In der dritten englischen Liga Fußball-Rüpel schlägt Ex-Bundesliga-Coach offenbar zwei Zähne aus

Daniel Stendel trainierte vor seinem Engagement in Barnsley Hannover 96. Foto: imago/PA ImagesDaniel Stendel trainierte vor seinem Engagement in Barnsley Hannover 96. Foto: imago/PA Images

Barnsley. Riesen-Skandal im englischen Fußball: Dem ehemaligen Hannover-Trainer Daniel Stendel wurden zwei Zähne ausgeschlagen – von einem Kollegen.

Eigentlich läuft es für Daniel Stendel bei seinem neuen Job in England bestens: Seit der frühere Trainer von Hannover 96 im vergangenen Sommer den Posten beim Drittligisten FC Barnsley übernahm, sammelte seine Mannschaft im Schnitt 1,94 Punkte und kämpft als Zweitplatzierter um den Aufstieg in die Championship.

Am vergangenen Wochenende erlebte Stendel jedoch seinen bisherigen Tiefpunkt in England: Der 45-Jährige wurde nach dem Spiel seiner Mannschaft gegen Fleetwood Town vom gegnerischen Trainer verprügelt. Täter war ein ein ehemaliger Skandalprofi, der seine Nerven offenbar auch als Trainer nicht im Griff hat: Joey Barton.

Zwischen den beiden Coaches war es bereits während des Spiels, das Favorit Barnsley mit 4:2 für sich entschieden hatte, zu verbalen Scharmützeln an der Seitenlinie gekommen. Wie mehrere englische Medien berichteten, setzten sich diese im Kabinengang fort, ehe es zu Handgreiflichkeiten kam. Dabei brannten Barton wohl die Sicherungen durch und der frühere Profi von Manchester City und Olympique Marseille verpasste dem Deutschen eine Kopfnuss sowie einen heftigen Rempler. In Folge der Rangelei habe Stendel zwei Zähne verloren, berichten die "Daily Mail" und der "Mirror".

Joey Barton, "Enfant terrible" des englischen Fußballs. Foto: imago/PRiME Media Images

Ein Sprecher der Polizei von South Yorkshire bestätigte der Nachrichtenagentur PA, dass es nach dem Spiel zu einem Zwischenfall gekommen sei. Auch der FC Barnsley teilte am späten Abend noch auf seiner Internetseite mit, dass es einen Vorfall gegeben habe und der Klub die Polizei bei den Untersuchungen unterstütze.

Während sich das Statement des Clubs allgemein hielt, sprach ein in Richtung Fleetwood gerichteter Tweet von Barnsley-Stürmer Cauley Woodrow eine deutlichere Sprache: "Es ist ekelhaft, einen Trainer zu haben, der einen anderen Coach im Spielertunnel attackiert, so dass unserem Coach das Blut aus dem Gesicht strömt." An Barton adressiert schrieb Woodrow: "Leute wie du verdienen keinen Platz im Fußball, du bist widerlich." Später löschte Woodrow den Tweet, der aber in der Zwischenzeit bereits kopiert und vervielfältigt worden war:

Nach den Vorfällen habe Barton angeblich schnell das Weite suchen wollen, wurde aber beim Verlassen des Stadionparkplatzes in seinem Auto von Sicherheitskräften gestoppt. Die Polizei bat den Beschuldigten daraufhin zu einer freiwilligen Vernehmung, schreiben englische Zeitungen. Von Stendel gab es zu den Vorkommnissen noch keinen Kommentar. Der deutsche Trainer wird sich vermutlich erst am Mittwoch auf der Pressekonferenz vor dem Spiel des FC Barnsley gegen Shrewsbury äußern.

Barton galt bereits zu Spielerzeiten als "Enfant terrible" des englischen Fußballs. Wegen wiederholter Tätlichkeiten wurde der damalige Mittelfeldspieler einmal für zwölf Spiele aus dem Verkehr genommen, auch in einen Wettskandal war der heute 36-Jährige einmal verwickelt. Nachdem er einen Mann an einer Bushaltestelle zusammengeschlagen hatte, verbüßte Barton zudem eine zweimonatige Haftstrafe. Seines schlechten Rufes ist sich Barton aber offenbar bewusst. "Ich bin anders – von Geburt an. Ich bin nun mal nicht David Beckham", sagte er einmal in einem Interview mit "11Freunde". 




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