durch den DFB sein soll. Die Zahl der Mannschaften sei aber auch insgesamt größer geworden. Ohne Unterstützung der Kooperationsvereine könnten die Teams nicht mehr trainieren. Zudem spielten etliche Teams in höheren Ligen.

Den Etat genau eingehalten haben die Fußballerinnen des SV Meppen, die jetzt in der eingleisigen 2. Bundesliga spielen. Foto: Leißing

182.000 Euro für die Zweitliga-Fußballerinnen

Der Etat für die Zweitliga-Fußballerinnen erhöht sich durch die neue eingleisige 2. Liga auf 182.000 Euro. Gette erklärte, mit den Aufwendungen für Jugend, Amateure und Frauen liege der SV Meppen bereits im Ligaschnitt. Für den Restverein sind 65.000 Euro geplant.


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