Nach Pleite in Augsburg Hannover-Trainer Doll ätzt gegen Schiedsrichter: "Du laberst nur"

Von dpa

Thomas Doll (im blauen Pullover) diskutierte nach dem Spiel mit Schiedsrichter Manuel Gräfe. Foto: imago/KriegerThomas Doll (im blauen Pullover) diskutierte nach dem Spiel mit Schiedsrichter Manuel Gräfe. Foto: imago/Krieger

Augsburg. Nach der Niederlage beim FC Augsburg liegen bei Hannovers Trainer Thomas Doll offenbar die Nerven blank.

Trainer Thomas Doll und Schiedsrichter Manuel Gräfe haben sich nach der 1:3-Niederlage von Hannover 96 beim FC Augsburg einen längeren Disput geliefert. "Er hat mich zwei, drei Minuten oder länger volllabern wollen, dass er irgendwann schon mal eine Situation hatte in Bremen. Der hörte gar nicht mehr auf", schilderte Doll am Samstag nach der Auswärtsniederlage. "Irgendwann habe ich mich abgedreht, mir was das auch zu viel." Daraufhin habe Gräfe ihm Arroganz vorgeworfen – was Doll ärgerte.

"Das ist schon harter Tobak", sagte der 96-Coach, dessen Team im Kampf um den Klassenverbleib den nächsten Rückschlag erlitt. "Da ist ein Trainer, der mit seinem Team um die Liga fightet. Sich dannn so gockelig hinzustellen und mich dann der Arroganz zu beschimpfen..." Man könne ihm Leidenschaft und Emotion vorwerfen, aber keine Arroganz, betonte Doll.

Gräfe: "Das fand ich despektierlich"

Einen Eintrag in den Spielbericht gab es von Gräfe nicht, schließlich sei es ja keine Beleidigung gewesen. "Er meinte, du laberst nur, du laberst nur, das fand ich despektierlich. Man kann ja wenigstens vernünftig miteinander reden", sagte der Schiedsrichter. "Ich will es nicht höher hängen als es ist, das sind Emotionen. Wenn man absteigt oder gegen den Abstieg kämpft, ist man frustriert." Man müsse aber auch mit Anstand verlieren können, fand Gräfe.

Auslöser des Disputs waren vor allem zwei Szenen. In einer hätte Doll beim Stand von 1:0 gerne eine Vorteilsauslegung zugunsten seiner Mannschaft gehabt. Vor dem vorentscheidenden Freistoß von Jonathan Schmid (78.) hätte er sich Doll auch eine andere Entscheidung gewünscht.

Thomas Doll wirkte auf der Pressekonferenz nach dem Augsburg-Spiel wieder etwas ruhiger. Foto: imago/Philippe Ruiz

Trotz der brisanten sportlichen Lage genießt Doll von Manager Horst Heldt Rückendeckung. "Wir haben, als wir das gemeinsam entschieden haben, gesagt, wir gehen mit Thomas Doll auf jeden Fall über anderthalb Jahre. Und auch wenn der Worst Case eintritt, dann wollen wir mit Thomas Doll wieder aufsteigen. So ist es zumindest miteinander besprochen worden", sagte Heldt.

Doll hatte die Niedersachsen Ende Januar als Nachfolger von André Breitenreiter übernommen. Zuletzt gab es fünf Niederlagen nacheinander. "Ich werde das, was man miteinander besprochen hat, einhalten", sagte Heldt. "Thomas hat die Mannschaft in einem nicht leichten Augenblick übernommen. Er ist mega-engagiert, lebt das vor, gibt nicht auf." Die Niedersachsen sind Tabellenvorletzter und könnten am Sonntag auf den letzten Tabellenplatz zurückfallen.

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