Entlassung von Sportvorstand und Trainer Kahlschlag beim "Club": Vereins-Legende beerbt Michael Köllner

Von Alexander Barklage und dpa

Michael Köllner ist nicht mehr Trainer des Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Foto: imago/Sven SimonMichael Köllner ist nicht mehr Trainer des Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Foto: imago/Sven Simon

Nürnberg . Nach dem bereits Sportvorstand Andreas Bornemann beurlaubt wurde, musste jetzt auch Trainer Michael Köllner beim 1. FC Nürnberg gehen.

Der 1. FC Nürnberg hat eine weitere Personalentscheidung getroffen. Cheftrainer Michael Köllner ist ab sofort nicht mehr Trainer beim Tabellenletzten. Interimistisch übernehmen der bisherige Co-Trainer Boris Schommers sowie Club-Legende Marek Mintal die Verantwortung für die Profi-Mannschaft und bereiten das Team um Kapitän Hanno Behrens aufs kommende Heimspiel gegen Borussia Dortmund vor, teilte der Verein auf einer Pressekonferenz mit.

Die "sportlichen Ziele sehen wir durch die jüngsten Ereignisse und Ergebnisse stark gefährdet", schrieb der Aufsichtsrat nach einer Sitzung zur sportlichen Krise in der Nacht zum Dienstag. "Aus diesem Grund haben wir uns als Gremium dazu entschlossen, den bisherigen Sportvorstand Andreas Bornemann von seinem Amt zu entbinden. Leider konnten wir uns mit ihm nicht auf einen gemeinsamen Weg in die Zukunft, gerade auch in Bezug auf das Cheftraineramt verständigen."


Bornemann hatte beim "Club" Ende September 2015 die Nachfolge von Martin Bader als Sportvorstand angetreten. Der heute 47-Jährige versuchte bis zuletzt, Köllner Rückhalt zu geben. Im Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Thomas Grethlein setzte sich aber die Meinung durch, dass der FCN einen neuen Impuls braucht, um den neunten Absturz in die Zweitklassigkeit vielleicht doch noch zu verhindern. Der Abstand zu Relegationsrang 16 beträgt trotz Negativserie nur drei Punkte.

Der Aufsichtsrat ist eigentlich ein Kontrollgremium, Entscheidungen etwa in der Trainerfrage liegen beim 1. FC Nürnberg in der Gewalt des zweiköpfigen Vorstands. Neben Finanz-Fachmann Niels Rossow war das Köllners Fürsprecher Bornemann für den sportlichen Bereich.

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Mit dem Sportvorstand hätte der klamme Verein eigentlich gerne weitergemacht, auch wenn seine Transferpolitik zuletzt kritisiert wurde. Spätestens mit Bornemanns Freistellung musste Köllner klar sein, dass er keine Zukunft mehr als "Club"-Trainer hat.

Der Oberpfälzer hatte Anfang März 2017 Alois Schwartz als Coach der Franken abgelöst. Im vergangenen Sommer führte Köllner die Nürnberger zum achten Aufstieg in die erste Bundesliga. Nach nun 15 sieglosen Partien war das Vertrauen in ihn aufgebraucht.


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