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Sky kontert Rummenigge-Aussage Kritik an Fußball im Pay-TV – Rangnick: "Dürfen nicht populistisch werden"

Von dpa

Sky sicherte sich die Rechte der Champions League. Foto: imago/PA ImagesSky sicherte sich die Rechte der Champions League. Foto: imago/PA Images

Berlin/Unterföhring. Karl-Heinz Rummenigge überraschte mit seinem Wunsch, mindestens ein Spiel der Champions League im Free-TV sehen zu wollen und kritisierte dabei den Pay-TV-Sender Sky. Dieser kontert nun.

Der Pay-TV-Sender Sky hat Karl-Heinz Rummenigges Forderung nach Fußball-Spielen der Champions League im frei empfangbaren Fernsehen deutlich zurückgewiesen. Sky-Manager Jacques Raynaud sagte der "Bild": "Die jeweiligen Rechteinhaber sind verantwortlich für die Ausschreibung und die angebotenen Pakete. Die Ausschreibung der Uefa war – auf starken Druck der Spitzenklubs – eindeutig: Das meiste Geld gewinnt – ohne Wenn und Aber. Sky das Ergebnis jetzt vorzuwerfen und die Voraussetzungen dafür selbst geschaffen zu haben, ist abwegig."  

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Auch für Sky kam der Rummenigge-Vorstoß wohl überraschend. Vor allem, weil der FC Bayern sowohl bei den TV-Geld-Ausschüttungen der DFL als auch der Europäischen Fußball-Union (UEFA) mehr kassiert als jeder andere Bundesligist – und das mit Abstand meiste Geld kommt aus dem Bezahlbereich, vor allem von Sky. Das Medienunternehmen zahlt schätzungsweise mehr als Milliarde Euro pro Saison für Fußball- Rechte.

Aus der Liga erhält der Bayern-Boss Unterstützung. „Ich finde internationale Spiele haben eine nationale Relevanz", sagte Fortuna Düsseldorfs Clubchef Robert Schäfer: "Die Regelung mit der Übertragung eines Spiels im Free-TV hat sich bewährt."

Rangnick: "Dürfen nicht populistisch werden"

RB Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick teilt "grundsätzlich" die Forderung von Rummenigge nach mehr Spielen der Champions League im Free-TV. "Auf der anderen Seite müssen wir ehrlich sein und dürfen nicht populistisch werden", sagte der 60-Jährige am Donnerstag.

Schalke-Manager Christian Heidel kommentierte: "Für die Zuschauer ist es sehr kompliziert geworden. Ich saß am Mittwoch vor dem Fernseher und wollte bei Sky das Dortmund-Spiel schauen. Plötzlich wurde umgeschaltet auf Amsterdam gegen Madrid. Da habe ich eine Zeit gebraucht, um zu verstehen, dass das ganze Spiel bei DAZN gezeigt wird. Wenn die wirtschaftlichen Vorstellungen mit dem Free-TV in Einklang zu bringen sind, dann wäre ich auch dafür."

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Sogar Hans-Joachim Watzke stimmt dem Konkurrenten aus München zu. "Ich finde die Anregung von Rummenigge durchaus sinnvoll", sagte der BVB-Chef der "Bild". Der Bayern-Boss hatte zuvor via "Sport Bild" kritisiert, dass die Champions League hierzulande seit dieser Saison nur noch gegen zusätzliche Bezahlung zu sehen ist. Er hatte gefordert: "Wir müssen bei der UEFA alles in die Waagschale legen, damit in Deutschland ab der nächsten Rechteperiode wieder mindestens ein Livespiel, idealerweise ein Topspiel, im Free-TV zu sehen ist."

Teure Angelegenheit für Fußball-Fans

Die Mehrheit der Fußball-Anhänger würde das freuen. Denn die derzeitige Situation ist für die Fans teuer. Wer an jedem Mittwoch- Spieltag eine Partie mit deutscher Beteiligung sehen will, so wie zuvor bei RTL, Sat.1 und zuletzt beim ZDF, der benötigt zwei Abonnements: eines beim Pay-TV-Sender Sky und eines beim ebenfalls kostenpflichtigen Internetanbieter DAZN.

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern nannte als Grund für seinen Vorstoß unter anderem die geringe Zuschauer-Resonanz bei Sky und DAZN. Beim ZDF, zuletzt sechs Jahre der deutsche Free-TV-Sender, liegen die Zahlen offen. Durchschnittswerte von mehr als sieben Millionen Zuschauern und Marktanteile von über 20 Prozent errechnete der Sender für die letzte Saison mit 17 Spielen.

Eine Übertragung von der Güte wie Tottenham gegen Borussia Dortmund hätte den Durchschnittswert wohl locker getoppt. Wie viele am Mittwochabend bei DAZN zuschauten? Der Streamingdienst verschwieg auch am Donnerstag die Zahlen. Die Konferenz bei Sky, in der neben der BVB-Partie auch Bilder von Ajax Amsterdam gegen Real Madrid liefen, kam auf einen Durchschnitt von einer Million Zuschauer. 


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