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Europa League kompakt Der Eintracht-Traum geht weiter – Maskenmann Aubameyang schlägt wieder zu

Luka Jovic erzielte in der 6. Minute das 1:0 für die Eintracht. Sein siebter Treffer im Wettbewerb (l.). Rechts zu sehen: Maskenmann Pierre-Emerick Aubameyang. Foto: imago/Antonio Calanni/Action PlusLuka Jovic erzielte in der 6. Minute das 1:0 für die Eintracht. Sein siebter Treffer im Wettbewerb (l.). Rechts zu sehen: Maskenmann Pierre-Emerick Aubameyang. Foto: imago/Antonio Calanni/Action Plus

Mailand. Eintracht Frankfurt setzt seine wunderbare Europapokalsaison fort und ist durch einen Sieg bei Inter Mailand ins Viertelfinale der Europa League eingezogen. Die Hessen sind jetzt der einzige deutsche Verein in der Runde der letzten Acht.

Die Ergebnisse des Abends:


  • Inter Mailand - Eintracht Frankfurt 0:1 (Hinspiel 0:0)
    Tor: 0:1 Jovic (6.)

    Favoritenschreck Eintracht Frankfurt hat die nächste magische Europa-Nacht gefeiert und darf ernsthaft auf den zweiten internationalen Titel nach 1980 hoffen. Der Fußball-Pokalsieger gewann im Europa-League-Achtelfinale am Donnerstagabend auf beeindruckende Art und Weise mit 1:0 (1:0) bei Inter Mailand und steht damit international erstmals seit 24 Jahren wieder in der Runde der letzten Acht. Vor rund 50 000 Zuschauern sorgte Torjäger Luka Jovic (6. Minute) nach dem torlosen Hinspiel für die Entscheidung.
    Das Team des in Mailand gesperrten Trainers Adi Hütter ist nach dem Champions-League-Aus von Meister FC Bayern München der letzte deutsche Vertreter im Europapokal. Nach Erfolgen über Lazio Rom, Olympique Marseille, Apollon Limassol, Schachtjor Donezk und Traditionsclub Inter sind die Hessen bei der Auslosung der Viertelfinal-Partien (11. und 18. April) an diesem Freitag bei den den Titelfavoriten wie Chelsea oder Neapel sicher kein Wunschgegner.
  • Dynamo Kiew - FC Chelsea 0:5 (Hinspiel 0:3)
    Tore: 0:1 Giroud (5.), 0:2 Giroud (33.), 0:3 Alonso (45.), 0:4 Giroud (59.), 0:5 Hudson-Odoi (78.)
  • Red Bull Salzburg - SSC Neapel 3:1 (Hinspiel 0:3)
    Tore: 0:1 Milik (14.), 1:1 Dabbur (25.), 2:1 Gulbrandsen (65.), 3:1 Leitgeb (90.+1)
  • FC Krasnodar - FC Valencia 1:1 (Hinspiel 1:2)
    Tore: 1:0 Suleymanov (85.), 1:1 Guedes (90.+3)
  • FC Arsenal - Stade Rennes 3:0 (Hinspiel 1:3)
    Tore: 1:0 Aubameyang (5.), 2:0 Maitland-Niles (15.), 3:0 Aubameyang (72.)
  • Benfica Lissabon - Dinamo Zagreb 3:0 nach Verlängerung (Hinspiel 0:1)
    Tore: 1:0 Jonas (71.), 2:0 Ferreira (94.), 3:0 Grimaldo (105.)
  • Slavia Prag - FC Sevilla 4:3 nach Verlängerung (Hinspiel 2:2)
    Tore: 1:0 Ngadeu-Ngadjui (14.), 1:1 Ben Yedder (44.), 2:1 Soucek (47./FE), 2:2 Munir (54.), 2:3 Franco Vazquez (98.), 3:3 van Buren (102.), 4:3 Ibrahim Traore (120.)
  • FC Villarreal - Zenit St. Petersburg 2:1 (Hinspiel 3:1)
    Tore: 1:0 Moreno (29.), 2:0 Bacca (47.), 2:1 Ivanovic (90.)

Stimmen des Abends:

Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt): "Wir freuen uns riesig über den fantastischen Sieg gegen Inter Mailand. Das ist Wahnsinn. Es hat alles exzellent funktioniert, wir sind einfach nur glücklich."

Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Es war ein heißer Fight. Wir hatten viele Chancen. Normalerweise sagt man ja, dass sich sowas rächt. Aber Inter war nie so gefährlich. Wir hatten immer das Gefühl, dass wir das Ding nach Hause fahren können."

Dramen des Abends:

Bereits in der Runde zuvor hatte der FC Krasnodar für Aufsehen gesorgt und nach einer starken Leistung Bayer Leverkusen aus dem Wettbewerb gekegelt. Im Achtelfinale hatten die Russen jetzt auch den FC Valencia am Rande des K.O. Nach dem 1:2 im Hinspiel in Spanien ging der Außenseiter in der 85. Minute durch ein Traumtor von Magomed-Shapi Suleymanov mit 1:0 in Führung. Der 19-Jährige schlenzte den Ball vom rechts Eck des Strafraums in den linken Winkel – der Torschütze hatte daraufhin Tränen in den Augen. 

