Bei Turnier in Miami Eklat um Tennis-Rüpel Nick Kyrgios: Zuschauer muss abgeführt werden

Nick Kyrgios sorgte auf dem Tennisplatz mal wieder für Aufsehen. Foto: imago/ZUMA PressNick Kyrgios sorgte auf dem Tennisplatz mal wieder für Aufsehen. Foto: imago/ZUMA Press

Miami. Tennis-Rüpel Nick Kyrgios hat mal wieder für Aufsehen gesorgt. Beim Turnier in Miami kam es gleich bei zwei Matches mit Beteilung des Australiers zu skandalösen Szenen.

Nick Kyrgios muss sich während seines Drittundenspiels gegen Dusan Lajovic beim Turnier in Miami die meiste Zeit über gelangweilt haben. Der australische Tennisprofi, der für seine Skandale auf und neben dem Platz bekannt ist, dominierte das Spiel gegen den Serben dermaßen, dass er sich während der knapp eine Stunde dauernden Partie das eine oder andere Sperenzchen leistete. 

Zunächst zog der Weltranglisten-33. die Zuschauer in seinen Bann, als er im ersten Satz zwei Mal einen Aufschlag von unten servierte und damit jeweils durch ein Ass einen direkten Punktgewinn feierte. 

Als Kyrgios vor einem Schmetterball dann auch noch salutierte, rastete das Publikum vor Begeisterung gänzlich aus. Gut möglich zwar, dass Kyrgios mit der Geste nur seine Augen vor dem Flutlicht schützen wollte, die Zuschauer jedenfalls hatten ihren Spaß.

Auf dem Centre Court gab es offenbar nur zwei Personen, die von Kyrgios' Show genervt waren: Einmal sein Gegner Lajovic, der am Ende mit 3:6 und 1:6 den Kürzeren ziehen sollte, sich aber nicht auf ein verbales Scharmützel mit seinem extrovertierten Gegenspieler einließ.

Das tat dafür ein Mann aus dem Publikum, der sich Mitte des ersten Satzes mit aggressiver Körpersprache ein Wortduell mit dem Australier lieferte. Nach Spielende erklärte Kyrgios: "Als ich in einem Returnspiel die Seite gewechselt habe, nannte er mich einfach einen ,Schwanz‘. Ich habe den Kontext einfach nicht verstanden und ihn dann gefragt, ob er nichts Besseres zu tun hat. Schließlich sitzt er da auf der Tribüne, hat gutes Geld dafür bezahlt, am Sonntag Tennis zu schauen und hat nichts Besseres zu tun, als mich so zu bezeichnen?"

Kyrgios verabschiedet Zuschauer mit einem frechen Winken

Offenbar nicht. Immer wieder provozierte der Zuschauer den Profi, der sich das nicht gefallen ließ und zurückkeilte. "Er sagte: ,Komm doch her und sag mir das ins Gesicht‘. Ich habe ihm dann gesagt, dass das nicht geht, weil ich spielen muss. Ich weiß auch nicht. So ging das dann weiter", erzählte Kyrgios hinterher.

Dramatische Szenen bei Zverev-Spiel: Gegner bricht zusammen

Als sich der Spieler kurzzeitig wieder auf das Spiel konzentrierte und das Publikum mit einem Return-Winner zu einem weiteren begeisterten Beifallsrausch animierte, hatte der Zuschauer offenbar genug. Wütend stampfte der Mann auf und ab und richtete dabei Beschimpfungen in Richtung des Spielers, woraufhin die Sicherheitsleute eingriffen und den aufgebrachten Fan aus dem Stadion beförderten. Und Kyrgios? Der ließ es sich nicht nehmen, den Randalierer mit einem frechen Winken zu verabschieden.

"Ich habe nicht ganz verstanden, was dieser Fan sich bei dem Gerede gedacht hat. Vielleicht hat er vor dem Match im Stau gestanden", sagte der Australier cool. "Aber um ehrlich zu sein: Ich glaube, Tennis braucht manchmal solche Dinge. Die Menge hatte jedenfalls Spaß mit diesem Match, und mir war das, was er getan hat, ziemlich egal. Mich pusht sowas eher weiter nach vorne. Und ich war sowieso schon zufrieden mit der Art und Weise, wie ich gespielt habe", kommentierte Kyrgios die Geschehnisse nach Spielende.

"Du bist eine verf... Schande"

Dabei war er keine 24 Stunden vorher selbst völlig außer sich gewesen. Nachdem er mit seinem Partner Tylor Fritz im Doppelwettbewerb gegen das Duo Joao Sousa und Guido Pella knapp im Match-Tiebreak mit 8:10 unterlegen war, wütete das "Enfant terrible" auf übelste Art gegen den Schiedsrichter.

Kurz nach dem Handschlag mit den Gegnern brüllte er in Richtung des Stuhlschiedsrichters: "Was zur Hölle stimmt nicht mit dir? Du bist eine Schande. Du bist eine verf… Schande." Auch in Richtung des Publikums wandte sich der Unterlegene: "Glaubt ihr, das war in Ordnung? Ja oder Nein? Gebt mir die Antwort. Er ist eine Schande. Ich komme hier raus und gebe hundert Prozent und ich muss mich mit Idioten wie ihm herumschlagen. Wird er bestraft für seine Fehler? Das ist Müll."

Ob Kyrgios selbst für seinen Ausraster bestraft werden wird, steht noch nicht fest. Unlängst hatte der Weltranglisten-Zweite Rafael Nadal über ihn gesagt: "Er ist ein Spieler mit riesigem Talent, der Grand Slams gewinnen oder sogar an die Spitze der Weltrangliste kommen könnte. Aber ihm fehlt der Respekt vor der Öffentlichkeit, dem Gegner und auch vor sich selbst."


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