Die nächste Generation 17-Jährige Volleyballerinnen in Bad Laer in der 2. Bundesliga

Von Christian Detlhoff

Der Nachwuchs ist gefragt: Lara-Milena Peters, Franziska Stricker und Lara Nierwettberg (von links) müssen mit 17 Jahren in der 2. Bundesliga helfen. Foto Swaantje HehmannDer Nachwuchs ist gefragt: Lara-Milena Peters, Franziska Stricker und Lara Nierwettberg (von links) müssen mit 17 Jahren in der 2. Bundesliga helfen. Foto Swaantje Hehmann

Bad Laer. Die Verletzungsmisere des Volleyball-Zweitligisten SV Bad Laer ist die Gunst der Stunde für drei 17-Jährige. Mit Franziska Stricker, Lara Nierwettberg und Lara-Milena Peters sammeln drei Spielerinnen aus der eigenen Jugend Erfahrungen auf hoher Ebene.

Am Samstagabend im Heimspiel gegen RPB Berlin ist das Trio wieder gefordert. Seit zwei Jahren trainiert Stricker mit dem Frauenteam, das damals noch in der 3. Liga spielte – zunächst nur einmal die Woche. Kam sie bis zum Jahresbeginn vereinzelt zu Kurzeinsätzen, stand sie in den drei Punktspielen 2019 stark in der Verantwortung. „Der Druck ist größer, wenn man weiß, dass man Leistung bringen muss“, sagt die Außenangreiferin: „Die mentale Belastung ist ungleich höher. Auch hier sind die Erfahrenen im Team aber eine große Hilfe.“

Trainer lobt wuchtige Angriffsbälle

Trainer Zoran Nikolic lobt die Technik, Beweglichkeit, den Aufschlag und die wuchtigen Angriffsbälle von Stricker. „Franziska ist sehr wissbegierig und lernt schnell. Es ist natürlich eine große Umstellung, wenn man jede Trainingseinheit und jedes Spiel im Frauenteam bestreitet. Sie ist dabei sehr ehrgeizig. Doch der Ehrgeiz ist zuweilen noch ein Problem: Ihre Emotionen gehen nach innen, sie sollte sie viel mehr rauslassen“, rät der Coach. „Ich kann noch mutiger und selbstbewusster werden“, sagt Stricker.

Jugendarbeit als Faustpfand

Nikolic ist überzeugt, dass sich Stricker zu einer guten Zweitligaspielerin entwickelt. „Kaum ein Zweitligist gibt 17-Jährigen Gelegenheiten, sich auf dieser Ebene zu beweisen. Ich meine aber, dass talentierte Spielerinnen in diesem Alter schon ab der Saisonvorbereitung fest mit dem Kader trainieren sollten, zumal doch gerade in Bad Laer die starke Jugendarbeit das Faustpfand bleibt.“

Fest zum Kader

Auch Nierwettberg und Peters, die Strickers Weg folgen, sollten laut Nikolic ab der kommenden Saisonvorbereitung fest zum Kader der ersten Mannschaft gehören. Das Trio aus dem Jahrgang 2001 könnte also zwei Quartetten aus den Jahrgängen 1992/1993 beziehungsweise 1995/1996 folgen: Die verletzten Alina Hellmich, Sara Szmuk und Franziska Bentrup spielten mit Daniela Richter ebenso einst in der Jugend und nun auch im Zweitliga-Frauenteam zusammen wie Johanna Müller, Michelle Bollien, Laura Seete und Vanessa Schowe.

Beide Laras machen Fortschritte

„Auch beide Laras haben im Januar schon große Fortschritte in unserem Training gemacht“, freut sich Nikolic. Nierwettberg kam bereits mehrfach zum Einsatz. „Sie tritt in unserem Kreis immer weniger vorsichtig auf. Wenn sie an ihrer Explosivität und an ihren Reflexen arbeitet, wird sie einen guten Weg gehen. Alle drei müssen sich aber bewusst sein, dass noch eine Menge Arbeit bei der Weiterentwicklung auf sie wartet – das ist ganz natürlich“, betont der Coach.

Zwei Siege zum Klassenerhalt

Dass die Mannschaft zuletzt fünfmal in Folge verlor, macht dem Trio das Ankommen in der 2. Bundesliga nicht leichter. „Zwei Siege brauchen wir noch, damit wir die Klasse halten“, vermutet Stricker, „wenn wir weiter so hart im Training an uns arbeiten und unsere Fehlerquote in den Spielen reduzieren, werden wir es schaffen.“ Platzt der Knoten am Samstag (20 Uhr) im Heimspiel gegen den Drittletzten aus Berlin? „Es wäre schön – wie werden alles dafür tun“, verspricht Stricker.


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