Am letzten Tag der Wechselperiode 47 Millionen für diesen Spieler – die Transfer-Baustellen von Europas Topclubs

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Leandro Paredes wechselt für 47 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg zu Paris St. Germain. Foto: imago/Russian LookLeandro Paredes wechselt für 47 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg zu Paris St. Germain. Foto: imago/Russian Look

Hamburg. Am 31. Januar schließt das Transferfenster in den europäischen Topligen. Mancher Club lauert noch auf die eine oder andere Neuverpflichtung. Ein Blick auf die Lage bei den europäischen Spitzenvereinen.

Am Donnerstag, 31. Januar, schließt in den großen europäischen Ligen das Wintertransferfenster. Danach können die Vereine aus Ligen wie beispielsweise in Deutschland, England, Spanien, Italien oder Frankreich bis zum Sommer keine Spieler mehr verpflichten. Europaweit unterscheiden sich die Zeiten, in denen verschiedene Ligen Spieler verpflichten können: So sind beispielsweise russische Klubs bis Mitte Februar berechtigt, neue Spieler zu verpflichten (eine Liste mit den Zeiträumen der Wintertransferfenster finden Sie auf transfermarkt.de). 

Folgend ein Überblick über die wichtigsten Transfers und möglichen Transferaktivitäten bis zum Ende des Wintertransferfensters bei den europäischen Topclubs:

England:

Manchester City: Obwohl Manchester City in der Premier League den Anschluss an Tabellenführer FC Liverpool vorerst verloren hat, starteten die Citizens im Winter keine weitere Transferoffensive. Kein Wunder, schließlich durfte Trainer Pep Guardiola im vergangenen Sommer für über 70 Millionen Euro auf Shopping-Tour gehen. Immerhin verbuchte City durch die Verkäufe von Supertalent Brahim Diaz an Real Madrid (17 Millionen Euro) und Rabbi Matondo an den FC Schalke 04 (knapp zehn Millionen Euro) einen zweistelligen Millionenbetrag auf der Habenseite.

Zugänge: -

Abgänge: Brahim Diaz (Real Madrid), Ko Itakura (FC Groningen, Leihe), Anthony Caceres (FC Sydney, Leihe), Marlos Moreno (Santos Laguna/Mexiko, Leihe), Rabbi Matondo (Schalke 04)

Hier geht's zum aktuellen Transferticker

Manchester United: Immer wieder beschwerte sich Trainer José Mourinho in den vergangenen Monaten öffentlich darüber, dass seine Transferwünsche vom Verein nicht erfüllt worden seien. Da entsprechend der sportliche Erfolg ausblieb, musste Mourinho im Dezember gehen – seit Nachfolger Ole Gunnar Solskjaer das Sagen hat, hat United noch kein Spiel verloren, der Norweger beschwerte sich bislang auch nicht über das vorhandene Spielermaterial. Dementsprechend ruhig geht es bei den "Red Devils" auf dem Transfermarkt zu. Den Finanzbossen bei United dürfte das ganz recht sein: An Mourinho musste englischen Medienberichten zufolge eine Abfindung in Höhe von 16,6 Millionen Euro bezahlt werden.

Gerüchte ranken sich dennoch um verschiedene Neuzugänge, entweder für den Winter oder den kommenden Sommer. Steven Bergwijn (PSV Eindhoven), Cengiz Ünder (AS Rom) Philippe Coutinho (FC Barcelona) und Kalidou Koulibaly (SSC Neapel) werden dabei am heißesten gehandelt. Als Abgang ist Marouane Fellaini im Gespräch, dem vom chinesischen Club Shandong Luneng ein Vertrag mit einem Jahresgehalt von 20,6 Millionen Euro angeboten worden sein soll, wie es in englischen Medien heißt. 

Tottenham Hotspur: Der Verein aus London sorgte im vergangenen Sommer für Erstaunen, als der Club sich aus dem völlig überhitzten Transfermarkt komplett heraushielt und keinen einzigen neuen Spieler verpflichtete. Eine für viele überraschende Tatsache angesichts der vielen Milliarden, die den Premier-League-Clubs durch die TV-Gelder ausgeschüttet werden.

