Nach Brief an den DFB Zweiter Fall von Rassismus beim Länderspiel in Wolfsburg angezeigt

Nun soll es schon zwei Rassismus-Fälle beim Länderspiel in Wolfsburg gegeben haben. Foto: dpa/Christian CharisiusNun soll es schon zwei Rassismus-Fälle beim Länderspiel in Wolfsburg gegeben haben. Foto: dpa/Christian Charisius

Wolfsburg. Das Länderspiel in Wolfsburg war am vergangenen Mittwoch von einem Rassismus-Skandal überschattet worden. Nun brachte ein Zeuge einen weiteren Vorfall zur Anzeige.

Der Rassismus-Skandal beim Länderspiel  zwischen Deutschland und Serbien schlug in der vergangenen Woche hohe Wellen. Während der seither neu aufgeheizten Debatte um ein allgemeines Rassismus-Problem im deutschen Fußball meldete sich nun ein weiterer Zeuge beim DFB und brachte einen zweiten Fall zur Anzeige – dieser soll sich ebenfalls während des Länderspiels zwischen Deutschland und Serbien ereignet haben. Das bestätigte die Polizei Wolfsburg auf Nachfrage unserer Redaktion.

Schriftstück liegt vor

Demnach habe der Zeuge beobachtet, dass zwei Zuschauer mehrfach Spieler der deutschen Nationalmannschaft rassistisch beleidigt hätten. Der DFB leitete die Anzeige weiter an die Polizei Wolfsburg, die nun mit den Ermittlungen beginnt.  "Das Schriftstück liegt uns vor. Wir treten jetzt zunächst mit dem Zeugen in Kontakt", erklärt Thomas Figge, Sprecher Polizei Wolfsburg.

Um welche Beschimpfungen es genau ging und welche Spieler Ziel der rassistischen Beleidigungen waren, wollte Figge mit Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht kommentieren. Klar sei aber, dass es sich definitiv um einen anderen Fall handele, als den, der von Journalist Andre Voigt beklagt wurde. "Dass es sich um zwei unterschiedliche Fälle handelt, konnten wir anhand der unterschiedlichen Bereiche im Stadion sowie Zeugen bestimmen."

"Das hat uns auch überrascht"

Die Ermittlungen des ersten Rassismus-Skandals seien indes schon weit fortgeschritten. Kurz nach dem das von André Voigt gedrehte Video öffentlich geworden war, hatten sich die Beschuldigten bei der Polizei Wolfsburg gestellt. So sei es denkbar, dass der Fall gegen Ende der Woche an die Staatsanwaltschaft Braunschweig übergeben werden könne. Bemerkenswert ist allerdings, dass es trotz der landesweiten Aufmerksamkeit keine weiteren Zeugenmeldungen bei der Polizei Wolfsburg gegeben habe. Figge: "Das hat uns auch überrascht". 

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