Krasnodar wäre mit dem 1:0 ins Viertelfinale eingezogen. Doch in der dritten Minute der Nachspielzeit sorgten Gameiro und Guedes im feinen Zusammenspiel für den Ausgleich der Spanier und das gleichbedeutende Weiterkommen. Sowohl Gameiro als auch Torschütze Guedes waren erst wenige Minuten vorher von Valencia-Trainer Marcelino eingewechselt worden.

Später am Abend überschlugen sich dann in Prag die Ereignisse. Dort erreichte der tschechische Außenseiter Slavia gegen Europa-League-Seriensieger FC Sevilla völlig überraschend die nächste Runde. Wie auch im Hinspiel hatte es nach 90 Minuten 2:2 gestanden. In der Verlängerung erzielten die Andalusier dann das vermeintlich vorentscheidende 3:2 – doch Slavia kämpfte sich zurück und traf erst durch van Buren zum 3:3 (102.). In der letzten Minute der Verlängerung traf dann Ibrahim Traoré zum 4:3 für die Gastgeber – und das Sinobo Stadion drehte komplett durch.

Ausnahmezustand nach dem 4:3 für Slavia Prag in der letzten Minute der Verlängerung gegen den FC Sevilla. Foto: imago/Newspix

Wahnsinn des Tages:

Knapp 17.000 Eintracht-Fans begleiteten ihre Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Mailand und hatten die Stadt den kompletten Tag in ihrer Hand. Im Internet tauchten zahlreiche Videos auf, die hunderte oder gar tausende Frankfurter Fans singend und feiernd auf den Straßen der italienischen Metropole zeigten.

Bereits weit vor dem Spiel hatten sich die Frankfurter Fans mit Eintrittskarten – offiziell waren dies 13.500 – im San Siro versammelt und sorgten für eine unvergleichliche Stimmung. "Aus Mailand wird Mainland" war das Motto der Gästefans an diesem Tag.

Zwischenfälle gab es so gut wie keine: Der Fanauflauf der Eintracht-Anhänger in "Mainland" verlief friedlich.

Spieler des Abends:

Den Einzug ins Viertelfinale der Europa League hatte der FC Chelsea eigentlich schon nach dem 3:0-Sieg im Hinspiel so gut wie sicher, doch beim Rückspiel bei Dynamo Kiew legten die "Blues" noch einmal einen drauf: 5:0 siegten die Londoner in der Ukraine – vor allem für einen lief das Spiel besonders positiv: Stürmer Olivier Giroud. Der Franzose erzielte einen perfekten Hattrick: Zwar wurden seine beiden ersten Treffer in der ersten Halbzeit durch das 3:0 von Teamkollege Marcos Alonso unterbrochen. Dennoch ist der Weltmeister der erste Spieler in dieser Europa-League-Saison, dem ein kompletter Dreierpack gelingt: Giroud erzielte seine Tore nämlich einmal mit dem rechten Fuß, einmal mit dem linken und zudem noch per Kopf. Der Weltmeister führt damit die Torschützenliste der Europa League mit neun Treffern in neun Spielen an.

Olivier Giroud lässt sich vom deutschen Nationalspieler Antonio Rüdiger beglückwünschen. Foto: imago/PA Images

Jubel des Abends:

Er hat es wieder einmal getan: Schon in der Bundesliga bei Borussia Dortmund war Pierre-Emerick Aubameyang beim Torjubel kreativ. Unvergessen die Szene, als er sich nach einem Tor im Revierderby gegen Schalke eine Batman-Maske aufsetzte. Beim Sieg des FC Arsenal feierte der Gabuner am Donnerstagabend sein Masken-Comeback: Nach seinem Treffer zum 3:0 schnappte sich der Stürmer eine Black-Panther-Maske und ließ sich von den Fans feiern.

Pierre-Emerick Aubameyang mit der Black-Panther-Maske. Foto: imago/Action Plus


Erkenntnisse des Abends:

Die letzten acht verbleibenden Mannschaften in der Europa League stehen fest, sie heißen: SSC Neapel, FC Valencia, FC Chelsea, FC Villarreal, FC Arsenal, Eintracht Frankfurt, Slavia Prag, Benfica Lissabon


Weitere Tweets des Abends:

Auf ihrem Weg nach Mailand reisten einige Eintracht-Fans über München und hatten am dortigen Flughafen etwas Aufenthalt. Zeit genug für einen Anhänger, bei einem FC-Bayern-Fanstore vorbeizuschauen und dort freche Fragen zu stellen.

In Mailand angekommen, fühlten sich die Fans dann offenbar wie zu Hause:

Die Frankfurter Eintracht ist jetzt seit 14 Europapokalspielen ungeschlagen. Sie hat damit den Hamburger SV überholt.

Wahre Worte ...



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