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Champions League kompakt Paul Pogba fliegt bei Kartenflut im Old Trafford – Rom feiert 19-Jährigen

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Gebrauchter Abend für Paul Pogba (vorne): Erst fliegt der Franzose mit Gelb-Rot vom Platz, dann verliert sein Manchester United mit 0:2 gegen PSG. Foto: imago/PanoramiCGebrauchter Abend für Paul Pogba (vorne): Erst fliegt der Franzose mit Gelb-Rot vom Platz, dann verliert sein Manchester United mit 0:2 gegen PSG. Foto: imago/PanoramiC

Hamburg. Trotz der Ausfälle der beiden Superstars Neymar und Edinson Cavani lässt Paris St. Germain Manchester United im Old Trafford keine Chance und steht mit einem Bein im Viertelfinale der Champions League. Das Duell zwischen dem AS Rom und dem FC Porto war enger.

Die Ergebnisse des Abends:

  • Manchester United - Paris St. Germain 0:2 (0:0)
    Tore: 0:1 Kimpembe (53.), 0:2 Mbappé (60.)

Thomas Tuchel steht mit Paris Saint-Germain vor dem Einzug ins Viertelfinale der Champions League. Der deutsche Trainer setzte sich mit dem französischen Spitzenclub am Dienstag im Hinspiel der Königsklasse bei Manchester United mit 2:0 (0:0) durch. In einer packenden zweiten Halbzeit erzielten Presnel Kimpembe (53. Minute) und Kylian Mbappé (60.) im Old Trafford die Tore für das Star-Ensemble aus der französischen Hauptstadt.

Während die Ausnahmestürmer Neymar und Edinson Cavani bei PSG verletzt fehlten, spielten die deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer die kompletten 90 Minuten. Für Ole-Gunnar Solskjaer war es die erste Niederlage als Trainer von Manchester United. Kurz vor Schluss sah Manchesters entnervter Paul Pogba wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (89.) – was zum am Ende völlig missratenen Abend für den englischen Rekordmeister passte. 

Im Rückspiel am 6. März im Prinzenparkstadion benötigen die Engländer einen Sieg mit drei Toren Vorsprung, um den Viertelfinaleinzug von PSG noch zu verhindern. 

  • AS Rom - FC Porto 2:1 (0:0)
    Tore: 1:0 Zaniolo (70.), 2:0 Zaniolo (76.), 2:1 Adrian Lopez (79.)

Der AS Rom hat das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Porto mit 2:1 (0:0) gewonnen. Nicolo Zaniolo sorgte für beide Treffer der Römer (70./76.). Adrián López machte in der 79. Minute den Anschlusstreffer für Porto. Kurz vor Schluss hatte Héctor Herrera den Ausgleich auf dem Fuß, der Schuss ging jedoch knapp am Tor vorbei. In der ersten Halbzeit hatte Roma-Stürmer Edin Dzeko den Pfosten getroffen. Das Rückspiel findet am 6. März in Porto statt.

Die Deutschen des Abends: Julian Draxler, Thilo Kehrer und Thomas Tuchel

Wegen der prominenten Ausfälle von Neymar und Edinson Cavani bei PSG durfte mal wieder Nationalspieler Julian Draxler von Beginn an ran – und spielte durch. Für den früheren Schalker und Wolfsburger war es immerhin schon der sechste Einsatz in der diesjährigen Königsklasse. Nach einer unauffälligen ersten Halbzeit steigerte sich der Weltmeister wie auch seine Teamkollegen und setzte vor allem die Defensivaufgaben, die Trainer Thomas Tuchel ihm mitgegeben hatte, sehr gut um: Er gewann 55 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte 63 Ballaktionen und brachte 85 Prozent seiner Pässe an den Mann. Keine herausragende, aber solide Werte.

Ebenso bot Thilo Kehrer, der vor der Saison vom FC Schalke an die Seine gewechselt war, eine unauffällige Partie: Der Rechtsverteidiger erledigte seine Aufgaben zuverlässig und sicherte den vor ihm agierenden Dani Alves immer wieder gut ab. Seine Werte: 67 Prozent seiner Zweikämpfe konnte er gewinnen, das alles bei 60 Ballkontakten.

Thomas Tuchel an der Seitenlinie. Foto: dpa/Dave Thompson/AP

PSG-Trainer Tuchel, der angesichts der Personalnot im Vorfeld bei den Vorbereitungen auf das Spiel über "D-Lösungen" gesprochen hatte, war an seinem Jubel nach dem 1:0 durch Kimpembe deutlich anzusehen, unter welcher Anspannung er gestanden hatte. In der Stadt der Liebe erwartet man in dieser Saison mindestens das Halbfinale in der Champions League. Doch der Coach lieferte, stellte seine Mannschaft, die von manchen Experten angesichts des Formanstiegs der Engländer in den vergangenen Wochen plötzlich als Außenseiter gesehen wurde, perfekt ein und konnte sich zudem auf die individuelle Klasse seiner Offensivspieler verlassen. So setzten Angel di Maria und vor allem Kylian Mbappé die Glanzlichter beim verdienten Auswärtssieg der Franzosen, der schon die halbe Miete für den Viertelfinaleinzug bedeuten sollte.