Auch ohne Zugänge spielt die Mannschaft von Trainer Mauricio Pochettino wieder an der Spitze der Liga mit, steht gegenwärtig auf Platz 3. Eine Neuverpflichtung im Winter scheint unwahrscheinlich, trotz einiger prominenter Namen, um die es Gerüchte gibt: Youri Tielemans (AS Monaco), Adrien Rabiot (Paris St. Germain), Malcom (FC Barcelona), James Rodriguez (FC Bayern) und Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach). Allerdings: Mit Harry Kane und Dele Alli fallen zwei Offensivkräfte längere Zeit aus – möglicherweise agieren die Spurs also doch noch auf dem Transfermarkt.

Zugänge: -

Abgang: Mousa Dembele (Guangzhou)


FC Arsenal: Wie so oft in den vergangenen Jahren scheint der FC Arsenal auch in dieser Saison gerade einmal so um die Champions-League-Plätze zu spielen. Mehr war, trotz Investitionen von knapp 80 Millionen Euro, bislang für den Tabellenfünften nicht drin. Bis 31. Januar soll daher nochmal nachgerüstet werden. Dabei steht der Belgier Yannick Carrasco besonders im Fokus. Der frühere Atletico-Spieler will China angeblich verlassen und peilt einen Wechsel in eine europäische Spitzenliga an: Arsenal soll Kandidat Nummer 1 für einen Wechsel sein. Beim FC Barcelona bedienten sich die Gunners und liehen Denis Suarez bis zum Sommer aus.

Der von Trainer Unai Emery nicht besonders hochgeschätzte Mesut Öziil dagegen soll und will wohl mindestens noch bis Sommer bleiben.

Zugang: Denis Suarez (FC Barcelona, Leihe)

Abgang: Emiliano Martinez (FC Reading, Leihe)

FC Liverpool: Nachdem die "Reds" vor genau einem Jahr mit dem Transfer von Abwehrkante Virgil van Dijk (kam für 78 Millionen Euro vom FC Southampton und wurde so zum teuersten Abwehrspieler der Geschichte) ein nachhaltiges Ausrufezeichen setzten, hat Trainer Jürgen Klopp all seine Schäfchen offenbar im Trockenen: Die "Reds" dominieren die Premier League und vieles spricht für den ersten Meistertitel seit 1990. Klopp scheint also nach dreieinhalb Jahren in Liverpool endlich sein Team so zusammengestellt zu haben, dass die lange titellose Durststrecke beendet werden kann.

Da aber auch an der Merseyside Gerüchte kursieren, tauchen auch hier Namen als potenzielle Transferziele des FC Liverpool auf: Unter anderem Ciro Immobile (Lazio Rom), Timo Werner (RB Leipzig), Weston McKennie (FC Schalke 04) und Adrien Rabiot (Paris St. Germain) werden besonders heiß gehandelt. 

Zugänge: Ben Woodburn (Sheffield United, Leih-Ende), Condor Randall (AFC Rochdale, Leih-Ende)

Abgänge: Dominic Solanke (AFC Bournemouth), Nathaniel Clyne (AFC Bournemouth, Leihe)

FC Chelsea: Möglicherweise trifft die Blues im Sommer eine Transfersperre, weshalb der Club seine Hausaufgaben teilweise jetzt im Winter schon erledigte: Christian Pulisic von Borussia Dortmund wurde für 64 Millionen Euro verpflichtet, kommt aber erst im Juli an die Stamford Bridge. Im Sturm setzt Trainer Maurizio Sarri künftig auf seinen ehemaligen Spieler vom SSC Neapel, Gonzalo Higuain. Der Argentinier ist allerdings genau so nur ausgeliehen, wie es bei Alvaro Morata der Fall ist, der leihweise an Atletico Madrid abgegeben wurde.

Heimlich, still und leise hat sich zudem ein früherer Star aus der Premier League verabschiedet; Cesc Fabregas wechselte zum AS Monaco nach Frankreich.

Spannend ist auch die weitere Entwicklung von Eigengewächs Callum Hudson-Odoi zu verfolgen: Der FC Bayern buhlt um den 18-Jährigen und ist offenbar bereit, über 40 Millionen Euro zu bezahlen. Chelsea will den Youngster aber offenbar auf keinen Fall abgeben, weder im Winter, noch in der nächsten Transferphase.

