SV Meppen schlägt Braunschweig 4:2 Neidhart: "Die Mannschaft tut alles, um in der Liga zu bleiben"

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Meppen. "Wir haben deutlich gezeigt, dass diese Mannschaft kämpft, beißt und kratzt. Alles tut, um in dieser Liga zu bleiben", konstatierte Trainer Christian Neidhart am Samstag nach dem 4:2 (2:0)-Heimsieg des SV Meppen gegen Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig.

Die Spieler machten ihrem Coach damit ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk: Zwei Tage vor dessen 50. Geburtstag siegte Meppen vor 8305 Zuschauern in der heimischen Hänsch-Arena durch Tore von Thilo Leugers, Nico Granatowski, Deniz Undav und Martin Wagner. Braunschweigs Mergim Fejzullahu betrieb in der Schlussphase mit zwei Treffern nur noch Ergebniskosmetik für schwache Gäste. Durch den zweiten Saisonsieg verlässt Meppen den letzten Tabellenplatz, den nun Braunschweig hält. Gleichzeitig endete die Serie von zuletzt fünf sieglosen Partien. 

Es sei nicht selbstverständlich, so Meppens Coach hinterher auf der Pressekonferenz, dass die Mannschaft trotz der jüngsten Nackenschläge beim 3:3 gegen Unterhaching und der 1:2-Niederlage in Würzburg keinerlei Angst gezeigt habe. "Sondern auch heute wieder einen Riesenauftritt hingelegt hat." Neidhart vergaß auch nicht die Zuschauer, "die die Jungs wahnsinnig unterstützen". Es mache ihn ein Stück weit stolz, dass man das so hinkriege, ergänzt der noch 49-jährige Fußballlehrer. 

200. Pflichtspiel von Neidhart

Beinahe hätte Meppen im 200. Pflichtspiel seines Coaches einen Traumstart erwischt: Nach 39 Sekunden zappelte der Ball zwar bereits im Netz, aber Tankulic hatte nach Wagners Zuspiel knapp im Abseits gestanden.

Unbeirrt davon machten die Gastgeber munter weiter. Neidhart forderte seine Spieler immer wieder auf nachzurücken, um den Druck hochzuhalten. In der 12. Minute zog Tankulic nach einer abgewehrten Linksflanke volley aus 18 Metern ab und zwang Braunschweigs Torhüter zu einer Glanzparade. Glück hatte der SVM, als der lange Hofmann von der rechten Seite nach innen zog und Komenda zu weit weg war. Aber der Schuss des Linksfußes landete am rechten Pfosten (14.).


Leugers besorgt das 1:0

Für das Meppener Führungstor zeichnete wie beim bisher einzigen Sieg gegen Aalen (1:0) Leugers verantwortlich. Einen Pass von Granatowski von der rechten Seite nahm er auf, sah, dass sich die Schussmöglichkeit bot und traf aus 23 Metern rechts unten ins Netz.

Vier Minuten vor der Pause legte Granatowski nach. Nach einer Ecke von der rechten Seite landete ein abgewehrter Ball vor den Füßen des Meppeners, der sich die Kugel zweimal mit rechts zurechtlegte und mit dem linken Fuß überlegt rechts unten einschob – 2:0.

Nico Granatowski bejubelt mit Martin Wagner sein 2:0. Foto: Werner Scholz


Wenn Meppen seine Konterchancen besser genutzt hätte, wäre die Partie bereits zur Halbzeit entschieden gewesen. Daneben verweigerte Schiedsrichter Sören Storks den Hausherren einen Elfmeter, als Amin in den Strafraum drang und am Fuß getroffen wurde (35.). „Schieber, Schieber“-Rufe schallten durch die Hänsch-Arena. Auf der Gegenseite war zuvor Hofmann zu Boden gegangen, auch hier blieb die Pfeife trotz der Proteste von Gästecoach Pedersen stumm (21.).

Man sei gut ins Spiel gekommen, so Neidhart, und habe die besseren Möglichkeiten gehabt. "Ich glaube, es ist auch nicht vermessen, wenn man sagt, dass wenn es zur Halbzeit 3:0 steht, dann wäre das Spiel vielleicht schon zu diesem Zeitpunkt entschieden gewesen."

Gut wieder aus der Kabine kommen und nicht noch einmal den Gegner aufbauen lautete die Marschroute für die zweite Hälfte. "Denn wir wussten auch, dass wenn man in so einer Phase steckt wie Eintracht Braunschweig, dass natürlich alle Faktoren dazukommen." Neidhart meinte Angst und die unruhig werdenden Eintracht-Anhänger. "Und in dieser Phase haben wir dann einen Fehler von Braunschweig ausgenutzt. Haben das dritte Tor gemacht und das vierte nachgelegt."

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten bemühte sich Meppen zunächst um Spielkontrolle. In der 55. Minute flankte Tankulic von links auf Undav, der am ersten Pfosten für Granatowski ablegte. Dessen Schuss parierte Braunschweigs Keeper noch. Doch kurz darauf klingelte es zum dritten Mal im Kasten der Eintracht. Braunschweigs Burmeister köpfte direkt in den Lauf von Undav, der den Laufweg seines Gegenspielers kreuzte und aus 13 Metern einschoss. Undavs drittes Tor in Folge. Er war im Sommer von der U23 der Eintracht nach Meppen gewechselt. Undav hielt sich beim Jubel die Hand ans Ohr (59.).

Chaoten im Braunschweig-Block

Nur drei Minuten später feierten die Emsländer erneut. Nach Flanke von Undav von der rechten Seite legte Tankulic am zweiten Pfosten ab auf Wagner. Unter der gütigen Mithilfe der Gäste konnte er den Ball aus kurzer Distanz über die Linie bugsieren. Das Stadion tobte, während die Braunschweig-Fans „wir wollen euch kämpfen sehen“ schrien. Doch die Gäste zerfielen in ihre Einzelteile. Chaoten im Braunschweig-Block, die zu Beginn bereits Pyrotechnik und Böller gezündet hatte, zündeten offenbar Fahnen an. "Wir haben die Schnauze voll", riefen sie. 

Braunschweiger Chaoten zündelten im Gästeblock. Foto: Werner Scholz


"Ey, nicht nachlassen", forderte Neidhart seine Spieler auf. Doch das Team fing sich in der Schlussphase noch zwei Gegentreffer von Fejzullahu. Zwei Schönheitsfehler.

Neidhart hatte seine Startelf nach der 1:2-Niederlage gegen Würzburg auf zwei Positionen verändert: Jesgarzewski und Tankulic ersetzen Kremer und Kleinsorge. Während es der angeschlagene Komenda in die Anfangsformation schaffte, stand Kleinsorge aufgrund seiner Oberschenkenverletzung nicht im Kader. Um die U-23-Regel zu erfüllen, nahm Matthis Harsmann anstelle von Jeroen Gies als Ersatztorwart auf der Bank Platz.

Braunschweigs Trainer Pedersen griff radikaler durch, nahm nach dem 1:4-Debakel gegen Lautern vier Änderungen vor: Sauerland, Amundsen, Bulut und Putaro machen für Becker, Tingager, Thorsen und Otto Platz. 

Frustrierte Braunschweiger: Torwart Marcel Engelhardt tröstet Felix Burmeister. Foto: Werner Scholz



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