Die Teams im Vergleich Super Bowl: Duell der Generationen

Tobias Kemberg

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Der Spielmacher Tom Brady führte seine New England Patriots zum neunten Mal während der Karriere ins NFL-Finale. Foto: dpaDer Spielmacher Tom Brady führte seine New England Patriots zum neunten Mal während der Karriere ins NFL-Finale. Foto: dpa

Atlanta. Los Angeles Rams gegen die New England Patriots – wenn in der Nacht zu Montag (0.30 Uhr) in Atlanta das diesjährige Finale der National Football League steigt, wiederholt sich ein kleines Stück Liga-Geschichte. Denn beide Teams standen sich bereits einmal im Super Bowl gegenüber. 2002 setzte sich der damalige Außenseiter Patriots gegen die Rams in New Orleans durch. Es war die erste von insgesamt fünf Meisterschaften für den Klub aus Massachusetts. Der Teamvergleich zeigt die Unterschiede zwischen den Finalisten auf – aber auch die eine oder andere Gemeinsamkeit.

Trainer

Die beiden Trainer: Bill Belichick (links) und Sean McVay. Foto: imago/UPI Photo


Bill Belichick ist seit dem Jahr 2000 Cheftrainer der Patriots. Der 66-Jährige gewann seine ersten beiden Meisterschaften 1987 und 1991 als Assistenz-Trainer der New York Giants. Allgemein gilt Belichick nach außen hin nicht gerade als kommunikativer Zeitgenosse. Anders als bei den meisten NFL-Klubs üblich, ist er in Personalunion auch General Manager der Patriots und damit zudem Alleinverantwortlicher für die Kaderzusammenstellung. Sein Gegenüber Sean McVay ist gerade einmal halb so alt. Der 33-Jährige ist erst in der zweiten Saison Cheftrainer und führte die Rams im vergangenen Jahr erstmals seit 13 Jahren wieder in die Play-offs. McVay gilt als Offensiv-Genie mit fotografischem Gedächtnis, das noch jeden Spielzug der gesamten Saison im Kopf hat. 

Quarterbacks

Jared Goff (links) und Tom Brady trennen 17 Jahre. Foto: AFP


Als erster bei der alljährlichen Spielerwahl (Draft) verpflichteter College-Absolvent hatte Jared Goff 2016 einen schweren Start bei den Los Angeles Rams. In seinen ersten sieben Starts blieb der inzwischen 24-Jährige ohne Sieg. Unter McVay blühte Goff 2017 auf, trotzdem zweifeln noch immer viele an seinen Qualitäten und schreiben seinen Erfolg lediglich dem vom Trainerteam auf ihn zugeschnittenen Spielstil der Rams-Offensive zu. Zweifel gab es im Laufe der Saison auch in Bezug auf Tom Brady. Laut Expertenmeinung habe der 41-Jährige nicht mehr die spielerische Klasse früherer Tage zeigen können. Doch die lebende Legende widerlegte die Kritiker und hat sein Team zum neunten Mal in den Super Bowl geführt. Wie lange der fünffache Champion nun zur Elite gehört, ist an folgenden Fakten zu erkennen: Als Brady 2002 erstmals den Titel holte, gab es YouTube, Facebook, Twitter oder das iPhone noch nicht. Und Jared Goff lernte in der Grundschule gerade rechnen und schreiben.

Philosophie

Sowohl die Patriots als auch die Rams praktizieren einen Offensivstil, bei dem sich Lauf- und Passspielzüge in etwa die Waage halten. Trotz zahlreicher Stars in beiden Kadern steht der Teamgedanke über allem. Und gerade weil sich bei beiden Finalisten kein Spieler im Laufe der Saison über das Team gestellt und für Unruhe gesorgt hat, stehen diese im Super Bowl. Das war bei anderen Mitfavoriten anders.

Historie

Für die Rams, die von 1995 bis 2015 in St. Louis beheimatet waren, ist es nach 1980, 2000 und 2002 die vierte Super Bowl-Teilnahme. Vor 19 Jahren gewannen die „Widder“ ihren bisher einzigen Titel. Bereits zum elften Mal in ihrer Vereinsgeschichte stehen dagegen die Patriots im Finale – zum neunten Mal in der Ära von und mit Belichick und Brady. 2002, 2004, 2005, 2015 und 2017 durfte New England jubeln. Mit dem sechsten Triumph könnten die Patriots mit Rekordsieger Pittsburgh Steelers gleichziehen. 

Favoritenrolle

In ihren Play-off-Spielen gegen die Los Angeles Chargers und bei den Kansas City Chiefs galten die Patriots zuletzt als Außenseiter. Vor dem Super Bowl gegen die Rams sind sie nun der leichte Favorit – und das, obwohl Los Angeles in der regulären Saison mit 13 Siegen und drei Niederlagen eine bessere Bilanz als New England (11:5) hatte.


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