Zugänge: Christian Pulisic (Borussia Dortmund), Gonzalo Higuain (Juventus Turin, Leihe), 

Abgänge: Christian Pulisic (Borussia Dortmund, Leihe), Alvaro Morata (Atletico Madrid, Leihe), Abdul Rahman Baba (Stade Reims, Leihe), Victor Moses (Fenerbahce, Leihe)

Spanien:

Real Madrid: Zehn Punkte Rückstand hat der nach eigenen Angaben "beste Verein des 21. Jahrhunderts" in der Primera Division auf Tabellenführer FC Barcelona. International sind die "Königlichen", zuletzt drei Mal in Folge Champions-League-Sieger, aber auf Kurs: Im Achtelfinale geht es gegen Ajax Amsterdam. Da also die Ausgangslage in diesem Winter ähnlich ist wie in den vergangenen Jahren, sah sich Präsident und Bauunternehmer Florentino Perez bislang nicht bemüßigt, viel Geld in Transferaktivitäten zu stecken. Lediglich der 19-Jährige Brahim Diaz wurde für 17 Millionen Euro von Manchester City verpflichtet – eine Investition in die Zukunft.

Weitere Neuzugänge sind bis zum Ende der Transferperiode nicht zu erwarten, obwohl der Name Eden Hazard nun beinahe schon seit Jahren diskutiert wird. Möglicherweise wechselt der belgische Nationalspieler vom FC Chelsea im kommenden Sommer zu seinem mehrfach selbsternannten Traumclub nach Madrid – dann vermutlich für eine Ablösesumme jenseits der 100 Millionen Euro. Er würde sich zum 18-jährigen Brasilianer Rodrygo (FC Santos) gesellen, der bereits für 45 Millionen Euro verpflichtet wurde.

Zugang: Brahim Diaz (Manchester City), Rodrygo (FC Santos, ab Sommer)

Abgänge: Kiko Casilla (Leeds United)

FC Barcelona: Für den bislang überraschendsten Transfer der Winterpause ist der FC Barcelona verantwortlich: Dass Kevin-Prince Boateng jetzt das Trikot der Katalanen trägt, dürfte so manchem Fußballfan immer noch spanisch vorkommen. Neben dem prominenten Neuzugang holte "Barca" außerdem noch den Kolumbianer Jeison Murillo per Leihe vom FC Valencia, um die verletzungsbedingten Lücken in der Innenverteidigung zu stopfen. Für den Sommer sicherten sich Barcelona außerdem den von zahlreichen Clubs umworbenen Mittelfeldspieler Frankie de Jong (21). Der Niederländer könnte Barca nach Bonuszahlungen bis zu 86 Millionen Euro kosten.

Als weiterer Winter-Abgang neben Stürmer Munir El Haddadi (FC Sevilla) und Deniz Suarez (FC Arsenal) ist Malcom (Tottenham) im Gespräch.

Zugänge: Kevin-Prince Boateng (US Sassuolo, Leihe), Frankie de Jong (Ajax Amsterdam, ab Sommer)

Abgänge: Munir El Haddadi (FC Sevilla)

Atletico Madrid: Am heißesten diskutiert wurde rund um Atletico Madrid in diesem Winter die Stürmerfrage: Wochenlang baggerten die "Colchoneros" an Stürmer Alvaro Morata vom FC Chelsea. Tatsächlich gelang es den Madrilenen wenige Tage vor Schließung des Transferfensters, den Angreifer vom FC Chelsea auszuleihen. Eine pikante Personalie, stammt der 26-Jährige zwar aus der Jugend Atleticos, spielte aber jahrelang beim Kontrahenten Real Madrid. Um Platz im Kader zu schaffen, wurde der Portugiese Gelson Martins an den AS Monaco verliehen.

Nicola Kalincic, wie Morata von Hauptberuf Stürmer, soll dagegen wohl doch behalten werden. Der Kroate war lange Zeit auch beim FC Schalke 04 im Gespräch. Diego Godin verlässt den Club höchstwahrscheinlich in Richtung Inter Mailand – allerdings erst kommenden Sommer.

