Trainer des SV Meppen deutet Rochade an Neidhart: Bonus einiger Spieler ist ein Stück weit aufgebraucht

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Fordert mehr Stabilität: Christian Neidhart. Foto: Werner ScholzFordert mehr Stabilität: Christian Neidhart. Foto: Werner Scholz

Meppen. Zum ersten Mal seit dem Aufstieg in die 3. Liga hat Fußball-Drittligist SV Meppen drei Spiele hintereinander verloren. Trainer Christian Neidhart spricht die Fehler offen an, will seine Führungsspieler stärken und denkt über Veränderungen nach.

„Das Positive im Moment ist, dass du drei Spiele hintereinander verloren hast, es aber trotzdem nur drei Punkte auf Zwickau sind“, sagt Neidhart. Auch andere Mannschaften hätten im Moment arg zu kämpfen, um Konstanz reinzubekommen.

Versieben und herschenken

Die Niederlage in Halle wurde aufgearbeitet: „Das Spiel haben wir verloren, weil wir einfach dem Gegner in einem Auswärtsspiel zu viele Räume gegeben haben. Und der Gegner diese Räume auch gut genutzt hat.“ Während im Angriff gute Möglichkeiten ausgelassen werden, kassierte Meppen in der Defensive die Tore. „Was wir vorne versieben, geben wir hinten leichtfertig her“, weiß Neidhart. Man habe im Moment kein gutes Mittelmaß. Am Ende des Tages müsse man immer zwei Komponenten gut umsetzen: „Tore machen und Tore verhindern.“

Neidhart will die jüngsten Pleiten nicht auf Verunsicherung schieben. Das sei zu leicht, sagt er. Vielmehr fordert der Coach von seinen Spielern, zu den Basics zurückzukehren, ein Umdenken zur Kompaktheit.

Normalform bescheinigt Neidhart in Halle nur Erik Domaschke, Max Kremer, Hassan Amin und Nick Proschwitz. „Die anderen haben das einfach an dem Tag nicht abgerufen.“ Man arbeite sehr akribisch und sei immer sehr gut auf den nächsten Gegner vorbereitet. „Am Ende kannst du den Jungs nur einen Plan an die Hand geben. Den Rest müssen sie selber erledigen.“

Zählte für den Trainer zu den vier Spielern mit Normalform: Hassan Amin (rechts). Foto: Werner Scholz


Zwei Schlüsselszenen hatte Meppens Trainer in Halle registriert. Zum Einen, als Deniz Undav in der ersten Hälfte außerhalb des Strafraums von Halles Torhüter Kai Eisele im Luftduell umgerannt wurde. Als der lang und hochgespielte Ball herunterfiel, sprang Undav hoch, um seinen Körper zwischen sich und den Keeper zu setzen. Undav hätte das besser lösen können, findet Neidhart, indem er den Körper seitlich reingestellt und den Ball mitgenommen hätte. Denn der Torhüter habe die weitaus schlechtere Ausgangsposition gehabt. Aber Neidhart rechnet damit, dass Undav aus diesen Situationen lernen wird, weil er als jung und lernfähig gilt. „Ich hoffe, er zieht daraus die richtigen Schlüsse.“

Keine Proteste

Was verwunderte: Kaum ein Meppener Spieler protestierte nach dem Zusammenprall beim Schiedsrichter. „Das Gleiche haben wir auch moniert“, so Neidhart.

Zweite Szene war Undavs Kopfball unmittelbar vor der Pause, der aus kurzer Distanz nur den Außenpfosten berührte. Neidhart: „Das darfst du in dieser Liga nicht liegen lassen. Das wäre ein Ding gewesen, an dem man sich hochziehen kann.“ Hätte Undav seine Möglichkeiten in Wiesbaden, Würzburg, Großaspach, Münster und Halle genutzt, er wäre in der Torschützenliste weit vorne. Undav sei auch noch ein junger Stürmer, verteidigt der Coach den 22-Jährigen. „Ich reiße Deniz nicht den Kopf ab!“ Positiv sei, dass er sich diese Möglichkeiten mit der Mannschaft erarbeite. „Das Negative ist, dass wir sie zu leichtfertig hergeben.“

An beiden Schlüsselszenen in Halle beteiligt: Deniz Undav (Foto vom Pokalspiel in Jeddeloh). Foto: Werner Scholz


Am Samstag im Heimspiel gegen den Karlsruher SC könnte es Veränderungen geben. „Vielleicht musst du in der Phase einfach mal was verändern, weil der Bonus einiger Spieler ein Stück weit aufgebraucht ist.“ Wichtig sei es aber gleichzeitig, die Leader des Teams zu stärken, betont Neidhart. Eine Option wäre Markus Ballmert, der aufgrund einer Fußverletzung in dieser Saison noch kein Spiel bestritten hat. „Auf Sechs“, wie Neidhart klarmacht. Eine Möglichkeit sei, Julian von Haacke auf die Zehnerposition zu stellen, erklärt der Coach. Hieße: Ballmert könnte neben Thilo Leugers auf der Doppelsechs auflaufen. Luka Tankulic bekäme wegen von Haackes Versetzung eine andere Positon: „Tanku hat im letzten Jahr sehr gute Spiele gemacht und Tore geschossen, wenn er über die Außenbahn kam.“

Neidhart spürt nach eigener Aussage keine Unruhe und keinen Druck. „Ich habe von Anfang an gesagt, dass es nur gegen den Abstieg geht. Nicht mehr und nicht weniger. Dazu gehört, dass wir auch mal auf einem Abstiegsplatz stehen – so wie jetzt. Das kann sich relativ schnell auch ändern. Wir haben schon gezeigt, dass wir es in dieser Liga können. Wir müssen es nur konstanter abrufen. Mit allen anderen Sachen beschäftige ich mich eigentlich gar nicht.“

Jetzt zählen Ergebnisse

In den verbleibenden sechs Spielen bis Weihnachten erwartet Neidhart weiter enge und interessante Spiele. Man müsse schauen, dass man bis zur Winterpause kontinuierlich punkte. Eins weiß der 50-Jährige auch: „Jetzt zählen Ergebnisse.“


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