Spieler des Abends: Nicolò Zaniolo

Nicolò Zaniolo erzielte gegen Porto zwei Treffer. Foto: imago/LaPresse

Der große Abend des 19-jährigen Mittelfeldspielers des AS Rom, der in seinem sechsten Champions-League-Spiel seine beiden ersten Tore erzielte. Er ist damit der jüngste italienische Spieler, der jemals in einem Champions-League-Spiel zwei Tore erzielte. Zaniolo war erst vor Saisonbeginn von Inter Mailand in die italienische Hauptstadt gewechselt, sozusagen als Beigabe zum Transfer von Radja Nainggolan, der vom Süden in den Norden ging. Linksfuß Zaniolo ist absolute Stammkraft im Team der Roma und wurde im Herbst von Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini nach nur 261 Einsatzminuten in der Serie A erstmals für ein Länderspiel nominiert. Gegen Porto gelang ihm mit seinem Doppelpack das erste dicke Ausrufezeichen in der Champions League.

Wie war VAR?

Der Video Assistent Referee wurde bei den beiden Spielen des Abends zum ersten Mal in der Champions-League-Geschichte eingesetzt, musste aber weder in Manchester noch in Rom bemüht werden. Im Olympiastadion gab es eine knifflige Szene, als die Italiener nach einem vermeintlichen Handspiel von Pepe einen Elfmeter wollten. Doch Schiedsrichter Danny Makkelie aus den Niederlanden verzichtete auf eine Überprüfung.

Zahl des Abends: 12

Sein erstes Champions-League-Spiel für den FC Porto seit März 2007, also seit fast zwölf Jahren, bestritt Verteidiger Pepe am Dienstagabend beim AS Rom. Nach zehn Jahren bei Real Madrid und eineinhalb Saisons bei Besiktas Istanbul kehrte der Verteidiger in der Winterpause zu seinem Stammverein zurück. In Italiens Hauptstadt absolvierte der 35-Jährige sein 96. Champions-League-Spiel. 

Das Debakel "dahoam" und andere denkwürdige Duelle in der Champions League

Die CL-Bilanz des als Raubein verschrienen 103-fachen portugiesischen Nationalspielers liest sich jedoch relativ harmlos: 21 Gelbe Karten, eine Gelb-Rote und eine Rote. Im Stadio Olimpico ließ sich Pepe nichts zu schulden kommen, außer ein vermeintliches Handspiel (siehe VAR).

Die Tweets des Abends:

Vom Duell zwischen Man United und PSG hatten sich Fans und Experten einiges versprochen. Doch vor allem in der ersten Halbzeit entwickelte sich eine Defensivschlacht, garniert mit fünf gelben Karten – am Ende waren es neun Gelbe und eine Gelb-Rote Karte. Den Fans gefiel das nicht:

Von den Namen her schien die Manchester-Bank besser besetzt zu sein:

Das Spiel zwischen der Roma und Porto haute die meisten Fans über weite Strecken auch nicht vom Hocker. So blieb Zeit, die modischen (und praktischen) Fehltritte der Schiedsrichter zu beäugen:

Ein Schalke-Fan ist vor dem Duell gegen Manchester Uniteds Stadtrivalen City wohl sehr optimistisch ...

Manchesters ehemaliger Spieler Angel di Maria wurde während des Spiels mit einer Flasche beworfen. Der Argentinier reagierte cool:


Angesichts der Schnelligkeit von Kylian Mbappé stellt dieser User fest:

Die Stimmen zum PSG-Sieg

Thomas Tuchel (Trainer PSG): "Wir waren auf der einen Seite sehr konzentriert, ausgeglichen, vorsichtig und aggressiv, auf der anderen Seite aber entspannt. Dank unserer Struktur kontrollierten wir das Spiel immer mehr im Laufe der Zeit. Wir haben in der ersten Halbzeit einige Bälle verloren, aber die zweite war viel besser. Es war ein verdienter Sieg, aber wir sind erst bei der Hälfte angekommen."

Ole Gunnar Solskjaer (Trainer Manchester United): "Man merkt, dass wir in letzter Zeit nicht viele Spiele auf diesem Level gespielt haben. Berge sind zum Klettern da. Man kann nicht sagen, dass es vorbei ist. Wir werden uns von heute an natürlich verbessern müssen, aber heute war ein Realitäts-Check."

Thilo Kehrer (PSG, ehemaliger Schalke-Spieler): "Wir hatten ein schweres Spiel. Manchester hat sehr physisch gespielt. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht die richtige Mischung aus Ballbesitzspiel und Kontern gefunden. Im zweiten Durchgang gelang uns das besser. Wir haben als Mannschaft super zusammen verteidigt und angegriffen. Wenn wir die verletzten Spieler zurückbekommen, können wir einiges erreichen."

Die Stimmen zum Rom-Sieg

Daniele de Rossi (Kapitän AS Rom): "Wenn mir vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir 2:1 gewinnen, wäre ich sehr glücklich gewesen", sagte der 35-Jährige der BBC und ergänzte: "Es ist im Vergleich zu einem 2:0 zwar nicht das beste Ergebnis, aber ich würde sagen, dass wir einen Vorteil von 51 zu 49 haben."


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