Zugang: Alvaro Morata (FC Chelsea, Leihe)

Abgang: Gelson Martins (AS Monaco, Leihe)

Italien:

Juventus Turin: Sein Meisterstück hat Juventus bereits im vergangenen Sommer abgeliefert, als der kaum für mögliche gehaltene Transfer von Cristiano Ronaldo von Real Madrid für 117 Millionen Euro vollzogen wurde. Im Winter wurden einige kosmetische Veränderungen am Kader vorgenommen. So holte Juve Verteidiger Martin Caceres (spielte bereits zwischen 2011 und 2016 für Turin) per Leihe von Lazio Rom zurück. Der 31-Jährige soll den Ex-Bayern Medhi Benatia ersetzen, den es für acht Millionen Euro in die katarische Liga zu Al Duhail zieht. Stefano Sturaro wechselt Leihweise zum FC Genua.

Gerüchte halten sich hartnäckig um Linksverteidiger Marcelo von Real Madrid, den "CR7" angeblich gerne an seiner Seite hätte. Auch James Rodriguez (FC Bayern) soll ein Thema sein. Beide aber vermutlich erst für kommenden Sommer.

Zugang: Martin Caceres (Lazio Rom, Leihe)

Abgänge: Medhi Benatia (Al Duhail), Stefano Sturaro (FC Genua, Leihe), Roman Macek (FC Lugano)

SSC Neapel: Bis auf einige zurückgekehrte Leih-Spieler aus der zweiten Reihe sowie andere Akteure, die leihweise abgegeben wurden, hat sich bei den Süditalienern auf dem Transfermarkt nicht viel getan. Der prominenteste Spieler, der bis Sommer abgegeben wurde, ist der Kroate Marko Rog (FC Sevilla). 

Ob Napoli noch aktiv wird hängt wohl auch davon ab, ob einer der vielen begehrten Spieler aus dem eigenen Kader den Club noch in der Winterpause verlässt. Kandidaten dafür gibt es einige: Kevin Malcuit, Allan, Kalidou Khoulibaly und Amadou Diawara stehen bei einigen Vereinen im Fokus. Der frühere Gladbacher Amin Younes könnte an Celta Vigo ausgeliehen werden.

Inter Mailand: Der derzeit Drittplatzierte der Serie A verstärkte im Winter seine Abwehr: Von Zweitligist Delfino Pescara wurde Verteidigertalent Andrew Gravillon (20) für 7,5 Millionen Euro verpflichtet (und sofort wieder an den Club verliehen), der portugiesische Rechtsverteidiger Cedric Soares kommt leihweise aus der Premier League vom FC Southampton.

Zuletzt gab es immer wieder Gerüchte um eine Verpflichtung von Weltmeister Mesut Özil vom FC Arsenal. Diese kommt aber vermutlich ebenso wenig in diesem Winter zustande wie ein Abgang von Ivan Perisic. Der heiß gehandelte Innenverteidiger Diego Godin von Atletico Madrid wechselt vermutlich erst im Sommer nach Mailand.

Zugänge: Andrew Gravillon (Delfino Pescara), Cedric Soares (FC Southampton, Leihe)

Abgänge: Andrew Gravillon (Delfino Pescara, Leihe)

Das sind die Baustellen bei den Bundesliga-Klubs

Frankreich:

Paris St. Germain: Bei PSG plant man nicht mehr mit dem abwanderungswilligen Adrien Rabiot. Der rebellische Mittelfeldspieler wird entweder noch in dieser Transferphase abgegeben, oder soll seinen im Sommer auslaufenden Vertrag absitzen. Für Ersatz wurde bereits gesorgt: Von Zenit St. Petersburg wurde der Argentinier Leandro Paredes verpflichtet. Der 24-Jährige kostet 47 Millionen Euro. Durch diesen Transfer dürfte auch das Buhlen um Borussia Dortmunds Julian Weigl vorerst zum Stillstand kommen. Zuletzt war immer wieder spekuliert worden, dass PSG-Trainer Thomas Tuchel seinen einstigen Lieblingsschüler gerne wieder unter seine Fittiche nehmen würde. Beim FC Bayern wurde angeblich wegen Renato Sanches angefragt, doch die Münchner wollen den Youngster nicht abgeben.

Für kommenden Sommer steht Verteidiger Matthijs de Ligt von Ajax Amsterdam ganz weit oben, auch Allan vom SSC Neapel soll ein Wunschkandidat sein.

Abgegeben wurde der frühere Real-Madrid-Profi Jese, der auf Leihbasis zu Betis Sevilla wechselt.

Zugang: Leandro Paredes (Zenti St. Petersburg)

Abgänge: Timothy Weah (Celtic Glasgow, Leihe), Jese (Betis Sevilla, Leihe)



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